Sergius-Dreiheitslavra

Aus Orthpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kirchen

Mariä-Entschlafungskathedrale

Mariä-Entschlafungskathedrale

Nach dem Muster der Maria-Entschlafenkathedrale des Moskauer Kreml baute man unter dem Zaren Iwan dem Schrecklichen und unter seinem Sohn Fjodor (Theodor) die Kirche zu Ehren des Entschlafen der Gottesmutter (1559 – 1585). Die Deckengewölbe, die Wände und die Säulen der Kirche sind mit Bildern aus der Heilsgeschichte ausgemalt. Die Mehrzahl der Fresken schildern Ereignisse, die mit dem Entschlafen Mariens verbunden sind. Die Säulen werden von Bildern besonders verehrter Heiliger geschmückt: Asketen, Märtyrer und glaubenstreue Fürsten. Die meisterhaften Ausmalungen der Kathedrale sind 1684 von heimischen und Jaroslawler Ikonenmalern ausgeführt worden, in nur einhundert Tagen. Die Gesamtfläche der Fresken beträgt über 500 Quadratmeter. Die fünfreihige Ikonostase besteht aus 76 Ikonen des 16. und 17. Jahrhunderts. An den Arbeiten zur Ikonostase nahm der Hofmaler Simon Uschakow teil. Die obere Schicht mancher Ikonen stammt aus dem 19. Jahrhundert.

In der Kathedrale ruhen die Reliquien der heilig gesprochenen Metropoliten Philaret (Drosdow, † 1867) und Innokentij (Innozenz, Weniaminow, † 1879). An der Westwand der Kathedrale befindet sich die Ruhestätte von Metropolit Makarij (Makarios, Bulgakow † 1882), der ein bedeutendes Werk zur Kirchlichen Dogmatik sowie zur Geschichte der Orthodoxen Kirche im Russland hinterlassen hat.

Pfingstkirche

Pfingstkirche

Im Jahre 1476 errichteten Bauleute aus Pskov, die zu dieser Zeit im Moskauer Kreml arbeiteten, dort, wo der Heilige Nikon 1412 eine Holzkirche zu Ehren der Dreifaltigkeit erbauen ließ, die Kirche zu Ehren des Herabkommens des Heiligen Geistes auf die Apostel (Pfingstkirche). Sie vereinigten beim Bau typische Formen sowohl der Pskower, als auch der Moskauer Bauweise. Unterhalb der Kuppel bauten sie einen offenen Glockenstand. Während der schweren polnischen Belagerung des Klosters (1608–1610) benutzte man die Pfingstkirche als Wachturm.

Die Pfingstkirche und die Dreifaltigkeitskathedrale bilden zusammen eine architektonische Einheit. Die äußere Verzierung der ersteren erinnert an die Gestaltung der Kathedrale. Obwohl wegen ihrer Proportionen die Pfingstkirche höher zu sein scheint, ist die Höhe beider Kirchen ungefähr gleich.

Die Pfingstkirche wurde 1655 ausgemalt. Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch wurden die Fresken entfernt und durch die Ölmalerei ersetzt. In dieser Kirche ruhen die Reliquien des Heiligen Maxim Grek (Maximus des Griechen, † 1556) und des Heiligen Antonij (Antonius) von Radonesh († 1877). Der Heilige Maxim Grek kam 1516 vom Athos nach Russland, um Gottesdienstbücher aus dem Griechischen zu übersetzen. Er hinterließ eine Vielzahl von Schriften, die sowohl das theologische Denken, als auch das moralische Verhalten polemisch und kritisch betrachten. Der heilige Antonij war Abt der Lawra von 1831 bis 1877.

Refektorium

Refektorium

Da zum Ende des 17. Jahrhunderts die Zahl der Mönche wesentlich zunahm, entsprach das alte Refektorium nicht mehr den Bedürfnissen des Klosters. Statt seiner wurde von 1686 bis 1692 auf Erlass von Peter I. das neue Refektorium mit der Kirche zu Ehren des Heiligen Sergius errichtet. Die Kirche wurde vom Patriarchen Ioakim (Joachim) im Jahre 1692, zur 300-jährigen Wiederkehr des Entschlafens des Heiligen Sergius geweiht.

Die üppigen dekorativen Verzierungen der Refektoriumskirche, die bunten Ausmalungen der Fassade zusammen mit reichen Schnitz- und Stuckarbeiten vereinigen sich mit der Einzigartigkeit des architektonischen Konzepts. Trotz seiner großen Grundfläche von 510 Quadratmetern hat der riesige Saal keine Säulen. Die Ausmalungen der Refektoriumskirche wurden mehrmals erneuert und geändert. Zum letzten Mal wurde sie 1911 ausgemalt.

Wie die Vita berichtet, würdigte die Allreine Gottesmutter den Heiligen Sergius und seinen Zellendiener Michej mit Ihrem Erscheinen. „Das Kloster wird nach deinem Tode zur vollen Blüte kommen“, versprach die Allheilige, der die Aposteln Petrus und Johannes folgten. Zu Ehren dieser Erscheinung wurde 1734 im Dreifaltigkeitskloster eine Kirche errichtet, die im Volksmund „Michej-Kirche“ genannt wird, denn die Kirche wurde auf dem Grab dieses Heiligen errichtet. Die Errichtung der Kirche finanzierte die russische Zarin Anna Ioannowna.

Quellenkapelle

Quellenkapelle

Der Quellenkapelle wurde Ende des 17. Jahrhunderts über einer Quelle errichtet, die bei der Sanierung der damaligen Vorhalle der Maria-Entschlafenkathedrale entdeckt wurde. Das Wasser der Quelle hat heilende Wirkung. Als erster erlangte der blinde Mönch Pafnutij sein Augenlicht wieder, dank der Wunderwirkung des Wassers. Bis heute kommen Tausende und Abertausende von Pilgern zu dieser Quelle, die so Erleichterungen in ihren Nöten und Krankheiten erfahren.

Baldachin

Baldachin

Der bunte Baldachin über der Brunnenschale mit dem Kreuz, zu dem während der warmen Jahreszeit das Quellwasser aus der Quelle gepumpt wird, ist 1872 gebaut worden.

Kirche zu Ehren der Heiligen Sossima und Sawwatij

Kirche zu Ehren der Heiligen Sossima und Sawwatij

Die Krankengemächer mit der Kirche zu Ehren der Heiligen Sossima und Sawwatij von Solowki wurde zwischen 1635 und 1638 errichtet, in der Zeit als Alexander Bulatnikow, der aus dem Solowki-Kloster ins Dreifaltigkeitskloster kam, Kelar (verantwortlich für Beschaffung der Speisen) des Klosters war.Die Gemächer waren für kranken und alte Mönche bestimmt.


Kirche zu Ehren der Gottesmutter von Smolensk

Kirche zu Ehren der Gottesmutter von Smolensk

1730 geschah im Kloster ein Wunder: ein Psalmensänger des Klosters, dessen Hände vertrocknet waren, wurde auf seine inständigen Gebete vor der Ikone der Gottesmutter von Smolensk hin geheilt, die sich, aus Stein gehauen, an der Fassade des alten Refektoriums befand, das im 15. Jahrhundert von dem berühmten Architekten Jermolin erbaut worden war. Zu Ehren dieses Heilungswunders wurde dort, wo das alte Refektorium stand, von 1746 bis 1748 auf Erlas der Zarin Elisabeth, der Tochter vom Peter I., die Smolenskaja - Kirche errichtet. Die Mittel dafür stiftete Graf Rasumowskij. Die wundertätige, in Stein gehauene Ikone wurde in die aus Holz geschnitzte Ikonostase eingefügt.

Glockenturm

Glockenturm

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden dort, wo sich früher die Gemächer des Abts befanden, die Metropolitengemächer errichtet. Heute dienen sie dem Patriarchen von Moskau und ganz Russland als Residenz während seiner Besuche im Kloster.

Der Glockenturm ist der höchste in Russland. Er wurde zwischen 1740 und 1770 nach dem Entwurf der Architekten Mitschurin und Uchtomskij gebaut und ersetzte den alten Glockenturm aus dem 17. Jahrhundert. Die Höhe des Turmes mit seinen 5 Rängen, mit Kuppel und Kreuz beträgt 88,04 Meter. Die größte Glocke wog 65 Tonnen. Die Auswahl der Glocken nach ihrem Ton und ihrer Klangfarbe galt als unübertrefflich. Vor Schließung der Lawra im Jahre 1919 zählte man 42 Glocken, heute sind davon nur 23 geblieben. Zwei neue Glocken, die zugleich die größten sind (35,5 und 27 Tonnen), wurden 2002 gegossen. Die Uhr wurde 1905 installiert.

Weitere Bauten

Die ursprüngliche Ikonostase der Smolenskaja-Kirche ging zwischen 1920 und 1930 verloren. Sie wurde 1956 durch eine ihr stilnahe Ikonostase aus der Moskauer Paraskjeva-Pjatniza-Kirche (1932 aufgelöst) ersetzt. Der Entwurf dieser Ikonostase stammte vom talentierten Architekten Uchtomskij (errichtete auch den Glockenturm der Lawra).

Im Inneren der Smolenskaja-Kirche gibt es keine Säulen. Der ganze Kirchenraum ist zur Kuppel hin offen. Ursprünglich waren die Wände hellblau gestrichen, heute ziert sie Wandmalerei aus dem 19. Jahrhundert. Heute befindet sich eine Kopie der Ikone an der Aussenwand.

Die Zarengemächer wurden Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Sie bilden zusammen mit der Refektoriumskirche ein Ensemble des russischen Frühbarocks. Die Zarengemächer waren als Residenz für die Mitglieder der Zarenfamilie bestimmt. Die feinen Stuckarbeiten und die Parkettfussböden aus wertvollen Holzsorten stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Die Kaiserin Elisabeth ließ im Kloster im Jahre 1742 ein Geistliches Seminar einrichten. Auf ihr Geheiß wurde 1744 dem Kloster der ehrenvolle Titel „Lawra“ zuerkannt.

Nach dem Umzug der Geistlichen Akademie 1814 von Moskau in die Lawra entsteht neben den Zarengemächern ein ganzer Komplex von Gebäuden, die von der Akademie genutzt werden. Auch die Zarengemächer gehören heute der Akademie.

In den Zarengemächern befindet sich das Kirchlich-Archäologische Kabinett (Museum) und die Kirche zu Ehren von Schutz und Fürbitte Mariens. Die Wandmalereien der Kirche wurde 1987-1988 von Fachkräften der Ikonenmalschule bei der Geistlichen Akademie ausgeführt.

Das Dreifaltigkeits-Kloster ist ein einmaliges Zeugnis der russischen Festungsarchitektur der 16. und 17. Jahrhunderts. Die Mauern haben drei Reihen von Schießscharten, die Türme bis zu sechs Reihen. Das Kloster wurde von Ivan dem Schrecklichen und später von Peter I. als Festung ausgebaut.

Die Torkirche zu Ehren der Geburt des Heiligen Johannes des Täufers wurde zwischen 1693 und 1699 errichtet. Heute bietet sich in ihr für jeden Pilger, der in die Lawra kommt, die Gelegenheit der Beichte.