Priesterweihe

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Das Sakrament der Priesterweihe

Das Sakrament der Priesterweihe oder die Cheirotonie (griech. “Handauflegung”) ist die Erhebung in den Priesterstand. Dieser umfasst drei Stufen: Diakon, Priester und Bischof. Demzufolge gibt es drei Stufen des Sakraments: die Diakonsweihe, die Priesterweihe und die Bischofsweihe.

Alle sechs Sakramente, die schon behandelt wurden, kann ein Priester spenden, dieses siebente Sakrament jedoch nur ein Bischof. Es heißt auch Handauflegung, weil der Bischof bei der Spendung des Sakraments seine Hände auf das Haupt des Weihekandidaten legt; auf ihn kommt durch die Hände des Bischofs die Gnade Gottes, die ihn in dieses heilige Amt erhebt.

Dieses Sakrament wird in der Kirche besonders feierlich während der Liturgie gespendet, in Anwesenheit des Volkes, das die Worte des Bischofs “Axios!” (“Würdig!”) gleichsam bestätigt.

wem wird das Sakrament gespendet? Priester kann in der Orthodoxen Kirche nur ein Mann werden. Dies erinnert uns an die Person Christi, den der Priester bei der Feier der Sakramente verkörpert, und schmälert keineswegs die Würde der Frau. Es kann jedoch auch nicht jeder Mann Priester werden. Der Apostel Paulus nennt in seinem Brief an Timotheus die Eigenschaften, die ein Priester haben sollte: Er soll ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, besonnen, von würdiger Haltung, gastfreundlich, fähig zu lehren; er sei kein Trinker und kein gewalttätiger Mensch, sondern rücksichtsvoll; er sei nicht streitsüchtig und nicht geldgierig (vgl. 1 Tim 3, 2 - 7). Er soll auch gut mit seiner Familie zurechtkommen, und seine Kinder sollen gehorsam und anständig sein, denn der Apostel bemerkt: “Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen?”

Es ist verboten, einen Neubekehrten zum Priester zu weihen, “sonst könnte er hochmütig werden”. Ein Priester soll auch nicht nur von den Mitgliedern der Kirche geachtet werden, sondern auch von “Außenstehenden”, so dass “keine üble Nachrede” über ihn entsteht. was das Sakrament bewirkt. Durch die Handauflegung des Bischofs kommt im Sakrament der Weihe der Heilige Geist auf den Auserwählten herab und schenkt ihm die besondere, priesterliche Gnade. Für den Diakon ist es der Dienst bei den Sakramenten, die Hilfe für den Priester und den Bischof.

Für den Priester ist es die Möglichkeit, sechs Sakramente zu spenden, außer einem – der Priesterweihe. Der Priester spendet die Sakramente, wenn er dafür die Erlaubnis vom Bischof hat, und nicht nach seinem eigenen Willen.

In der Bischofsweihe schließlich erlaubt die Gnade Gottes dem Kandidaten, alle Sakrament zu spenden, einschließlich der Priesterweihe, und über die Ordnung und Frömmigkeit in der Kirche zu wachen. Der Bischof kann in Gemeinschaft mit anderen Bischöfen die Bischofsweihe spenden. Allein kann er das nicht. So fordern es die Kanones der Kirche.

In der alten Kirche wurden die Bischöfe und Priester vom Volk gewählt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dem Priester durch das Volk die Vollmacht gegeben wird, wie Abgeordneten bei Wahlen. Die Vollmacht des Priesters, das Volk zu lenken, es zu lehren und vor Gott zu vertreten, erhält er im Sakrament der Priesterweihe durch Gott. In den apostolischen Konstitutionen heißt es, dass der Bischof vom ganzen Volk gewählt werden soll. Es ist verboten, diejenigen zu Bischöfen zu weihen, die weltliche Macht ausüben.

Die Spendung des Sakraments

Es gibt drei Stufen des Priestertums: Diakon, Priester und Bischof. Je nach Weihestufe wird das Sakrament an einer jeweils anderen Stelle der Liturgie gespendet.

Die Bischofsweihe findet gleich nach der Lesung der Epistel (siehe “Der Gottesdienst”) statt. Die Priesterweihe erfolgt nach Beendigung des Cherubim-Hymnus und der Übertragung der Heiligen Gaben vom Rüsttisch auf den Altartisch, die Diakonsweihe nach der Wandlung der Gaben nach den Worten: “Und es seien die Erbarmungen unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus mit euch allen!” Da nur Subdiakone zu Diakonen geweiht werden können, wird der Kandidat im Falle, dass er nicht schon früher die Subdiakonatsweihe empfangen hat, vor Beginn der Liturgie zum Subdiakon geweiht.

Priesterweihe

Bischof vor einer Diakonen- oder Priesterweihe

Der Erzdiakon erbittet den Segen des Bischofs für die Weihe mit den Worten: “Ordne an, hochgeweihter Gebieter!” Der Bischof segnet den Weihekandidaten, und dieser wird dreimal um den Altartisch geführt, wobei dieselben Gesänge wie auch beim Sakrament der Krönung gesungen werden: “Heilige Märtyrer...”, “Ehre sei Dir, Christus, unser Gott...”, “Jauchze, Jesaja...” Nachdem er sich dreimal vor dem Altar niedergeworfen hat, beugt er das Haupt über dem Altar, der Bischof legt die Enden des Omophorions auf sein Haupt, darauf seine Hände und spricht folgendes Gebet: “Die göttliche Gnade, die allezeit das Schwache heilt, und das Mangelnde ersetzt, erhebt den frommen Diakon N. N. zum Priester. Lasset uns für ihn beten, auf dass über ihn komme die Gnade des Allheiligen Geistes.” Nach weiteren Gebeten überreicht der Bischof dem neugeweihten Priester der Reihe nach alle Teile des Priestergewandes: das Epitrachelion (Stola), den Gürtel, das Phelonion und auch das Liturgikon. Dabei singt der Chor im Namen des Volkes “Axios!”, d. h. “Würdig!”. Danach stellt sich der Neugeweihte als Gleichrangiger zu den anderen Priestern.

Diakonsweihe

Die Diakonsweihe wird nach dem Ausruf “Und es seien die Erbarmungen ... mit euch allen!” gespendet. Im Großen und Ganzen ist sie der Priesterweihe ähnlich. Nach der Weihe nimmt der Diakon ein Rhipidion in seine Hand und fächert damit in Kreuzform über den Heiligen Gaben, die auf dem Altartisch stehen.

Bischofsweihe

Sie ist ein feierliches Ereignis für die ganze Kirche. Die Bischöfe sind untereinander der Weihe nach alle gleich, deshalb kann ein Bischof allein die Bischofsweihe nicht spenden, sondern nur zwei oder mehrere Bischöfe, d. h. in Gemeinschaft. Vorher wird der Ritus der Ernennung des zukünftigen Bischofs vollzogen, bei dem die Gemeinschaft der Bischöfe zum ersten Mal die Weihe ankündigt.

Am Tag der Weihe selbst spricht der Kandidat in Anwesenheit der Bischöfe und des Volkes vor der Liturgie das Glaubensbekenntnis und legt das Versprechen ab, die kirchlichen Kanones zu befolgen, den kirchlichen Frieden zu wahren, sich dem Patriarchen zu unterstellen, mit allen Bischöfen im Einvernehmen zu leben und seine Herde mit Liebe und Gottesfurcht zu leiten. Er verspricht, dass er sogar unter Androhung des Todes nichts tun wird, was den kirchlichen Kanones widerspricht, und dass er sich nicht in die Angelegenheiten anderer Diözesen einmischen wird. Zum Abschluss verpflichtet er sich, alle zivilen Gesetze seines Heimatlandes zu befolgen. Den von ihm unterschriebenen Text dieses Gelöbnisses überreicht er dem ersten der versammelten Bischöfe.

Die Weihe selbst erfolgt unmittelbar vor der Lesung der Epistel. Die versammelten Bischöfe legen ihre Hände auf den Kopf des zu Weihenden, und der erste der Bischöfe liest zwei Gebete, danach wird der Weihekandidat in die Bischofsgewänder gekleidet und nimmt schon als Bischof am Gottesdienst teil.

Am Ende der Liturgie wird dem neugeweihten Bischof der Bischofsstab als Zeichen der bischöflichen Vollmacht überreicht, und er segnet darauf das Volk auf bischöfliche Art mit beiden Händen.

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