Arsenie (Boca) von Prislop

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Ikone anlässlich seiner Verherrlichung am 4. Februar 2025 in Bukarest
Grab des hl. Arsenie im Kloster Prislop

Gedächtnis: 28. November

Der heilige und ehrwürdige Bekenner Arsenie (Boca) von Prislop (1910–1989) war ein rumänischer Priestermönch, Theologe, Mystiker und Künstler. Er wurde von der Rumänischen Kommunistischen Partei verfolgt.

Vita

Er wurde am 29. September 1910 im Dorf Vața de Sus im Kreis Hunedoara geboren und erhielt bei der Taufe den Namen Zian-Vălean. Seine Eltern Iosif-Petru und Creștina Boca waren einfache und arbeitsame Menschen. Schon als Kind wuchs er im Glauben und in der Gottesfurcht auf und erinnerte sich später daran, dass er sich eigentlich von Kindheit an als gläubigen Menschen erlebt habe. Sein Vater legte großen Wert darauf, dass der Sohn seine Zeit nicht vergeudete, und diese Mahnung prägte ihn nachhaltig. Neben einer außergewöhnlichen Begabung und einem großen Wissensdurst zeigte sich bei ihm früh eine Hinwendung zu einem strengeren und enthaltsameren Leben. Bereits in seiner Jugend begann er, sich einer bewussten asketischen Disziplin zu unterwerfen.

Nach dem Abschluss des Gymnasiums in Brad schrieb er sich im Herbst 1929 an der Theologischen Akademie in Sibiu ein. Dort fiel er nicht nur durch seine geistigen Fähigkeiten auf, sondern ebenso durch Bescheidenheit, Geduld, Schweigsamkeit, Enthaltsamkeit und Fasten. Während dieser Jahre reifte in ihm zunehmend die Berufung zum Mönchtum. Er selbst berichtete später, dass ihm die Schönheit des monastischen Lebens immer deutlicher geworden sei und er danach verlangt habe, besonders dessen mystische und geistliche Dimension tiefer kennenzulernen. Nach Abschluss seiner theologischen Studien erkannte Metropolit Nicolae Bălan von Siebenbürgen seine außergewöhnlichen Begabungen und ermöglichte ihm eine weitere Ausbildung an der Akademie der Schönen Künste in Bukarest, wo er bei bedeutenden Künstlern seiner Zeit Malerei studierte.

Sein eigentliches Ziel blieb jedoch das monastische Leben. Mit dem Segen des Metropoliten führte ihn sein Weg auch auf den Heiligen Berg Athos, wo er das Leben und die geistliche Überlieferung des orthodoxen Mönchtums unmittelbar kennenlernen konnte. Diese Erfahrung vertiefte seine asketische Ausrichtung und insbesondere sein Interesse an der hesychastischen Tradition und dem inneren Gebet. Nach seiner Rückkehr nach Rumänien kam er zum Kloster Sâmbăta de Sus, der Stiftung des heiligen Fürsten Constantin Brâncoveanu. Dort empfing er die Mönchsweihe und erhielt den Namen Arsenie. Später wurde er zum Diakon und schließlich zum Priester geweiht.

In Sâmbăta de Sus entfaltete sich jene geistliche Tätigkeit, durch die der heilige Arsenie bald weit über die Grenzen des Klosters hinaus bekannt wurde. Seine Predigten, seine geistliche Führung und sein asketisches Leben zogen immer mehr Menschen an. Die Gläubigen suchten ihn zur Beichte, zum Gebet und um geistlichen Rat auf. Dabei betrachtete er den Dienst eines geistlichen Vaters keineswegs als persönliche Auszeichnung. Er war vielmehr davon überzeugt, dass derjenige, der den Menschen den Willen Gottes verkünden wolle, zuerst seinen eigenen Willen überwinden müsse.

In diesen Jahren war Arsenie auch eng mit dem heiligen Priesterbekenner Dumitru Stăniloae verbunden. Bei der Übersetzung und Herausgabe der ersten Bände der rumänischen Philokalie leistete er nach dem offiziellen Synaxar „entscheidende Hilfe“. Er schrieb nach dem Diktat seines früheren Professors und kümmerte sich außerdem um die Listen der Abonnenten, deren Beiträge die Veröffentlichung der Bände ermöglichten. Damit war seine Tätigkeit unmittelbar mit jenem Werk verbunden, das die patristische und hesychastische Überlieferung im rumänischen kirchlichen Leben des 20. Jahrhunderts in besonderer Weise erneuerte.

Durch sein Leben und seine Verkündigung trug Arsenie selbst wesentlich dazu bei, den Geist der Philokalie unter den Gläubigen wieder lebendig werden zu lassen. Im Herbst 1948 wurde er in das alte Kloster Prislop bei Hațeg geschickt. Das Kloster, in dem einst der heilige Ioan von Prislop gelebt hatte, war damals weitgehend verlassen und musste neu aufgebaut werden. Für Arsenie, der die Hesychia und das zurückgezogene Gebetsleben liebte, wurde Prislop zu einem besonders wichtigen Ort seines geistlichen Wirkens.

Schon bald kamen auch dorthin zahlreiche Menschen, um seinen Rat und seine Gebete zu suchen. Sein Ruf verbreitete sich im ganzen Land. Zu den Mönchen, die mit ihm verbunden waren, gehörte der heilige Dometie von Râmeț. Am Fest der Kreuzerhöhung, dem 14. September 1949, empfing Dometie im Kloster Prislop aus den Händen des heiligen Arsenie die Mönchsweihe; sein geistlicher Pate war der heilige Serafim von Sâmbăta de Sus. Auch der heilige ehrwürdige Bekenner Sofian von Antim war bei dieser Mönchsweihe anwesend. Selbst der heilige Cleopa von Sihăstria, damals Abt des Klosters Slatina, kannte den Ruf Arsenies und brachte 1950 in einem Brief seinen Wunsch zum Ausdruck, aus der Quelle seiner von Weisheit erfüllten Worte zu schöpfen.

Die kommunistische Herrschaft betrachtete die außerordentliche Wirkung Arsenies auf die Bevölkerung zunehmend mit Misstrauen. Die große Zahl der Menschen, die ihn aufsuchten, und sein geistlicher Einfluss machten ihn für das atheistische Regime verdächtig. Er wurde überwacht, verhört und wiederholt seiner Freiheit beraubt. Die Verfolgungen konnten jedoch seine innere Haltung nicht brechen. Gerade in diesen Jahren erwies er sich als Bekenner des Glaubens, der Bedrängnis und Erniedrigung ertrug, ohne sich von seinem monastischen und geistlichen Weg abzuwenden.

Schließlich wurde ihm die Möglichkeit genommen, sein monastisches und priesterliches Leben öffentlich fortzuführen. Auch unter diesen Umständen blieb Arsenie jedoch innerlich Mönch. Er besuchte die Kirche in weltlicher Kleidung, vergoss während der Göttlichen Liturgie viele Tränen und hielt in seiner Wohnung weiterhin seine monastische Gebetsregel. Zugleich verfasste er geistliche Betrachtungen und theologische Texte. Nach dem Zeugnis des Synaxars beklagte er sich trotz des ihm widerfahrenen Unrechts niemals und sprach selbst über diejenigen, die ihm Leid zufügten, kein böses Wort.

Eine neue Form seines kirchlichen Dienstes fand er in der Kirchenmalerei. Durch die Fürsorge des Patriarchen Justinian Marina konnte er als Maler tätig sein. Er arbeitete unter anderem an der Kirche des heiligen Eleftherios in Bukarest, an der Kirche der heiligen Paraskeva in Bogata-Olteană und in der Malerwerkstatt des Schitul Maicilor in Bukarest. Sein umfangreichstes Werk entstand jedoch in der Kirche des heiligen Nikolaus in Drăgănescu. Siebzehn Jahre lang arbeitete er dort und stattete die Kirche vollständig mit Malereien aus. Seine theologische Bildung und sein geistliches Denken fanden auf diese Weise auch bildlichen Ausdruck.

In seinen letzten Lebensjahren zog sich der heilige Arsenie nach Sinaia zurück. Obwohl ihm die äußere Gestalt seines früheren klösterlichen Wirkens genommen worden war, setzte er dort sein Leben des Gebetes und der Askese fort. Am 28. November 1989, dem Gedächtnis des heiligen ehrwürdigen Märtyrers Stephan des Neuen, entschlief Arsenie im Herrn und wurde auf eigenen Wunsch am 4. Dezember 1989 beim Kloster Prislop bestattet. Sein Grab wurde bald zum Ziel zahlreicher Pilger, die sein Andenken ehren und seine Fürsprache suchen.

Am 4. Februar 2025 wurde er gemeinsam mit fünfzehn weiteren Neumärtyrern und Bekennern vom Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Die feierliche Proklamation wurde am 28. November 2025, an seinem Festtag, im Kloster Prislop vollzogen.

Quelle: Rumänisches Patriarchat: Sinaxar – Sfântul Cuvios Mărturisitor Arsenie de la Prislop, in: Concursul Național „Icoana ortodoxă – lumina credinței“, ediția a XIV-a, 2025.

Gebete

Troparion (1. Ton)

Ehrwürdiger Vater Arsenie, Bekenner des rechten Glaubens, weiser Führer der Gläubigen auf dem Königsweg und Wundertäter, der du in schweren Zeiten geleuchtet hast, bitte Christus, unseren Gott, unsere Seelen zu erretten.

Kondakion (8. Ton)

Als Engel auf Erden hast du gelebt und in der Liebe geleuchtet, ehrwürdiger Arsenie, du großer Führer der Mönche, treuer Wegweiser zum heiligen Leben und schneller Helfer für alle in Not und Bedrängnis. Darum rufen wir dir zu: Freue dich, heiliger ehrwürdiger Vater Arsenie, Wegweiser auf dem Pfad des Reiches!

aus dem Rumänischen übersetzt