Edward (Eduard), König von England und Märtyrer

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Ikone und Reliquienschrein des hl. Edward in Brookwood

Gedächtnis: 18. März

Der heilige Märtyrer Eduard, König von England, wurde um 962 geboren und regierte von 975 bis zu seiner Ermordung am 18. März 978. Er war der älteste Sohn König Edgars des Friedfertigen, unter dessen Herrschaft das kirchliche und monastische Leben in England eine bedeutende Erneuerung erfahren hatte. Edgar unterstützte dabei besonders die heiligen Bischöfe Dunstan von Canterbury, Æthelwold von Winchester und Oswald von Worcester. Über Eduards Mutter und sein genaues Geburtsjahr bestehen unterschiedliche Überlieferungen; orthodoxe Quellen nennen gewöhnlich die Zeit um 959 bis 963. Der Überlieferung zufolge wurde Eduard vom heiligen Dunstan getauft. Schon in jungen Jahren wurde er als fromm und gottesfürchtig beschrieben und galt als Wohltäter der Bedürftigen, Beschützer der Kirche und Verteidiger des christlichen Glaubens.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 975 entstand ein Streit um die Thronfolge. Ein Teil des Adels unterstützte Eduard als ältesten Sohn des verstorbenen Königs, während andere seinen jüngeren Halbbruder Æthelred, den Sohn Edgars und seiner Gemahlin Ælfthryth, auf dem Thron sehen wollten. Besonders der heilige Dunstan trat für Eduards Anspruch ein. Der noch sehr junge Eduard wurde schließlich zum König erhoben und vom heiligen Dunstan gesalbt. Die Quellen geben sein damaliges Alter unterschiedlich mit etwa dreizehn bis sechzehn Jahren an.

Eduards kurze Regierungszeit war von schweren Auseinandersetzungen um die unter seinem Vater durchgeführte Erneuerung des monastischen Lebens geprägt. Teile des Adels versuchten nach Edgars Tod, Ländereien und Besitzungen zurückzugewinnen, die den Klöstern übertragen worden waren. Eduard hielt dagegen an der Unterstützung der Kirche und der Klöster fest und stand dabei besonders dem heiligen Dunstan nahe. Die orthodoxe Überlieferung sieht in seiner Verteidigung des kirchlichen und monastischen Lebens einen wesentlichen Hintergrund der Feindschaft, die sich gegen den jungen König richtete.

Am 18. März 978 wurde Eduard bei Corfe in Dorset ermordet. Er hatte sich dorthin begeben, um seinen jüngeren Halbbruder Æthelred zu besuchen. Die ältesten Zeugnisse nennen keinen einzelnen Täter und lassen die genauen Umstände des Mordes offen. Eine frühe Überlieferung bringt Anhänger Æthelreds mit der Tat in Verbindung, während spätere Lebensbeschreibungen Eduards Stiefmutter Ælfthryth die Verantwortung zuschreiben. Nach dieser Überlieferung wurde dem auf seinem Pferd sitzenden König ein Getränk gereicht und er während des Trinkens hinterlistig erstochen; sein scheuendes Pferd habe den tödlich Verwundeten anschließend mitgeschleift. Die unmittelbare Beteiligung Ælfthryths lässt sich aus den frühesten Quellen jedoch nicht mit Sicherheit feststellen, weshalb diese Einzelheiten der späteren hagiographischen Überlieferung zuzurechnen sind.

Der gewaltsame Tod des jungen Königs wurde bereits von seinen Zeitgenossen als außergewöhnlich schweres Unrecht empfunden. Die Angelsächsische Chronik beklagt die Ermordung Eduards in ungewöhnlich eindringlicher Weise und stellt der Schande seiner Ermordung die Verherrlichung gegenüber, die ihm von Gott zuteilgeworden sei. Aus dem ermordeten irdischen König wurde in der kirchlichen Erinnerung der unschuldig leidende Märtyrerkönig.

Auch um die erste Bestattung Eduards bildete sich bald eine hagiographische Überlieferung. Sie berichtet von einem wunderbaren Licht über seinem verborgenen Leib, von der Heilung einer blinden Frau und von einer Quelle, deren Wasser Heilungen bewirkt habe. Sein Leib wurde schließlich in Wareham bestattet. Als sich seine Verehrung ausbreitete und von zahlreichen Wundern berichtet wurde, erfolgte die feierliche Übertragung seiner Reliquien nach Shaftesbury. Der mächtige Ealdorman Ælfhere von Mercia, der zuvor zu den Gegnern der monastischen Reform gehört hatte, spielte bei dieser Übertragung eine wichtige Rolle. In der kirchlichen Überlieferung wird berichtet, dass der Leib des jungen Königs unversehrt aufgefunden worden sei und sich bei der Überführung Heilungen ereignet hätten. Shaftesbury Abbey wurde daraufhin zum Mittelpunkt seiner Verehrung.

Besonders eng war mit der Verehrung Eduards seine Schwester, die heilige Edith von Wilton, verbunden, die dem monastischen Leben angehörte. Die spätere Überlieferung nennt sie unter den Teilnehmern der feierlichen Erhebung und Übertragung seiner Reliquien. In Shaftesbury verbreitete sich die Verehrung des Märtyrerkönigs rasch, und zahlreiche Wunder und Heilungen wurden seiner Fürbitte zugeschrieben.

Im Jahr 1001 wurden die Reliquien des heiligen Eduard innerhalb der Abteikirche von Shaftesbury erneut feierlich erhoben und am 20. Juni an einen ehrenvolleren Ort im Heiligtum übertragen. Auch König Æthelred, Eduards Halbbruder und Nachfolger, förderte nun dessen Verehrung. In einer königlichen Urkunde desselben Jahres bezeichnete Æthelred seinen Bruder als einen von Gott durch zahlreiche Zeichen verherrlichten Märtyrer. Im Jahr 1008 wurde schließlich angeordnet, dass das Gedächtnis des heiligen Eduard am 18. März in ganz England liturgisch gefeiert werden sollte. Seine Verehrung verbreitete sich weit über Shaftesbury hinaus, während die Abtei zu einem der bedeutenden Wallfahrtsorte des mittelalterlichen England wurde.

Über Jahrhunderte wurden die Reliquien des heiligen Eduard in Shaftesbury verehrt. Mit der Aufhebung der englischen Klöster unter König Heinrich VIII. wurde die Abtei 1539 aufgelöst und anschließend weitgehend zerstört. Der Schrein des heiligen Eduard verschwand, und der Ort seiner Bestattung geriet mit der Zeit in Vergessenheit. Die kirchliche Überlieferung nimmt an, dass die Reliquien verborgen worden waren, um sie vor der Zerstörung zu bewahren.

Im Jahr 1931 wurden bei Ausgrabungen auf dem Gelände der ehemaligen Shaftesbury Abbey menschliche Gebeine entdeckt, die John Wilson-Claridge als die wiederaufgefundenen Reliquien des heiligen Eduard ansah. Untersuchungen der Gebeine wurden als mit dem überlieferten gewaltsamen Tod eines jungen Mannes vereinbar angesehen. Wilson-Claridge bemühte sich anschließend über Jahrzehnte darum, für die Reliquien eine kirchliche Gemeinschaft zu finden, die sie als Reliquien eines Heiligen verehren und ihnen ein eigenes Heiligtum errichten würde. Schließlich erklärte sich die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland dazu bereit.

1982 wurde in Brookwood in der Grafschaft Surrey die Saint Edward Brotherhood gegründet, deren besondere Aufgabe die Betreuung des Heiligtums und der Reliquien des heiligen Eduard wurde. Im Jahr 1983 beschloss die Synode der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland, den heiligen Eduard in ihren Heiligenkalender aufzunehmen und seine Reliquien kirchlich zu verehren. Am 15. und 16. September 1984 wurden die Reliquien feierlich in der dem heiligen Eduard geweihten orthodoxen Kirche in Brookwood beigesetzt. Dort werden sie bis heute verehrt.

In der orthodoxen Überlieferung wird der heilige Eduard sowohl als Märtyrer als auch als Leidensdulder verehrt. Seine Gottesdiensttexte preisen ihn als rechtgläubigen König und strahlenden Märtyrer, der unschuldig Leiden erduldete und nach seinem Tod durch Wunder verherrlicht wurde. Seine Jugend und sein gewaltsamer Tod prägen auch seine Ikonographie: gewöhnlich wird er als bartloser junger König mit Krone, königlichem Gewand und dem Kreuz des Märtyrers dargestellt. Seine kurze Herrschaft endete durch Gewalt, doch seine Verehrung überdauerte mehr als ein Jahrtausend und verbindet heute die Heiligentradition des angelsächsischen England mit der orthodoxen Verehrung der alten Heiligen der Britischen Inseln.

Quellen: Angelsächsische Chronik; Vita sancti Oswaldi; Passio et miracula Sancti Eadwardi; Drevo-Info, „Эдуард Английский“; Rumänische Orthodoxe Erzdiözese von Großbritannien und Nordirland, „Saint Edward the Martyr, King of England“; OrthoChristian, Dmitry Lapa, „Saint Edward the Martyr, King of England“; OrthodoxWiki, „Edward the Martyr“; Saints of the Isles, „Our Holy Father Edward the Martyr, King of England“; The Orthodox Path, „Holy Martyr King Edward of England“; Saint Edward Brotherhood, Brookwood.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Das neuoffenbarte Gedächtnis des heiligen Eduard feiernd, der von alters her durch seine Tugenden erstrahlte und unschuldig Leiden erduldete, verneigen wir uns vor seinen ehrwürdigen Reliquien und rufen voll Freude: Wahrlich, wunderbar bist Du, o Gott, in Deinen Heiligen!

Kondakion (4. Ton)

Als rechtgläubiger König und strahlender Märtyrer bist du im englischen Land erstrahlt. Als die Feinde der Kirche und des Reiches über dich herfielen, erduldetest du Wunden und Schläge; bald darauf gingst du hinüber zu unserem Erlöser und wirkst nun viele Wunder an denen, die dich gläubig anrufen. Höre nicht auf, Christus, unseren Gott, anzuflehen, dein Vaterland zum orthodoxen Glauben zurückzuführen.

Hochpreisung (Megalynarion)

Wir preisen dich, heiliger Leidensdulder, König Eduard, und ehren deine heiligen Leiden, die du um Christi willen erduldet hast.