Sofian (Boghiu) von Antim

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Ikone anlässlich seiner Verherrlichung am 4. Februar 2025 in Bukarest
Reliquienschrein in der Klosterkirche Antim

Gedächtnis: (3. September) 16. September

Der heilige ehrwürdige Bekenner Sofian von Antim (1912–2002) war ein rumänischer Priestermönch, Ikonenmaler und langjähriger Abt des Klosters Antim in Bukarest. Als geistlicher Vater und Seelsorger führte er zahlreiche Menschen zu einem vertieften Glaubensleben. Wegen seiner Verbindung zur geistlichen Bewegung „Brennender Dornbusch“ wurde er während der kommunistischen Kirchenverfolgung verhaftet und inhaftiert. Trotz der erlittenen Verfolgung blieb er seinem monastischen und seelsorglichen Auftrag treu.

Vita

Er wurde am 7. Oktober 1912 im Dorf Cuconeștii Vechi in Bessarabien als Sohn von Ioan und Alexandra Boghiu geboren und erhielt bei der Taufe zu Ehren des heiligen Sergius von Radonesch den Namen Serghei. Schon als Kind liebte er das Gebet in der Stille und die Gottesdienste der Kirche. Im Herbst 1926, im Alter von vierzehn Jahren, trat er als Novize in die Skite der Heiligen Dreiheit von Rughi bei Soroca ein. Dort lernte er während zweier Jahre den monastischen Gehorsam, die Liebe zu den Gottesdiensten und die geistliche Lesung kennen. Bischof Visarion Puiu von Hotin wurde auf den jungen Serghei aufmerksam, nahm ihn als Schüler zu sich und sandte ihn schließlich an die Kirchensängerschule des Klosters Dobrușa, die er von 1928 bis 1932 besuchte. Zugleich arbeitete er in der dortigen Ikonenwerkstatt. Anschließend studierte er am monastischen Seminar des Klosters Cernica, wo er durch geistliche Väter geprägt wurde, die in der paisianischen Tradition standen.

Am 25. Dezember 1937 empfing Serghei im Kloster Dobrușa die Mönchsweihe und erhielt den Namen Sofian. Am 6. August 1939 wurde er in Bălți zum Hierodiakon geweiht. Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Jahr 1940 überquerte er gemeinsam mit anderen bessarabischen Mönchen den Pruth und schloss sich zunächst der Gemeinschaft des Klosters Căldărușani an. In Bukarest studierte er an der Akademie der Schönen Künste und an der Theologischen Fakultät. Sein theologisches Studium schloss er mit einer Arbeit über das Antlitz des Erlösers in der Ikonographie ab. Während seiner Studienzeit trat er in die Gemeinschaft des Klosters Antim ein, wo er sich sowohl im Gottesdienst und im klösterlichen Alltag als auch bei den Restaurierungsarbeiten einbrachte.

Am Sonntag des heiligen Johannes Klimakos im Jahr 1945 wurde Sofian zum Priestermönch geweiht. In jener Zeit begannen im Kloster Antim die geistlichen Zusammenkünfte der hesychastisch geprägten Bewegung „Rugul Aprins“ („Brennender Dornbusch“), der Geistliche, Mönche und orthodoxe Intellektuelle angehörten. Ihr besonderes Anliegen war die Vertiefung des geistlichen Lebens und die Übung des Herzensgebetes. Sofian gehörte zu den bedeutenden Teilnehmern dieser Bewegung. Im Jahr 1947 wurde er zum geistlichen Vater und Protosinghel ernannt und erhielt zugleich die kirchliche Anerkennung als Kirchenmaler. Einige Jahre unterrichtete er am monastischen Seminar des Klosters Neamț. 1950 wurde er zum Abt des Klosters Antim bestellt und sorgte dort sowohl für die Fortführung der Restaurierungsarbeiten als auch für das gottesdienstliche und gemeinschaftliche Leben des Klosters in einer für die Kirche schweren Zeit. Nach Abschluss der Ausmalung der Kapelle des Klosters Antim wurde er 1951 zum Archimandriten erhoben.

Im Juni 1954 nahm er den ehrwürdigen Cleopa Ilie für zwei Wochen in die Gemeinschaft von Antim auf, nachdem dieser auf patriarchale Einladung aus den Wäldern der Bukowina nach Bukarest gekommen war. Noch im selben Jahr wurde Sofian zum Abt des Klosters Plumbuita bestellt, wo er die Restaurierungsarbeiten zu Ende führte. Daneben widmete er sich weiterhin der Kirchenmalerei und malte unter anderem die Kirchen der Klöster Saon und Negru Vodă aus.

Im Juni 1958 wurde der heilige Sofian gemeinsam mit zahlreichen anderen Angehörigen der Bewegung „Rugul Aprins“ von den kommunistischen Machthabern verhaftet. Er wurde zu sechzehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt und durchlief die Gefängnisse von Bukarest, Jilava, Aiud und Galați sowie die Straflager in der Balta Brăilei. Die Jahre der Gefangenschaft wurden für ihn zu einer schweren Glaubensprüfung, die er in Gebet und Geduld ertrug. Später bezeichnete er selbst das Gefängnis als eine Schule des Gebetes, der Geduld und der Vergebung. Nach sechs Jahren und 43 Tagen Haft wurde er 1964 freigelassen.

Nach seiner Freilassung kehrte Sofian zunächst nach Plumbuita zurück und arbeitete als Kirchenmaler in den Werkstätten des Rumänischen Patriarchats sowie als Restaurator verschiedener Kirchen in Bukarest. 1968 setzte Patriarch Justinian ihn erneut als Abt des Klosters Antim ein. Unter seiner Leitung gewann das Kloster seine frühere geistliche und missionarische Bedeutung zurück. Gemeinsam mit seinen Schülern malte Sofian zahlreiche Kirchen aus und schuf Ikonen und Ikonostasen. Zu seinen Arbeiten gehörten Kirchen in Bukarest und anderen Teilen Rumäniens sowie drei Kirchen im Libanon und in Syrien. Darüber hinaus fertigte er häufig unentgeltlich Entwürfe und Planungen für die Ausmalung zahlreicher Kirchen an.

Noch stärker als durch seine künstlerische Tätigkeit wurde der heilige Sofian als geistlicher Vater bekannt. Im Kloster Antim nahm er sich unermüdlich der Menschen an, hörte oftmals bis spät in die Nacht Beichten und trug ihre Sorgen mit großer Geduld mit. Er mahnte seine geistlichen Kinder zum Gehorsam gegenüber ihren geistlichen Vätern und der kirchlichen Hierarchie sowie zur Bewahrung der kirchlichen Einheit und Ordnung. Durch seine Predigten, seine seelsorgerische Tätigkeit und die geistliche Begleitung zahlreicher junger Menschen prägte er auch viele spätere Geistliche. Zugleich kümmerte er sich um Bedürftige und Notleidende. Das Kloster Antim entwickelte sich unter seinem Wirken zu einem bedeutenden geistlichen Mittelpunkt Bukarests. Der ehrwürdige Cleopa Ilie nannte Sofian wegen seines Wirkens den „Apostel von Bukarest“.

Im hohen Alter trug der heilige Sofian seine zunehmenden körperlichen Beschwerden mit Geduld und Gebet. Am 14. September 2002, dem Fest der Erhöhung des kostbaren und lebenspendenden Kreuzes des Herrn, entschlief er friedlich in seiner Zelle im Kloster Antim. Sein Leib wurde auf dem Friedhof des Klosters Căldărușani beigesetzt.

Bereits zu seinen Lebzeiten und besonders nach seinem Entschlafen wurde von zahlreichen Gnadengaben und wunderbaren Hilfen berichtet. Das kirchliche Synaxar nennt Heilungen von Krankheiten, Hilfe bei Kinderlosigkeit, die Gnadengabe der Vorausschau und der Unterscheidung der Geister, Hilfe für Schüler und Studenten beim Lernen sowie die Befreiung von Leidenschaften. Mehrfach soll sein Leib und sein Antlitz von Gläubigen wie auch von Nichtgläubigen vom Licht der göttlichen Gnade umstrahlt gesehen worden sein. Aufgrund seines Bekenntnisses des rechten Glaubens, seines tugendhaften Lebens, seines missionarischen Wirkens und der bezeugten Wunder nahm ihn der Heilige Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche in die Schar der Heiligen auf.

Im Juli 2024 wurden die Reliquien des heiligen Sofian aus seinem Grab im Kloster Căldărușani erhoben. Der Heilige Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche beschloss im Jahr 2024 seine Verherrlichung. Am 4. Februar 2025 wurde die feierliche Proklamation von Sofian gemeinsam mit fünfzehn weiteren Neumärtyrern und Bekennern, anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Rumänischen Patriarchats, in der Patriarchalkathedrale in Bukarest und am 16. September 2025 die lokale Proklamation im Kloster Antim feierlich vollzogen. Seine heiligen Reliquien befinden sich heute in einem Reliquienschrein im Kloster Antim und sind dort zur Verehrung ausgestellt.

Quellen: Rumänisches Patriarchat: Sinaxar – Sfântul Cuvios Mărturisitor Sofian de la Mănăstirea Antim, in: Concursul Național „Icoana ortodoxă – lumina credinței“, ediția a XIV-a, 2025, Anexa 2; Doxologia.ro: Viața Sfântului Cuvios Mărturisitor Sofian de la Antim.

Gebete

Troparion (3. Ton)

Ehrwürdiger Vater Sofian, geschickter Ikonograph der Kirche, du hast durch die Gnade des Heiligen Geistes das Bild des Erlösers in die Seelen gemalt. Du hast im Gefängnis mit allen Heiligen für den Glauben gelitten. Nun, da du im Himmel bist, bete unablässig zu Gott für uns!

Kondakion (8. Ton)

Kommt, all ihr Gläubigen, lasst uns den von Gott erleuchteten geistlichen Vater von Bukarest preisen, der in Zeiten der Verfolgung Christus bekannt, mit der Weisheit der Gnade seine Jünger geführt und die heiligen Kirchen mit wundervollen Ikonen geschmückt hat; und aus tiefstem Herzen lasst uns ihm zurufen: Freue dich, ehrwürdiger Vater Sofian, kundiger Ikonenmaler der Seelen!

Gebet zum heiligen Sofian von Antim

O heiliger und ehrwürdiger Vater Sofian, der du in deinem irdischen Leben Gott innig geliebt und Ihm mit Eifer und Hingabe gedient hast und den Menschen durch die Fülle deiner guten Werke ein Abbild der Tugenden gewesen bist; der du dich nun gemeinsam mit den Engeln und den Heiligen an der Schau Seines lichtvollen Angesichtes erfreust und Ihn unaufhörlich lobpreist: Zu dir beten wir unter Tränen und mit zerknirschtem Herzen.

Befreie uns durch deine heiligen Gebete von den vielen Versuchungen und Bedrängnissen, die über uns kommen vom Teufel, von den Menschen und von den Leidenschaften, die wider uns streiten. Allen warst du ein Vorbild durch dein geduldiges Ertragen der Prüfungen; die Kirchen Gottes hast du mit schönen Ikonen geschmückt; den Namen Christi hast du im Gefängnis bekannt; als Freund der Armen und Bedrängten hast du dich erwiesen. Darum herrschst du nun ewig mit Christus im Paradies der Wonne.

Der du die dir vom himmlischen Vater anvertrauten Talente vermehrt hast, bete für uns, dass auch wir unseren Eifer vermehren, gute Werke zu unserem Heil zu vollbringen. Der du mit Eifer das Vermächtnis des heiligen Hierarchen Antim erfüllt hast, erwecke auch in uns das Verlangen, Barmherzigkeit zu üben und den Bedürftigen beizustehen. Der du ein kundiger geistlicher Vater warst und viele vom Tod der Sünde aufgerichtet hast, schenke uns Weisheit im Kampf gegen die verderbenbringenden Begierden und gegen die bösen Gedanken, die über uns kommen. Der du ein Lehrer darin warst, den Nächsten nicht zu verurteilen, gewähre uns, unseren Mitmenschen mit Demut und Liebe zu begegnen.

Erleuchte unseren Weg, damit wir nicht in die trügerischen Fallstricke dieser Welt geraten, sondern mit deiner Hilfe auch der unaussprechlichen Schönheit des abendlosen Lichtes teilhaftig werden und zur ewigen Ruhe und Freude des Himmelreiches gelangen, wo wir den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist verherrlichen mögen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amin.

aus dem Rumänischen übersetzt