Mönch

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Ein Mönch oder eine Nonne ist jemand, der sein oder ihr ganzes Leben Gott aus Liebe hingegeben hat. Das Mönchstum ist ein eigenes Sakrament in der Orthodoxen Kirche und wird auch als zweite Taufe bezeichnet, was aber nicht heißen soll, dass die komplette Vergebung der Sünden hier noch einmal gewährt wird. Im Leben der Mönche und Nonnen geht es darum, sich und sein Leben vollständig auf Gott auszurichten, also immerwährende Buße (Umkehr) zu tun. Das Ziel der Mönche ist die Einigkeit mit Gott und letztendlich die Vergottung. Mönche leben generell in Klöstern, in Skiten oder als Einsiedler. Das orthodoxe Mönchstum kennt die Orden des westlichen Mönchtums und die absoluten Mönchsregeln nicht, alles basiert auf der heiligen Überlieferung, die mehr ist als eine bloße Regel.

Mönchsweihe

In der Weihe zum Mönch wird der oder die Einzuweihende Gott dargebracht und unterstellt sich dem Altvater oder der Äbtissin und bindet sich an die restliche Gefolgschaft des Heiligtums. Zeichen für das Opfer, also der kompletten Übergabe des eigenen Lebens in Gottes Hände, sind das Ablegen der alten Kleidung und die Haarbeschneidung. Gleichzeitig gewährt der Heilige Geist dem anzugehenden Mönch Gnade. Symbolisch ist dies in den einzelnen Teilen des Gewandes, die dem Mönch verliehen werden, ausgedrückt. In älteren Formen der Mönchsweihe wird der anzugehende Mönch, ähnlich wie bei der Taufe, erst vom Vortempel in den inneren Tempel und dann schließlich zur Einkleidung in das Allerheiligste geführt. In diesen wird er bei dem großen Einzug mit den heiligen Gaben mitgeführt.

Es gibt nur ein Mysterium des Mönchtums, aber es gibt drei verschiedene Stufen und drei verschiedene Weiherituale. Die drei Stufen sind:

  • Lehrlingsstand, hier erhält der Mönch Gewand, Gürtel, Hut, Chormantel und Kukulle;
  • Mönch der kleinen Gestalt, hier erhält der Mönch zusätzlich das kleine Pallium;
  • Mönch der großen heiligen und engelgleichen Gestalt, hier erhält der Mönch das große Pallium, das Kreuzband und den Chorumhang.

Schon der Lehrlingsstand ist eine voll gültige Weihe, der Geweihte hat die Schwüre abgelegt und Gott sein Leben gegeben. Deswegen wird auch diese Weihe normalerweise erst nach einer Probezeit gespendet. Genauso wie es nicht notwendig ist Mönch zu sein, um ein heiliger Mensch zu werden, ist es auch nicht notwendig den Lehrlingsstand zu verlassen, was einige Mönche auch nie tun. Für die höheren Weihestufen sollte der Mönch immer bereit sein und die damit verbundenen Leistungen auch erbringen können, denn von einem Mönch der großen heiligen und engelgleichen Gestalt sollte man generell die Meisterschaft des geistigen Lebens erwarten können. Als solches sind es auch generell nur diese Mönche der letzten Weihestufe, die, ohne abzufallen, komplett allein als Einsiedler leben können.

Quellen

  • Archimandrit Johannes: Vom Mysterium des Mönchtums

Weblinks