Sergius von Radonesch

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Gedenktag: 5. Juli, 7. Juli, 25. September

Leben

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Der Gründer der St. Sergius-Dreiheitslavra, der Heilige Sergius wurde im Jahre 1314 in einer Familie frommer Rostover Bojaren geboren und auf den Namen Warfolomej (Bartholomäus) getauft. Schon sehr früh erwachte in ihm der Wunsch nach einem Leben in Askese. Mit 23 Jahren, nach dem Tode seiner Eltern, zog er sich gemeinsam mit seinem älteren Bruder Stepan (Stefan) auf der Suche nach einem Leben als Einsiedler in ein Waldgebiet unweit von Radonesh zurück und auf einem flachen, dicht bewaldeten Hügel, später Makowjez genannt, baute er sich eine Mönchszelle und eine kleine Kirche zu Ehren der Heiligen Dreiheit. So wurde der Grundstein gelegt für das Kloster, welches später eins der berühmtesten in Russland werden sollte.

Das Leben allein im Walde war außerordentlich schwer; Stefan, der all die Entbehrungen nicht verkraftete, ging nach Moskau, und Bartholomäus, der seine ganze Hoffnung auf Gott setzte, blieb allein in der Einöde zurück . Ungefähr zwei Jahre arbeitete er in der Einsamkeit und übte sich in strengster Enthaltsamkeit und im Gebet.Nachdem er am 7. November 1337 zumMönch geweiht wurde, er erhielt den Mönchsnamen Sergij (Sergius), verstärkte er seine geistigen und körperlichen Anstrengungen noch mehr. Im Laufe der Zeit gesellten sich andere Mönche zu dem Heiligen, die von seinem rauen und tugendhaften Leben erfahren hatten und die ebenso inbrünstig nach einem Leben in der Einöde auf der Suche waren. Später waren es auch Bauern, die kamen, um den Rat und den Segen des Heiligen zu erbitten, und die sich in der Nähe des Klosters ansiedelten. Dazu trugen nicht zuletzt auch die leidvollen Zustände bei, die Russland während des mongolisch-tatarischen Besetzung ertragen musste, und die die Menschen dazu brachten, in die dichten Wälder zu fliehen. So bildete sich das Kloster und so entstand die Siedlung rund um es.

Auch nachdem der Heilige Sergius Abt des neu entstandenen Klosters geworden war, gab er seine strenge asketische Lebensweise nicht auf. Sein Schüler und gleichzeitig Autor seiner Vita, Epifanij Premudryj (Epiphanius der Weise), berichtet, dass der Heilige Sergius dem Wort Christi gemäß seinen Brüdern unermüdlich diente, wie „ein gekaufter Sklave“. Eigenhändig baute er drei oder vier Zellen für die Mönche, zusammen mit den anderen mahlte er Korn, buk Brot und holte Wasser von der Quelle. Indem er selbst fleißig arbeitete, erweckte er auch in den Brüdern die Liebe zur Arbeit. Mit dem eigenen Beispiel lehrte er sie Demut und Geduld.

Auf die Gebeten des Heiligen Sergius hin geschah eine Vielzahl von Wundern und Heilungen. Langsam verbreitete sich die Kunde von ihm in ganz Russland. Von überall pilgerten aktive Kirchgänger und Notleidende zu ihm, um getröstet zu werden. Schon zu seinen Lebzeiten hielt man ihn für einen Heiligen.

Mit der Zeit wuchs das von dem Heiligen Sergius gegründete Kloster, das am Anfang nur aus den zwölf ersten Mönchen bestanden hatte, immer mehr an, indem es immer Schüler und Nachfolger anzog, unter denen fast siebzig heiliggesprochen wurden. Diese gründeten in Zentral- und im nordöstlichen Russland rund 50 Klöster, die zu Stützpunkten orthodoxer Frömmigkeit und geistlicher Bildung wurden.

Erscheinung von Tauben

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Einmal betete der Heilige Sergius um seine Brüder. Es war schon später Abend. Plötzlich hört er eine Stimme: „Sergius!“. Der Heilige wunderte sich über so einen für die Nacht ungewöhnlichen Zuruf und öffnete das Fenster. Seinen Augen bot sich eine wundersame Vision dar: ein ungewöhnliches Licht ließ, vom Himmel kommend, die Finsternis der Nacht völlig verschwinden. Die Stimme wiederholte sich erneut: „Sergius! Du betest um Deine geistlichen Zöglinge, und der Herr hat dein Gebet angenommen: sieh, welch eine Schar von Mönchen haben sich im Namen der Heiligen Dreiheit unter deiner Führerschaft versammelt!“ Der Heilige schaute und sah eine Vielzahl wundervoller Vögel, die ins Kloster geflogen waren. Und wieder war die Stimme zu hören, die sprach: „So wird sich der Zahl deiner Schüler vergrößern und auch nach dir wird sie nicht geringer, wenn die Menschen deinen Wegen folgen wollen.“

Fürst Dimitrij vom Don

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Im Jahre 1380 kam der Moskauer Fürst Dimitrij Donskoj ins Dreiheitskloster zum Heiligen Sergius, um dessen Segen zu erbitten für die entscheidende Schlacht für die Verteidigung des orthodoxen Glaubens wie auch für die Befreiung der Heimat vom Joch der Mongolen-Tataren, das wie eine schwere Last seit dem 13. Jahrhundert auf Russland lag. Mit dem Segen des Heiligen, „den gottlosen Feinden“ entgegenzutreten, besiegte Fürst Dimitrij am 8. September 1380 auf dem Kulikowo Pole (Schnepfenfeld) die Tatarenhorden unter Führung von Khan Mamaj. Von dieser Zeit an nahmen die Moskauer Fürsten das Dreiheitskloster in ihre besondere Obhut.

Entschlafung

Der Heilige Sergius von Radonesh entschlief am 25. September (8. Oktober) 1392. Nach ihm wurde sein Schüler und Zellendiener der Heilige Nikon der Abt des Klosters.

Quelle & Copyright

Internetpräsenz der St. Sergius-Dreiheitslavra