Theofan Bystrov

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Theophan von Poltawa (* 12. Januar 1875; † 19. Februar 1940; gebürtig Wassili Dimitriewitsch Bystrow, russisch:Василий Дмитриевич Быстров) war ein russischer Erzbischof und Theologe der Orthodoxen Kirche. Er war weithin bekannt als “der einzige russische asketische Bischof”. Einige Male nahm er Zar Nikolaus II. und dessen Gattin Alexandra die Beichte ab.

Wassili wurde in dem Dorf Podmoschie unweit von Luga in der Nähe von St. Petersburg geboren und am Tag des Hl. Basilios dem Großen getauft. 1896 beendete er sein Studium an der Theologischen Akademie St. Petersburg, an der er als einer der Jüngsten aufgenommen worden war. Im folgenden Jahr wurde er Assistenzprofessor für Geschichte des Alten Testaments. 1898 wurde er Mönch und erhielt den Namen von Theophan dem Bekenner. 1901 wurde er Archimandrit. 1905 erwarb er den Grad eines Master mit einer Abschlussrrbeit über das Tetragrammaton.

Er war befreundet mit Grigori Rasputin, „der uns alle mit psychologischem Urteilsvermögen erstaunte“, und lud diesen auch zu sich nach Hause ein. Theofan stellte ihm Milica von Montenegro vor, welche Rasputin dann wiederum am 1. November 1905 mit dem Zarenpaar bekanntmachte. Zwei Wochen später wurde auch Theofan eingeladen und wurde ihr spiritueller Führer. 1908 besuchte er (zusammen mit Bruder Makari) Rasputin in dessen Heimatdorf Pokrowskoje und untersuchte die Gerüchte aus dem vorhergehenden Jahr, Rasputin sei Chlyst („Geißler“, eine russische pseudoorthodoxe Sekte).

1901 schon war Theofan zum Inspektor ernannt worden, und 1909 wurde er Rektor der Theologischen Akademie St. Petersburg. Theofan war ein treuer Monarchist und kam zu dem Schluss, Rasputin sei ein Scharlatan, ein falscher Starez und eine potentielle Gefahr für den Thron. Die beiden wurden Feinde. 1910 zog Theofan seiner Gesundheit wegen auf die Krim (nach Tauris und Simferopol). 1911 wurden Bischöfe Hermogen, Iliodor und Theofan wegen eines Konflikts mit Rasputin und der Zarengattin Alexandra verbannt.

1912 wurde Theofan zum Bischof in Astrachan ernannt, aber sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich. Im März 1913 wurde er Bischof in Poltawa. 1917 bis 1918 lebte er in Moskau und sagte über Rasputin und die Zarin aus. Er wurde in die örtliche Politik verwickelt. 1919 wurde er nach Sewastopol evakuiert. 1920 emigrierte er nach Konstantinopel und von dort weiter zum Petkovica-Kloster in Serbien und dann nach Bulgarien (Sofia und Warna). Seit 1931 lebte er in Frankreich, in Clamart und in Mosnes, wo er das Leben eines Einsiedlers führte.