Serafim der Geduldige von Sâmbăta de Sus

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Ikone des hl. Serafim des Geduldigen anlässlich seiner Verherrlichung am 4. Februar 2025 in Bukarest
Reliquienschrein des hl. Serafim in der Klosterkirche

Gedächtnis: 20. Dezember

Der heilige Serafim von Sâmbăta de Sus (1912–1990), der den Beinamen „der Duldsame“ trägt, gehört zu den bedeutenden rumänischen geistlichen Vätern des 20. Jahrhunderts. Sein Leben war von großer Demut, Sanftmut, Geduld und beständigem Gebet geprägt. Als langjähriger Abt des Klosters Sâmbăta de Sus wirkte er nicht nur am Wiederaufbau und an der Festigung der monastischen Gemeinschaft mit, sondern wurde auch zum geistlichen Vater zahlreicher Gläubiger, die ihn wegen seiner Beichtseelsorge, seines Rates und seines Gebetes aufsuchten. Zugleich gehörte er zu jenem geistlichen Umfeld, aus dem die Erneuerung des orthodoxen monastischen und philokalischen Lebens in Rumänien im 20. Jahrhundert hervorging; dabei war er eng mit dem heiligen Dumitru Stăniloae und dem heiligen Arsenie von Prislop verbunden.

Vita

Serafim (Popescu) wurde am 27. Oktober 1912 im Dorf Totoi im Kreis Alba als Sohn von Nechifor und Catalina geboren und erhielt bei der Taufe den Namen Dimitrie. Seine Eltern waren einfache und arbeitsame gläubige Menschen, die ihm von Kindheit an die Liebe zu Gott und zum christlichen Leben vermittelten. Besonders das Vorbild seiner Mutter prägte ihn tief; später erinnerte er sich an sie als eine „Blume der Güte“ und als ein Bild vergebender Liebe. Schon als Kind fühlte er sich zu Christus und zum Gebet hingezogen und verband sein geistliches Streben mit großem Lerneifer.

Er studierte an der Theologischen Akademie Andreiană in Sibiu, wo er sich durch seine hervorragenden Leistungen und seine vorbildliche Lebensführung auszeichnete. Zugleich lebte er in großer materieller Armut. Nach Abschluss seines Theologiestudiums wurde er auf Empfehlung des heiligen Dumitru Stăniloae, der damals Rektor der Akademie war, als Sekretär angestellt. In dieser Zeit offenbarte er Metropolit Nicolae Bălan seinen schon länger gehegten Wunsch, das monastische Leben zu ergreifen und sich ganz Christus zu weihen. Bereits während seines Studiums hatte er sich mit dieser Berufung auseinandergesetzt und sich innerlich auf das monastische Leben vorbereitet.

Im November 1938 wurde er von seinem Metropoliten zum Diakon geweiht und kurz darauf auf den Heiligen Berg Athos entsandt. Der Aufenthalt auf dem Athos wurde für seine weitere geistliche Entwicklung von großer Bedeutung. Dort lernte er die athonitische Lebensweise, die monastische Disziplin sowie den Eifer und die Hingabe der Mönche für die Erkenntnis und das Leben des orthodoxen Glaubens unmittelbar kennen.

Mit dem Segen seines Metropoliten ging er anschließend für ein Jahr nach Athen, wo er die griechische Sprache erlernte und Vorlesungen an der Theologischen Fakultät besuchte. Seine erworbenen Sprachkenntnisse ermöglichten es ihm, Texte der Heiligen Väter ins Rumänische zu übertragen. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehörten der heilige Johannes Chrysostomos und der heilige Basilius der Große sowie verschiedene Väter der philokalischen Überlieferung.

Nach seiner Rückkehr nach Rumänien ließ er sich im Kloster Sâmbăta de Sus nieder, einer Stiftung des heiligen Fürsten Constantin Brâncoveanu. Dort beteiligte er sich gemeinsam mit dem heiligen Arsenie von Prislop am Wiederaufbau des Klosters während der schwierigen Jahre des Zweiten Weltkrieges. In dieser Zeit gehörten beide zum geistlichen und theologischen Umfeld des heiligen Dumitru Stăniloae und unterstützten ihn bei seiner Beschäftigung mit den philokalischen Texten.

Am 15. Januar 1941 empfing Dimitrie die Priesterweihe. Wenig später, am Fest der Lebenspendenden Quelle, wurde er zum Mönch geschoren und erhielt den Namen Serafim. Im Gehorsam gegenüber seinem Metropoliten verbrachte er anschließend ein Jahr in Deutschland und Österreich, wo er die deutsche Sprache erlernte.

1944 wurde der heilige Serafim zum Abt des Klosters Sâmbăta de Sus ernannt. Dieses Amt übte er zehn Jahre lang aus und erlebte dabei sowohl das Ende des Zweiten Weltkrieges als auch die ersten schweren Jahre der kommunistischen Herrschaft in Rumänien. Seine Sorge galt nicht allein dem äußeren Aufbau und der Verwaltung des Klosters. Vor allem bemühte er sich darum, das innere geistliche Leben der Mönche und seiner geistlichen Kinder zu ordnen und zu vertiefen.

Als geistlicher Vater zeichnete sich Serafim durch besondere Sanftmut aus. Durch seine Worte vermochte er bedrängte Menschen zu trösten, während sein Gebet ihnen in ihren Sorgen Kraft gab. Er lehrte die ihm anvertrauten Menschen sowohl durch seine Worte als auch durch sein eigenes Beispiel, dass sich in ihrem ganzen Leben zeigen müsse, dass Christus unter ihnen und in ihnen gegenwärtig ist.

Immer mehr Gläubige suchten deshalb das Kloster Sâmbăta de Sus auf, um bei Vater Serafim zu beichten, seine Gebete und seinen geistlichen Rat zu erbitten und seinen Segen zu empfangen. Er wurde zu einem Vorbild der Demut und der Liebe zu Christus, der Sanftmut und der Nächstenliebe. Diese Eigenschaften entsprangen seinem verborgenen Leben des Gebetes und seiner inneren Gemeinschaft mit Gott.

Auch nach dem Ende seines zehnjährigen Dienstes als Abt blieb der heilige Serafim dem Kloster Sâmbăta de Sus treu. Insgesamt diente er dort ein halbes Jahrhundert lang mit großer Beständigkeit und Hingabe. Sein Leben war nicht von äußerem Aufsehen geprägt, sondern von geduldigem Dienst, Gebet, geistlicher Vaterschaft und der stillen Begleitung der Menschen, die sich ihm anvertrauten. Gerade diese Haltung der Geduld und Beständigkeit kennzeichnete sein gesamtes monastisches Leben und findet ihren Ausdruck in seinem kirchlichen Beinamen „der Duldsame“.

Am 20. Dezember 1990 entschlief Serafim im Kloster Sâmbăta de Sus im Herrn und wurde am Klosterfriedhof beigesetzt.

Am 4. Februar 2025 wurde Serafim gemeinsam mit fünfzehn weiteren Bekennern und Neumärtyrern offiziell durch den Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Seine Reliquien wurden am 26. April 2025 feierlich erhoben und in die Hauptkirche des Klosters Sâmbăta de Sus übertragen. Die lokale Proklamation wurde am 16. August 2025 im Kloster Sâmbăta de Sus (Mănăstirea Brâncoveanu) vollzogen.

Quelle: Rumänisches Patriarchat: Sinaxar – Sfântul Cuvios Serafim cel Răbdător de la Sâmbăta de Sus, in: Concursul Național „Icoana ortodoxă – lumina credinței“, ediția a XIV-a, 2025, Anexa 2.

Gebete

Troparion (1. Ton)

Die Fackel der Tugend und den berühmten geistlichen Vater, den Lehrer der Geduld aus dem Kloster Sâmbăta de Sus, den heiligen Serafim, lasst uns, die Gläubigen, mit Lobgesängen ehren. Und wie einem weisen Vater und Fürbitter rufen wir ehrfürchtig: Ehre Dem, Dem du gedient! Ehre Dem, Der dich erleuchtet! Ehre Dem, Der dich mit wunderbaren Gaben geschmückt!

Kondakion (3. Ton)

Am Vorabend des großen und ruhmreichen Tages der Geburt des Herrn im Fleische aus der jungfräulichen Mutter ward dein Hinübergang zu den Himmeln vollzogen, du, der du mit den Seraphim singst, heiliger Vater Serafim, du an Geduld reicher in den Bedrängnissen, Zierde der Ehrwürdigen.

aus dem Rumänischen übersetzt