Sigeberht, König von Ostanglien und Märtyrer

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Ikone des Königs Sigeberht
Der hl. Sigeberht, als Mönch und unbewaffnet nur mit einem Stab, kurz vor seinem Martyrium in der Schlacht gegen die Mercier. Darstellung von Sidney Paget, 1898.

Gedächtnis: 27. September

Der heilige Sigeberht entstammte dem Königshaus von Ostanglien und lebte in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Während der Herrschaft seines Verwandten Rædwald wurde er ins Frankenreich ins Exil getrieben. Dort lernte er den heiligen Felix kennen, den späteren Bischof und Erleuchter von Ostanglien. Durch dessen Wirken wurde Sigeberht zum christlichen Glauben geführt, empfing die heilige Taufe und wurde von ihm im Glauben unterwiesen. Auch der ehrwürdige Beda berichtet, dass Sigeberht während seines Aufenthaltes im Frankenreich Christ wurde. Dort lernte er zugleich das kirchliche Leben und die bestehenden christlichen Bildungsstätten kennen, die später zum Vorbild für sein eigenes Wirken in Ostanglien wurden.

Nach dem Tod seines Bruders Eorpwald kehrte Sigeberht nach Ostanglien zurück und bestieg um 630 den Königsthron. Da der christliche Glaube in seinem Reich noch nicht fest verwurzelt war, setzte er sich mit großem Eifer für die Unterweisung seines Volkes und die Festigung der Kirche ein. In dieser Zeit kam auch der heilige Felix nach England. Der heilige Honorius, Erzbischof von Canterbury weihte Felix im Jahre 631 zum Bischof und sandte ihn zur Verkündigung des Evangeliums nach Ostanglien. Mit der Unterstützung König Sigeberhts errichtete der heilige Felix seinen Bischofssitz in Dommoc und wirkte für die Bekehrung und Unterweisung des Volkes.

Besondere Sorge widmete Sigeberht der christlichen Bildung. Der ehrwürdige Beda berichtet, dass der König nach dem Vorbild dessen, was er im Frankenreich kennengelernt hatte, eine Schule zur Unterweisung der Jugend errichten ließ. Der heilige Felix unterstützte ihn bei diesem Werk und stellte ihm Lehrer nach dem Vorbild der Kirche von Kent zur Verfügung. Auf diese Weise verband Sigeberht die Verkündigung des Evangeliums mit der Sorge um die geistliche und kulturelle Bildung seines Volkes.

Während der Regierungszeit Sigeberhts kam auch der heilige Fursey aus Irland nach Ostanglien. Auch über dessen Wirken im Reich Sigeberhts berichtet der ehrwürdige Beda. Der König nahm den für sein asketisches Leben und seine geistlichen Gaben bekannten Mönch wohlwollend auf und unterstützte dessen monastisches Wirken. Er überließ ihm Land zur Errichtung eines Klosters in Cnobheresburg. Durch das Zusammenwirken des Königs mit den heiligen Vätern Felix und Fursey wurden Kirchen und Klöster errichtet, die Heilige Schrift gelehrt und das christliche Leben in Ostanglien gefestigt.

Obwohl er seine königlichen Pflichten gewissenhaft erfüllte, richtete sich das Verlangen des heiligen Sigeberht immer stärker auf das monastische Leben. Schließlich entsagte er freiwillig der Königsherrschaft und überließ die Regierung seinem Verwandten Ecgric, der bereits über einen Teil Ostangliens geherrscht hatte. Sigeberht zog sich in ein von ihm errichtetes Kloster zurück, empfing die Mönchsweihe und vertauschte die Pracht des königlichen Lebens mit einem Leben des Gebetes und des Gehorsams. Der ehrwürdige Beda berichtet, dass Sigeberht vom Verlangen nach dem himmlischen Königtum ergriffen war und deshalb die Angelegenheiten seines irdischen Reiches aufgab, um in einem Kloster allein dem himmlischen König zu dienen.

Als später der heidnische König Penda von Mercia mit seinem Heer in Ostanglien einfiel und die ostanglischen Streitkräfte der Übermacht des Feindes gegenüberstanden, wandten sich die Ostangeln an Sigeberht. Sie erinnerten sich an ihren früheren König und Heerführer und hofften, dass allein seine Anwesenheit den Mut der Soldaten stärken würde. Sigeberht weigerte sich jedoch, sein monastisches Leben aufzugeben und wieder zu den Waffen zu greifen. Schließlich holten ihn seine Landsleute gegen seinen Willen aus dem Kloster und führten ihn mit sich in die Schlacht.

Wie der ehrwürdige Beda berichtet, blieb Sigeberht auch unter diesen Umständen seinem monastischen Stand treu. Da er nur noch für das himmlische Königreich kämpfte, wollte er keine Waffe tragen und ging lediglich mit einem Stab in der Hand in die Schlacht. Das Heer der Ostangeln wurde von Pendas Streitmacht geschlagen, und sowohl König Ecgric als auch der heilige Sigeberht kamen ums Leben. Die Kirche verehrt Sigeberht als heiligen König, Mönch und Märtyrer und gedenkt sowohl seines Wirkens für die Christianisierung Ostangliens als auch seines letzten Zeugnisses für Christus.

So vollendete der heilige König und Mönch der Überlieferung nach um das Jahr 637 seinen irdischen Lauf als Märtyrer und ging ein in das ewige Reich Christi.

Quellen: Ehrwürdiger Beda, Historia ecclesiastica gentis Anglorum, Buch III; Rumänisch-Orthodoxe Erzdiözese von Großbritannien und Nordirland, Saint Martyr Sigeberht, King of East Anglia; Orthodox Christianity Then and Now, Saint Sigebert, King of East Anglia (+637); Saints of the Isles, The Holy Right-believing King and Martyr Sigeberht of East Anglia.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Nachdem du in fremdem Land das Licht Christi empfangen hattest, o heiliger König und Märtyrer Sigeberht, kehrtest du zurück, um das Volk Ostangliens zu erleuchten; und nachdem du deine Königskrone abgelegt hattest, nahmst du das monastische Leben auf dich. Da du dich weigertest, Waffen zu tragen, bliebst du treu bis in den Tod. Darum bitte Christus, unseren Gott, dass unsere Seelen errettet werden.

Kondakion (2. Ton)

Du vertauschtest das irdische Königreich mit dem himmlischen, o seliger Sigeberht, und zogst das Mönchsgewand dem königlichen Purpur vor; denn als du gegen deinen Willen in die Schlacht geführt wurdest, hieltest du einen Stab statt eines Schwertes und bliebst deinem Gelübde treu bis in den Tod. Darum, o heiliger Märtyrer, halte Fürbitte für uns alle.

aus dem Englischen übersetzt