Epiphanius von Pavia

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Epiphanius-Schrein, 12. Jhd., Hildesheim

Der Hl. Bischof Epiphanius (* 439 in Pavia; † 21. Januar 496 ebenda) war von 466 bis zu seinem Tod Bischof von Pavia und der erste westliche Heilige nach dem Hl. Martin von Tours, dem eine ausführliche Lebensbeschreibung gewidmet wurde.Sein Gedächtnis wird am 21. Januar gefeiert.

Vita

Er wurde in Pavia in einer vornehmen Familie geboren. Sein Vater hieß Maurus, seine Mutter Facaria. Die Hll. Speciosa, Luminosa und Liberata waren seine Schwestern. Unter dem Hl. Bischof Crispinus erhielt er seine Ausbildung und Erziehung und machte dabei so rasche Fortschritte, dass er bereits mit 20 Jahren zum Diakon geweiht wurde. Acht Jahre arbeitete er in diesem Amt als Stütze seines hochbetagten Lehrers und Erziehers. Nach dem Tod des Hl. Bischofs Crispinus wurde er gegen seinen Willen zu dessen Nachfolger bestellt. Als Bischof lebte er so einsam und einfach, wie er es vorher gewohnt war. Wegen seines heiligengemäßen Lebenswandels, der auch durch Wunder glänzte, wurde er bei allen Größen des Abendlandes, bei Kaisern und Fürsten berühmt. Unter diesen bemühte sich der Hl. Epiphanius, mit seiner Beredsamkeit und seiner milden Gesinnung Frieden zu stiften. Als Pavia von Odoaker zerstört worden war, baute Bischof Epiphanius die meisten Kirchen und Häuser wieder auf. Durch seine Almosen bewahrte er zahllose Arme vor dem drohenden Hungertod, und durch seinen Einfluss auf Fürsten und Könige führte er Tausende von Gefangenen in die Freiheit zurück. Im Anschluss an eine strapaziöse Reise mitten im Winter an den Hof des Burgunderkönigs Gondovadus, bei welcher er die unentgeltliche Freilassung von 6000 Italienern erwirkte, starb der Hl. Epiphanius im Jahre 496 im Alter von erst 58 Jahren an Entkräftung. 30 Jahre hatte er als Priester und Bischof gewirkt.

Unter Kaiser Otto I., der sich in Pavia zum König und in Rom zum Kaiser krönen ließ, wurden die Reliquien des Hl. Bischofs nach Hildesheim übertragen.