Vasile von Poiana Mărului

Aus Orthpedia
Wechseln zu:Navigation, Suche
Heiliger Ehrwürdiger Vasile von Poiana Mărului
Skite von Poiana Mărului

Heiliger Ehrwürdiger Vasile von Poiana Mărului

Gedenktag: 15. April (Rumänische Orthodoxe Kirche), 25. April

Der Heilige Ehrwürdige Vasile (Basilios) von Poiana Mărului (russ.: Василий Поляномарульский, um 1692 - 25.04.1767) lebte in seiner Jugend in Russland im Moschnenski-Gebirge in der Nähe von Kiew. In den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts verließ er sein Vaterland, weil für Mönche in Russland infolge der synodalen Reform vom Peter dem Großen, die die Kirche der säkulären Macht unterworfen hatte, schwere Zeiten begonnen hatten (so wurde es u.a. Mönchen verboten, in Einsiedeleien zu wohnen). Aber auch in Polen war die Lage der orthodoxen Klöster schwer, wegen der Verfolgung seitens der Katholiken und der Uniaten.

So wie viele russische und ukrainische Mönche zog er in die Walachei, wo russische Geistliche von den zivilen und kirchlichen Verwaltungsstrukturen gerne aufgenommen wurden. Da Vasile mit der Gabe der geistlichen Weisheit gesegnet war und durch seinen Lebenswandel ein Vorbild war, sammelten sich um ihn allmählich viele Mönche.

1733 wurde unter der Leitung des Ehrw. Vasile die Poiana-Mărului-Skite zu Ehren der Geburt der Allheiligsten Gottesgeberärin errichtet. Der Ehrw. Vasile, der zum Haupt der Brüder ernannt wurde, legte für die Skite die Koinobitentum-Regeln des Hl. Basilios dem Großen und den Gottesdienstverlauf nach der Athos-Ordnung fest, so wie es auch in anderen rumänischen Klöstern üblich war. Bald wurde die Poiana-Mărului-Skite zu einem der wichtigsten geistlichen Zentren der Walachei. Unter der geistlichen Leitung des Ehrw. Vasile befanden sich elf Skiten und Einsiedeleien.

1743 kam der Rjasophor-Mönch Platon (später bekannt als der Ehrw. Paisij Welitschkowski) in die Walachei, der über drei Jahre in der Bruderschaft des Hl. Vasile lebte. Auch wenn Platon kein direkter Jünger des Starzen Vasile war und in einer anderen Skite als er lebte, wurde sein weiterer Weg weitgehend durch den Ehrw. Vasile vorgezeichnet, der seine jüngeren Brüder besuchte und diese in seinen Gespräche über das monastische Leben zu asketischen Übungen und täglichem Lesen der patristischen Schriftwerke anregte. Auch später, als Platon nach Athos ging, bleiben beide Vorkämpfer im Kontakt; so erhielt Platon regelmäßig die Werke vom Ehrw. Vasile. 1750 wurde Platon vom Hl. Vasile besucht, der ihn mit dem Kleinen Schema weihte.

Der Hl. Vasile legte seine asketischen Anschauungen in den Vorworten von Ehrw. Gregor von Sinai, Hegumen Philotheos von Sinai, Hegumen Hesychios von Jerusalem und Ehrw. Nilus von Sora dar. Diese Vorworte behandeln die Lehre über das innere Gebet. So weist der Starez z.B. auf den Irrtum der Meinung derer hin, die behaupteten, dass das innere Tun nur den Vollkommenen zustehe, die die Freiheit von Leidenschaften und die Heiligkeit erreicht haben.

1749 wurde der Hl. Vasile nach Bukarest gerufen, wo die Patriarchen von Antiochien, Alexandrien und Jerusalem mit ihm sprachen, um zu prüfen, ob seine Weisungen kanonisch richtig seien. Nach dieser Prüfung wurden seine Belehrungen über das Fasten und das innere Gebet als Erbauunungsliteratur für Mönche empfohlen.

Die Weisungen von Vater Vasile übten bedeutsamen Einfluss auf das russische und das rumänische Mönchstum. Die Heiligen Hierarchen Ignatios Brantschaninow und Theophan der Klausner schätzen ihn gleich dem Ehrw. Paisij als eine große Autorität in Fragen der Askese und einen feinfühligen Erklärer des inneren Gebets. Sie empfahlen seine Werke allen, die die Praktizierung des Jesusgebets anstrebten.