Diakon

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Siehe auch
Ordination - Liturgische Kleidung - Ehrentitel
Titularbistum - Exarch

Der Diakon (altgr. διάκονος diakonos „Diener, Helfer“) gehört zur untersten Gruppe des Klerus. Die ersten Diakone werden in der Apostelgeschichte (6,1-6) erwähnt. Sie sind den Priestern und Bischöfen untergeordnet und dienen ihnen während einer Liturgie oder Gottesdiensten.


Diakone im Neuem Testament

Hl. Erzdiakon und Erstmärtyrer Stephan

Wie schon erwähnt wird dieser Klerus zum ersten mal in der Apostelgeschichte (6,1-6) erwähnt.

"In diesen Tagen aber, als die Jünger sich mehrten, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Bedienung übersehen wurden. Die Zwölf aber beriefen die Menge der Jünger und sprachen: Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und die Tische bedienen. So seht euch nun um, Brüder, nach sieben Männern unter euch, von [gutem] Zeugnis, voll Geist und Weisheit, die wir über dieses Geschäft bestellen wollen; wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren. Und die Rede gefiel der ganzen Menge; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochien. Diese stellten sie vor die Apostel; und als sie gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf."


Ihre Aufgabe war es sich um die Armen und die Verteilung der Agapen zu sorgen und somit die Aposteln von dieser Aufgabe zu befreien. Dabei konnten als Diakone nur Männer, christlichen Glaubens und hellenistischer Abstammung in Jerusalem werden. Neben dieser ethnischen Voraussetzung ging es vor allem Männer "von [gutem] Zeugnis, voll Geist und Weisheit" (Apg. 6,3) zu finden. Darunter verstand Ap. Paulus folgendes:

"Ebenso die Diener: ehrbar, nicht doppelzüngig, nicht vielem Wein ergeben, nicht schändlichem Gewinn nachgehend, die das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren. Lass sie aber auch zuerst erprobt werden, dann lass sie dienen, wenn sie untadelig sind. [Ihre] Frauen [sollen] ebenso ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allem. Die Diener seien [jeweils] Mann einer Frau und sollen den Kindern und den eigenen Häusern gut vorstehen; denn die, welche gut gedient haben, erwerben sich eine schöne Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist." (1. Tim. 3,8-13)


Diakone und ihre liturgische Bedeutung

Diakon während der Liturgie ruft die Fürbitten auf

Wie wir oben erkennen konnten waren Diakone am Anfang noch keine liturgischen Helfer sonder eher soziale Helfer. Das einzige was sie vollziehen konnten war die Taufe (Apg. 8,5-12), doch dieses Privileg ist auch in der heutigen Zeit geblieben. Ja diese Möglichkeit haben in Ernstfällen auch einfache ungeweihte Christen, sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts. Dennoch benötigte es den Segen der Aposteln für die Vollendung dieses Sakraments.

Erst im 2. Jahrhundert, als die Hierarchie des Klerus definiert wurde, bekamen Diakone auch eine liturgische Bedeutung. Sie wurden zu den Gehilfen des Priesters und Bischofs in liturgischen Tätigkeiten. So rufen sie zu Fürbitten auf, lesen den Apostel und das Evangelium während einer Liturgie und Helfen dem höherem Klerus während einer Liturgie.

Wegen ihrer liturgischen Tätigkeit symbolisieren sie die Engeln welche ebenso um den Thron des Herren fliegen und ihm unaufhörlich Preisen. Solch ein liturgisches Bild mit Diakonen als Engeln beschreibt der Apostel Johannes in seiner Offenbarung (Off. 4).

Die Diakone kleiden sich in das Sticharion (stichar’) und Orarion (orar’), an den Händen tragen sie die Epimanikia (poruči, Manipel). Der Diakon kann eine Kopfbedeckung tragen – das Kamilavkion (kamilavka).

Ebenso besteht in der heutigen Zeit die Theorie, dass Diakone seit dem ersten Jahrhundert sogar ein sehr hohes Ansehen hatten. Sie wurden fast so geschätzt wie auch Bischöfe und somit war ihr Ansehen höher als der der Priester. So gibt es die Erzählung, dass ein Bischof seinen Diakon aus Neid zum Priester weihte um dessen Ansehen zu verringern. Ein hohes Ansehen der Diakone, vor allem höher als der der Priester erkennen wir schon im 18. Kanon des I. Ökumenischen Konzils. Dieser Widerspruch im Ansehen des Klerus wurde wahrscheinlich nach dem IV. Ökumenischen Konzils aufgehoben.


Kanons über Diakone

Zahl der Diakone

Bis zum IV. Ökumenischen Konzil waren die Anzahl der Diakone in einer Kirche (Diözese), genau wie in der Apostelgeschichte sieben (7). Diese Zahl durfte nicht überschritten werden wie es mit dem 15. Kanon des Konzils in Neokesarien (315) vorgeschrieben wurde egal wie groß diese Kirchengemeinde sei. Dennoch wurde diese Zahl überschritten. Als ei Beispiel können wir die Kirche in Alexandria erwähnen. Aus dem 1. Ökumenischen Konzil erfahren wir, dass ganze neun (9) alexandrische Diakone der arianischen Häresie glaubten. Wahrscheinlich wurde auch deshalb der o. g. Kanon auf dem IV. Ökumenischen Konzil (692) mit seinem 16. Kanon aufgehoben. Da somit die Zahl der Diakone nicht mehr festgelegt wurde, war es nicht mehr ein Privileg Diakon zu sein, womit auch wahrscheinlich ihr hohes Ansehen endet.


Unverzichtbarkeit des Diakons

Solch ein Verständnis kommt zu Zeiten des byzantinischen Kaisers Iraklius (VII. Jahrhundert) hervor. Er meinte, dass es keine liturgische Handlung ohne Diakon geben könne. Aus diesem Grund war seit seiner Zeit in jeder ach so kleinen Kirche auch ein Diakon vorhanden. In der heutigen Zeit besteht solch ein Verständnis in diesem Umfang nicht mehr. Heute ist die liturgische Anwesenheit eines Diakons an bischöflichen Liturgien wichtig, welcher jedoch in Ausnahmefällen auch fehlen kann.


Widerspruch in der Hierarchie

Wie oben schon erwähnt waren Diakone hoch angesehen bei den Gläubigen. Wahrscheinlich deshalb, weil die Zahl der Diakone vorgeschrieben war und es eher als Privileg galt Diakon zu sein. Aus solch einem Grund kam es zu einer Anomalie welche im 18. Kanon des I. Ökumenischen Konzils beschrieben und untersagt wurde. Darin sehen wir, dass Diakone als rangniedrigere Mitglieder des Klerus vor den Priestern die Eucharistie bekamen. Nicht nur dass, sondern es kam auch zu solchen Vorfällen, wo Diakone den Priestern diese Austeilten und nicht der Bischof. In einem anderen Kanon (7. Kanon des V/VI. Ökumenischen Konzils) erfahren wir, dass Diakone sich während der Lesung neben den Bischöfen hinsetzten, anstatt den Priestern.


Hochzeit der Diakone

Diakone können verheiratet sein oder aus den Reihen der Mönche kommen. Dabei gibt es im orthodoxen Kanon Codex einen Widerspruch über die Hochzeit eines Diakons. Wird im 26. apostolischem Kanon die Hochzeit eines Diakons verboten, so kann ein Diakon laut dem 10. Kanon des Konzils in Ankiria heiraten, wenn er dies seinem Bischof vor der Weihe mitteilte. Diesen Widerspruch löste der V/VI. Ökumenische Konzil mit seinem 6. Kanon auf. Dieser besagte Kanon hält sich an dem apostolischen Kanon. Daher gilt auch heute, dass ein Diakon nach seiner Weihe nicht mehr heiraten darf. Er muss somit vor seiner Weihe entweder heiraten oder die Mönchsgelübte ablegen.