Marina, Großmärtyrerin

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Die Hl. Marina
Die Hl. Marina schlägt den Teufel
Reliquiar der Hl. Marina von Antiochien

Marina von Antiochia, (* 289 in Pisidien; † um 305) war Jungfrau und Märtyrin an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert. Im Westen wird sie Margareta genannt und zählt zu einer der 14 Nothelfern. Ihr Gedenktag ist der 17. Juli.

Vita[1]

Herkunft und Kindheit

Die Eltern der hl. Marina waren Adelige aber Heiden. Ihr Vater Edessij war Priester. Ihre Mutter starb, als Marina noch ein Säugling war, und ihr Vater gab sie einer Stillmutter, die Christin war und sie im orthodoxen Glauben erzog, ungefähr 15 Kilometer von der Stadt entfernt. Marina wuchs in der ländlichen Stille zu einem schönen Mädchen heran. Besonders schön war ihre Seele. Sie lebte zur der Zeit der Christenverfolgungen. Einmal unterhielt sich die 12-jährige Marina mit einem Christen, einem gottesfürchtigen Menschen. Durch ihn hörte sie von unserem Herrn Jesus Christus, und im selben Moment empfand ihr reines Herz wahren Glauben, und sie gewann den Herrn von ganzem Herzen lieb. Nachdem sie mehr über Ihn erfahren hatte, begann Marina in dieser schrecklichen Zeit der Verfolgungen, furchtlos vom Heiland zu predigen und verlangte danach für Ihn zu leiden und ihr Blut für den Erlöser hinzugeben. Sie wollte die Hl. Taufe annehmen, fand aber keinen Priester. Da erfuhr Marina, dass die für den Herrn erlittenen Qualen, zusammen mit dem vergossenen Blut die Hl. Taufe ersetzen, und sie verlangte nach der Bluttaufe. Als Ihr Vater erfuhr, dass die Tochter Christus liebte, begann er sie von allen Kräften seiner Seele zu hassen. Marina aber strebte, als sich der irdische Vater von ihr abwandte, von ganzem Herzen zum himmlischen Vater, und suchte nur in Ihm Unterstützung und Trost. Als Marina bereits 15 Jahre alt war ging sie einmal auf das Feld hinaus um die dort weidenden Schafe ihres Vaters zu betrachten. Auf dem Weg traf sie den Verwalter Olymbrios, ein schlimmer Verfolger der Christen. “Woher kommst du, Jungfrau? Wer ist dein Vater? Wie heißt du?“, begann er das junge Mädchen auszufragen.

Gefangennahme und Martyrium

Marina antwortete bescheiden, wessen Tochter sie ist, wie ihr Name lautet und fügte demütig hinzu, dass sie Christin sei, und nannte den Herrn ihren himmlischen Bräutigam. Als der Verwalter hörte, dass sie an Christus glaubt, befahl er sogleich den Soldaten, sie mit sich in die Stadt zu führen. Die Magd des Herrn ging mit den Soldaten und betete, dass der Herr sie in den Leiden stärke. In der Stadt angekommen übergaben die Soldaten auf Befehl des Verwalters Marina einigen ehrbaren Frauen. Zu Beginn verhielt sich der Hauptmann teilnahmsvoll dem jugendlichen Mädchen gegenüber, in der Hoffnung, dass sie sich vom Herrn lossagt und darin einwilligt mit ihm in den Ehebund einzutreten. Deshalb versuchte er am anderen Tag, als er befahl sie zum Verhör vorzuführen, Marina mit allen Mitteln dazu zu überreden den Göttern zu opfern. Aber die Braut Christi blieb unbeugsam. Als der Gewalthaber einsah, dass sie sich niemals von ihrem himmlischen Gemahl lossagen wird, verflog augenblicklich seine Anteilnahme an der jugendlichen Christin und er übergab sie schrecklichen Foltern. Marina wurde erbarmungslos mit Ruten geschlagen; so sehr, dass das Blut in Strömen aus den tiefen Wunden rann. Das Volk sah mit Teilnahme auf die jugendliche Marina, und viele weinten. Der wild gewordene Verwalter aber befahl sie mit riesigen Nägeln an einen Pfahl zu schlagen und mit eisernen Haken ihren bluttriefenden Leib zu zerreißen; Fleischbrocken fielen auf die Erde und die bloßen Knochen wurden sichtbar. Sogar der bösartige Gewalthaber bedeckte vor dem blutigen Anblick sein Gesicht mit den Händen und wendete sich ab, nicht in der Lage einem solchen Anblick standzuhalten. Nach diesen Foltern befahl er Marina in einen tiefen, finsteren Kerker zu werfen, der von dämonischen Ungeheuern besetzt war. Und hier unter der Erde, wo nicht ein Strahl des von Gott geschaffenen Sonnenlichts hinabdringt, fand sich die jugendliche Großmärtyrerin allein. “Erneuere mein Herz!”, betete die zerquälte und von den Foltern ganz erschöpfte Marina, ”Heile meinen zerrissenen Leib!” Schwarze Nacht trat auf, der Teufel begann die Braut Christi zu ängstigen. Verschleierte Hammerschläge von noch weiter unten, teilten sich verhallend mit. Die Wände des Kerkers erbebten, ein mattes Licht zeigte sich, wie feuriger Rauch, und aus diesen finsteren Flammen tauchte die höllische Schlange auf. Um ihren schrecklichen, widerlichen Leib wand sich eine zahllose Menge aller möglichen Reptilien. Dann öffnete die Schlange, sich herabneigend ihren Schlund, aus dem ein schrecklicher Gestank hervorging, und näherte sich der Heiligen, bereit sie zu verschlingen. Und mit einem Mal spürte die hl. Marina, dass sich ihr Haupt bereits in dem übelriechenden Schlund befand. Da sammelte sie alle ihre Kräfte, schrie zum Herrn, und bekreuzigte sich – und in einem Augenblick zerschmolz vor ihren Augen das Innere der Schlange, und Marina war befreit. Die Erde tat sich auf, und die Schlange, mit all ihren Reptilien verschwand in der Hölle, und die Großmärtyrerin erstrahlte in himmlischem Lichte. Erfüllt von Dankbarkeit gegen den Herrn ihren Erlöser wendete Marina ihren Blick nach Oben. In himmlischer Höhe erblickte sie ein goldenes Kreuz von blendendem Glanz. Auf der Spitze des Kreuzes saß eine schneeweiße Taube. “Freue dich Marina! Täublein Christi! Du hast den boshaften Feind besiegt! Freue dich und sei fröhlich, Tochter des oberen Jerusalem! Der Tag deines Jubels ist angebrochen. Mit den klugen Jungfrauen gehst du ein, in das Brautgemach deines Bräutigams.” So wunderschön sprach die himmlische Taube zur Taube Christi. Unbeschreibliche Freude erfasste Marinas Herz. Und in dieser Freude spürte sie auf einmal, dass sich ein Wunder an ihr vollzog. Ihr zerrissener Leib wurde in einem Moment geheilt, und in einem Augenblick wurde sie wieder gesund und wunderschön. Erfüllt von Liebe und Dankbarkeit zum Herrn wachte sie vor dem Unfassbaren in heißem Gebet. Sie bemerkte nicht wie die Nacht verfloss und der Tag anbrach. Da rief der Verwalter die Großmärtyrerin erneut aus dem Kerker. Gestern eben noch am Leben, stand sie nun in leuchtender Schönheit und Gesundheit vor ihm. Der Herrscher und das ganze Volk erstarrten vor Verwunderung. “Oh Marina!”, rief der Verwalter aus, “Wie sehr sorgen sich die Götter um dich, erzeige ihnen deine Dankbarkeit und bringe ihnen ein Opfer dar!” “Mein Herr hat mich geheilt”, antwortete die Großmärtyrerin. Da befahl der erbitterte Verwalter ein Bündel brennender Kerzen herbeizubringen und ihren entblößten Körper zu brennen. Schweigend ertrug dies die Heilige, indem sie sich mit ihrer Seele zu Gott wandte. Von den Verbrennungen wurde sie ganz schwarz, aber sie ertrug männlich alle schrecklichen Schmerzen. “Herr!”, betete sie, “Du hast mich gewürdigt durch das Feuer zu gehen. Würdige mich auch durch das Wasser der Taufe zu gehen!” Als er die Heilige vom Wasser sprechen hörte, rief der Tyrann aus: "Durst hat die Verfluchte, man muss ihr zu trinken geben! " Und sogleich trugen sie einen riesigen Zuber herbei. Die Henker banden sie und warfen sie in den Zuber, der bis unter den Rand gefüllt war. Die Heilige freute sich; ihr schien es, dass der Herr ihr Gebet erhört hatte. Sie glaubte fest, das dieses Wasser ihr die Taufe ersetzt. Aber als sie sie gerade ins Wasser gelassen hatten, erbebte plötzlich die Erde, die Schnüre am Leib der Heiligen lösten sich, das wunderschöne Haupt der Heiligen erstrahlte von himmlischem Lichte, und auf sie nieder senkte sich langsam eine weiße sonnenförmige Taube. Tiefer und tiefer schwebte die Paradiesbotin, berührte das Haupt der Großmärtyrerin und erhob sich erneut in die Höhe. Heimliche Christen, die zu diesem Zeitpunkt in der Menge standen, sahen diese Taube. Marina stand im tiefen Wasser aber ging nicht unter, sondern sang indem sie den großen Namen der Allheiligen Dreieinigkeit lobpries: Vater, Sohn und Hl. Geist. Da erschien plötzlich über der Heiligen eine feurige Säule, die bis zum Himmel reichte. Auf ihrer Spitze strahlte ein durchsichtiges Kreuz wie aus Kristall, das helle Strahlen warf. Die auffliegende Taube lies sich auf der Spitze des Kreuzes nieder, und eine Stimme wurde vernehmbar, die alle hörten: “Friede sei dir, Braut Christi Marina! Aus den Händen des Herrn empfange die unentwindbare Krone und ruhe im himmlischen Königreich!”

Bekenner im Volk und Tod

Die Menge erbebte vor dieser wunderbaren Stimme. Alle sahen Marina aus dem Wasser hervorgehen, - geheilt von den schrecklichen Verbrennungen und erstrahlend in nicht irdischer Schönheit. Eine große Anzahl des Volkes glaubte da an Christus. “Wir sind auch Christen! Auch wir sind Christen! Bereit sofort für IHN zu sterben!”, hörte man Stimmen aus der Menge. Der Eparch entsetzte sich über die große Menge der Gläubigen und befahl im Jähzorn den Soldaten ohne Erbarmen die neuen Christen zu töten. Daraufhin wandte sich die Menge zur Flucht, aber die neuen Christen blieben starkmütig und ohne zu wanken am Ort stehen, so dass an diesem Tag Fünfzehntausend umgebracht wurden. Diese Bekenner wurden mit dem eigenen Blut getauft und so in einem Augenblick von ihren Sünden gereinigt. Gekrönt mit der Märtyrertod gingen sie in die andere Welt, in die ewige Freude und Seligkeit. Dann sprach der Gewalthaber auch über Marina das Todesurteil aus. Vor der Hinrichtung betete die Großmärtyrerin lange für alle Menschen. Und plötzlich erbebte die Erde und vor Schreck erzitterte das Volk. Der verängstigte Henker fiel zu Boden. Der Herr Jesus Christus Selbst erschien vom Himmel her Seiner Braut, und rief sie in Seinen ewigen Frieden, indem Er Seine Hände ausstreckte um ihre herrliche Seele aufzunehmen. Erfüllt von unsagbarer Freude richtete Marina ihren Henker auf und bat ihn rasch die Hinrichtung an ihr zu vollziehen. Ruhig neigte sie ihr Haupt unter das Schwert. So beendete die hl. Großmärtyrerin Marina ihr Martyrium. Zeuge ihrer Leiden war der Knecht Gottes Theothim; er sah auch alle himmlischen Erscheinungen über der hl. Marina. Er schrieb alles was er gesehen und gehört hatte zum Nutzen der Gläubigen, und zur Ehre und dem Gedächtnis der geliebten Braut Christi Marina auf; zum Ruhm unseres menschenliebenden Heilandes Selbst. Ihm und dem Vater und dem Heiligen Geiste sei auch durch uns Ehre und Ruhm, jetzt und in unendliche Ewigkeiten. Amen.

Reliquien

Bis zur Einnahme Konstantinopels durch die Kreuzritter im Jahr 1204, waren die Reliquien der heiligen Großmärtyrerin im Panteponteia-Kloster. Laut anderen Quellen waren sie in Antiochia bis 908 und waren von dort nach Italien überführt worden. Heute sind sie in Athen in einer der Märtyrerin gewidmeten Kirche, ihre ehrwürdige Hand ist im Vatopädi-Kloster auf dem heiligen Berg Athos.

Patronate

In Deutschland ist die karolingische Justinuskirche in Frankfurt-Höchst seit dem 13. Jahrhundert der hl. Marina geweiht. Im saarländischen Bebelsheim wurde die hl. Marina 1809 Kirchenpatronin, nachdem dort innerhalb von 15 Jahren 40 junge Frauen nach der Geburt ihres Kindes verstorben waren.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.161f. Scan des Kapitels über die Hl. Marina. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.