Dometie der Barmherzige von Râmeț

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Ikone anlässlich seiner Verherrlichung am 4. Februar 2025 in Bukarest
Schrein mit den Reliquien des hl. Dometie des Barmherzigen im Kloster Râmeț.
Gemeinsame Ikone mit seiner Mutter der ehrwürdigen Filotimia

Gedächtnis: 6. Juli

Der heilige Dometie der Barmherzige von Râmeț (1924–1975) gehört zu den bedeutenden rumänischen geistlichen Vätern des 20. Jahrhunderts. Als Priestermönch, Abt und geistlicher Vater widmete er sein Leben der Erneuerung des monastischen Lebens und dem Dienst an seinen Mitmenschen. Besonders bekannt wurde er durch seine aufopfernde Tätigkeit im Kloster Râmeț in Siebenbürgen, wo er zahlreichen Gläubigen als Beichtvater und geistlicher Ratgeber zur Seite stand. Seine außergewöhnliche Barmherzigkeit, seine tiefe Demut und seine Bereitschaft, selbst auf das Notwendigste zu verzichten, machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einem Vorbild christlicher Nächstenliebe.

Vita

Dometie der Barmherzige wurde am 13. Oktober 1924 in der Gemeinde Bălănești im Kreis Buzău geboren und erhielt bei der Taufe den Namen Stelian. Er war das vierte von zwölf Kindern der gläubigen Eheleute Ioan und Filofteia Manolache. Die Familie war tief im orthodoxen Glauben verwurzelt. Sein älterer Bruder Gheorghe wurde Kirchensänger, sein jüngerer Bruder Mihai Priester, während seine Schwester Eugenia in das Kloster Râmeț eintrat und den monastischen Namen Eudoxia erhielt. Nach dem Tod ihres Ehemannes schloss sich auch seine Mutter Filofteia der Klostergemeinschaft von Râmeț an und empfing bei ihrer Mönchsweihe am 30. April 1974 aus den Händen ihres eigenen Sohnes Dometie den Namen Filotimia.

Schon in seiner Kindheit zeigte Stelian eine besondere Liebe zu Gott und den Wunsch, sein Leben dem kirchlichen Dienst zu widmen. Zugleich zeichnete er sich durch großes Mitgefühl gegenüber leidenden und hilfsbedürftigen Menschen aus.

1937 schloss er die siebenjährige Schulausbildung in Târlele Filiului im Kreis Brăila ab. Anschließend besuchte er das Theologische Seminar in Buzău, das er 1945 als Jahrgangsbester absolvierte. Im selben Jahr begann er sein Studium an der Orthodoxen Theologischen Fakultät in Bukarest, das er 1949 abschloss. Zu seinen bedeutendsten Lehrern gehörte der heilige Priesterbekenner und Theologe Dumitru Stăniloae, unter dessen wissenschaftlicher Betreuung er sowohl seine Abschlussarbeit als auch seine zwischen 1972 und 1975 vorbereitete Doktorarbeit verfasste. Die Verbindung zu diesem bedeutenden orthodoxen Theologen begleitete ihn somit über viele Jahre und prägte seine theologische Ausbildung.

Am 6. August 1949 empfing Stelian im Kloster Hodoș-Bodrog in der Diözese Arad die Diakonatsweihe. Bereits am folgenden Tag, dem 7. August, wurde er von Bischof Andrei Magieru in der Bischofskathedrale von Arad zum Priester für das Kloster Prislop geweiht.

Im Kloster Prislop fand er im heiligen Arsenie von Prislop einen bedeutenden geistlichen Lehrer, unter dessen Führung er seine monastische Berufung vertiefte. Am 14. September 1949, dem Fest der Kreuzerhöhung, empfing er aus dessen Händen die Mönchsweihe. Sein Mönchspate war der heilige Serafim von Sâmbăta de Sus. Die beiden geistlichen Väter bestimmten für ihn den Namen Dometie, zur Erinnerung an den rumänischen Athosmönch Dometie Trihenea, einen Hesychasten und hervorragenden Protopsaltis, den sie während ihrer eigenen monastischen Ausbildung auf dem Heiligen Berg Athos kennengelernt hatten. Bei dieser Mönchsweihe waren auch der heilige Sofian von Antim und weitere Mönche anwesend.

Die geistliche Verbundenheit zwischen Dometie und Arsenie zeigte sich auch in den folgenden Jahren. Als der heilige Arsenie 1950 von den kommunistischen Behörden verhaftet wurde, übernahm Vater Dometie die Leitung des Klosters Prislop und setzte die dortige monastische Arbeit unter den schwierigen Bedingungen der kommunistischen Verfolgung fort. Er blieb bis 1952 Abt des Klosters, bevor er als Abt in das Kloster Afteia-Cioara versetzt wurde, eine alte Gründung des heiligen Bekenners Sofronie von Cioara.

Am Fest der Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin im Jahr 1952 wurde Vater Dometie von einem Gläubigen gewarnt, dass die kommunistischen Behörden ihn überwachten und nach der Göttlichen Liturgie verhaften wollten. Daraufhin begann er den Gottesdienst früher als gewöhnlich und zog sich anschließend in den Wald zurück, wo er inständig zu Gott betete, vor seinen Verfolgern verborgen zu bleiben. Obwohl die Männer, die ihn suchten, von Hunden begleitet wurden, gingen sie in der Nähe der Ortschaft Vinerea an ihm vorbei, ohne ihn zu entdecken. Vater Dometie konnte daraufhin im Kloster Ciolanu im Kreis Buzău Zuflucht finden.

Von dort aus rief er seine geistlichen Schülerinnen zu sich und sorgte dafür, dass sie in die Klostergemeinschaften von Rătești und Barbu aufgenommen wurden. Er selbst wurde zum Studienleiter und Lehrer an den monastischen Schulen der Klöster Ciolanu, Rătești und Barbu ernannt. Diesen Dienst übte er bis 1957 aus, als er zum priesterlichen Dienst an die Bischofskathedrale von Buzău berufen wurde.

Er trug schon lange den Wunsch in sich, das monastische Leben in Siebenbürgen zu fördern und insbesondere eine Gemeinschaft von Nonnen aufzubauen. Er bat deshalb um den Segen des Metropoliten Nicolae Bălan zur Gründung eines Frauenklosters. Der Metropolit riet ihm jedoch, anstelle einer Neugründung eines der bereits bestehenden Klöster wiederzubeleben.

Nach längerer Suche entschied sich Vater Dometie für das alte Kloster Râmeț in den Apuseni-Bergen. Gemeinsam mit seinen geistlichen Schülerinnen bemühte er sich um die Erneuerung dieser monastischen Stätte. Da er zunächst noch Verpflichtungen in der Diözese Buzău zu erfüllen hatte, mussten die Nonnen zeitweise ohne ihn auskommen. Er blieb jedoch durch Briefe mit ihnen verbunden und besuchte sie, sooft es ihm möglich war.

Im Jahr 1958 wurde Vater Dometie zunächst in das Kloster Piatra Fântânele im Kreis Bistrița-Năsăud versetzt und anschließend zum Abt des Klosters Dragomirești ernannt. Wenig später wurde er als geistlicher Vater in das Kloster Râmeț entsandt, wo er bis zu seinem Lebensende wirkte.

In Râmeț entfaltete der heilige Dometie eine außergewöhnlich segensreiche seelsorgerliche Tätigkeit. Durch seine Liebe, Geduld und Aufopferung wurde er zu einem weithin geschätzten Beichtvater, den zahlreiche Gläubige aus den umliegenden Dörfern und aus weiter entfernten Gegenden aufsuchten. Gegenüber anderen Menschen zeigte er große Nachsicht und Barmherzigkeit, während er mit sich selbst außerordentlich streng war. Besonders an den großen kirchlichen Festtagen und zum Patronatsfest des Klosters nahm er oftmals Tag und Nacht die Beichte der Gläubigen ab.

Seine eigene Bequemlichkeit bedeutete ihm wenig. Wenn Pilger im Kloster übernachteten, überließ er ihnen seine Zelle und suchte sich selbst einen einfachen Platz zum Schlafen. Häufig ruhte er nur wenige Stunden auf einem Stuhl, manchmal auf dem Dachboden oder im Glockenturm. Ihm war vor allem wichtig, dass die Menschen, die das Kloster aufsuchten, Unterkunft, Nahrung und geistlichen Trost fanden.

Eine besondere Gnadengabe besaß Vater Dometie darin, zerstrittene Menschen miteinander zu versöhnen. Viele Familien baten ihn um Hilfe, wenn sie sich in schweren Konflikten oder Lebenskrisen befanden. Ohne Rücksicht auf die Entfernung oder die Mühen des Weges machte er sich auf, um ihnen beizustehen. Selbst schlaflose Nächte hielten ihn nicht davon ab, Menschen in ihrer Not zu trösten.

Sein persönliches Leben war von äußerster Einfachheit geprägt. Nach einem langen Tag voller Arbeit und seelsorgerlicher Verpflichtungen kehrte er in eine bescheidene Zelle zurück, die er mit zwei weiteren Mönchen teilte. Weltliche Güter besaßen für ihn keinen Wert. Was ihm Gläubige schenkten, gab er nahezu vollständig an Bedürftige weiter.

Nicht selten hatte er schließlich selbst nichts mehr, was er verschenken konnte, und bat die Nonnen um Kleidungsstücke oder andere Dinge, um damit armen Menschen zu helfen. Lieber verzichtete er auf seine eigenen Schuhe, sein Hemd oder seinen Wintermantel, als einen Hilfsbedürftigen ohne Unterstützung fortgehen zu lassen.

Während der Wintermonate entdeckten die Nonnen gelegentlich barfüßige Fußspuren im Schnee, die zu seiner Zelle führten. Dann wussten sie, dass Vater Dometie wieder einmal seine Schuhe einem Bedürftigen geschenkt hatte.

Diese grenzenlose Barmherzigkeit war Ausdruck seiner tiefen Liebe zu Christus, den er in jedem leidenden Menschen erkannte. Durch seine Demut, sein Gebet und seine geistliche Unterscheidungsgabe wurde er für viele Gläubige zu einem weisen Wegweiser auf dem Weg des Heils. Der kirchlichen Überlieferung zufolge war er auch mit der Gnadengabe der Vorausschau und der Wundertätigkeit gesegnet.

Am 6. Juli 1975 vollendete der heilige Dometie sein irdisches Leben durch einen letzten Akt aufopfernder Nächstenliebe. Nach schweren Überschwemmungen war er gemeinsam mit einigen Nonnen unterwegs, um Lebensmittel für die Klostergemeinschaft zu beschaffen. Auf dem Rückweg verteilte er die Säcke mit Lebensmitteln unter den Nonnen, nahm jedoch selbst die schwerste Last auf sich. Während er seine geistlichen Töchter auf dem Weg begleitete und anleitete, verließen ihn infolge der großen körperlichen Anstrengung die Kräfte. In der Nähe des Klosters Râmeț musste er stehen bleiben und setzte sich auf das Gras. Dort entschlief er im Herrn, umgeben von seinen geistlichen Schülerinnen. So endete sein Leben, das ganz dem Dienst an Gott und den Menschen gewidmet gewesen war, mit einem letzten Zeugnis seiner selbstlosen Liebe. Der heilige Dometie wurde auf dem Friedhof des Klosters Râmeț beigesetzt. Die Begräbnisfeier fand am 10. Juli 1975 unter der Leitung von Vikarbischof Emilian Rășinăreanul statt. Tausende Gläubige waren gekommen, um von ihrem geliebten geistlichen Vater Abschied zu nehmen. Sein Andenken blieb unter den Nonnen und Gläubigen lebendig, die ihn bereits zu Lebzeiten als einen außergewöhnlichen geistlichen Vater verehrt hatten.

Am 4. Februar 2025 wurde er gemeinsam mit fünfzehn weiteren Neumärtyrern und Bekennern vom Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Am 18. März 2025 wurden seine Reliquien feierlich erhoben und in die Klosterkirche übertragen. Die lokale Proklamation erfolgte am 6. Juli 2025 im Kloster Râmeț.

Quellen: Rumänisches Patriarchat: Sinaxar – Sfântul Cuvios Dometie cel Milostiv de la Râmeț, in: Concursul Național „Icoana ortodoxă – lumina credinței“, ediția a XIV-a, 2025, Anexa 2; Doxologia: Viața Sfântului Cuvios Dometie cel Milostiv de la Râmeț.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Als Wegweiser der Mönche, der Nonnen und der Laien haben wir dich stets erkannt und ehren dich von Herzen. Helfer der Bedürft’gen allen, Vorbild wahrer Barmherzigkeit, heil’ger, ehrwürdiger Vater Dometie, bitte für unsere Seelen!

Kondakion (3. Ton, nach: Heut‘ gebiert die Jungfrau...)

Du hast dem Herrn aller von Jugend an gedient, Vater Dometius, mit selbstloser Hingabe; du hast dich als Erneuerer von Râmeț erwiesen, ein guter Lehrer warst du für die Mönche und für alle Gläubigen ein Wegweiser und ein Vorbild der Barmherzigkeit.

aus dem Rumänischen übersetzt