Zosimas von Tumane


Gedächtnis: 8. August
Der ehrwürdige Zosimas, genannt der Sinaite, war ein Mönch am heiligen Berg Sinai und lebte in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. In der Zeit der Herrschaft des Fürsten Lazar kam er gemeinsam mit anderen Mönchen aus dem Sinai nach Serbien, getragen von der Suche nach Einsamkeit, Stille und dem Gebet des Herzens.
Zosimas war ein großer Asket und Altvater, bekannt für seine geistliche Tiefe und strenge Lebensführung. Der Überlieferung nach ließ er sich als Einsiedler in einer Höhle nieder, nahe dem heutigen Kloster Tumane bei Golubac, wo er in vollkommenem Rückzug von der Welt lebte – im Gebet, Fasten und hesychastischer Betrachtung.
Einer volkstümlichen Legende zufolge wurde der Greis eines Tages versehentlich von dem jugendlichen Fürsten und Helden Miloš Obilić bei der Jagd verwundet. Dieser trug ihn in sein Haus, doch Zosimas bat ihn: „Tu mani“ („Lass mich in Ruhe“), was später als Namensgebung für das Kloster verstanden wurde. Der Ritter ließ den Sterbenden an Ort und Stelle zurück und begrub ihn dort. Aus Reue begann er mit dem Bau einer kleinen Kirche zu Ehren des Asketen, die später zum Kloster ausgebaut wurde.
Zahlreiche Wunderheilungen und geistliche Zeichen wurden dem heiligen Zosimas im Volk zugeschrieben. Am 8. August 1936 wurden bei Renovierungsarbeiten im Kloster seine unversehrten und wohlriechenden Reliquien entdeckt. Sie ruhen seither in der Klosterkirche und werden von Pilgern aus dem ganzen Land mit Ehrfurcht verehrt.
Seine Verherrlichung wurde bereits 1962 vom Heiligen Synod der Serbisch-Orthodoxen Kirche beschlossen, jedoch erst im Jahr 1992 im Rahmen eines Gedenkens an die Heiligen des Sinai offiziell vollzogen.
Quelle:
- Kloster Tumane - Sveti Zosim Tumanski (serbisch)
weitere Reliquien
Im orthodoxen Kloster Maria Schutz in St. Andrä am Zicksee befinden sich auch Reliquien des Heiligen Zosimas und Jakovos von Tumane.
Gebete
Troparion (7. Ton) - verfasst von Archimandrit Paisios (Jung)
Kommet zusammen ihr gläubigen Christen. Ehren wir gemeinsam die heiligen Reliquien unserer Väter Zosimas und Iakovos. Quellen der Gnade sind sie uns geworden. Darum lasset uns flehen: Oh, ihr treuen Mönche, seid auch uns ein Vorbild auf dem Weg zum Paradies.
Kondakion (8. Ton) - verfasst von Archimandrit Paisios (Jung)
Du heil’ge Kirche freu Dich an diesem hohen Fest, wir feiern heute die Mönche Zosimas und Iakovos. Treue Diener sind sie unserem Herren, wie einst im irdischen Leben, so auch jetzt im wahren Paradies. Ihre Gebeine sind Tau göttlicher Barmherzigkeit. Darum rufen wir: Freuet euch, wahre Diener Gottes.