Wilfrid, Bischof von York und Hexham, Wundertäter von Ripon

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Gedächtnis: 12. Oktober

Der heilige Wilfrid wurde um das Jahr 634 als Sohn einer vornehmen Familie in Northumbria geboren. Schon in seiner Jugend fühlte er sich zum Dienste Gottes hingezogen und trat in Lindisfarne in das monastische Leben ein, wo er mit der asketischen Lebensweise vertraut wurde. Von dem Wunsch erfüllt, seine kirchlichen Kenntnisse zu vertiefen, begab er sich später nach Canterbury und von dort nach Rom, wo er die heiligen Stätten verehrte und sich eingehend mit der kirchlichen Ordnung und den dort gepflegten Überlieferungen vertraut machte. Auf seiner Rückreise hielt er sich drei Jahre in Lyon auf, wo er auch die Mönchsweihe empfing.

Nach seiner Rückkehr auf die Britischen Inseln wurde Wilfrid zum Abt des neu gegründeten Klosters von Ripon bestellt. Dort führte er die monastische Ordnung ein, wie sie vom ehrwürdigen Benedikt von Nursia überliefert worden war, und förderte zugleich die kirchliche Ordnung und den liturgischen Gesang, die er auf seinen Reisen kennengelernt hatte. Zu den Mönchen, die in Ripon unter seinem geistlichen Einfluss standen, gehörte auch der spätere Abt Ceolfrith von Wearmouth und Jarrow.

Im Jahre 664 nahm Wilfrid an der Synode von Whitby teil, auf der über unterschiedliche kirchliche Gebräuche, insbesondere die Berechnung des Paschafestes, beraten wurde. Mit Weisheit und großem Eifer trat er für die römische Praxis ein und verteidigte die Einheit der kirchlichen Ordnung. König Oswiu und die Synode entschieden sich schließlich für die von Wilfrid vertretene Überlieferung.

Nicht lange danach wurde Wilfrid zum Bischof von York bestimmt. Zur Bischofsweihe begab er sich erneut ins Frankenreich, wo er in Compiègne von zwölf fränkischen Bischöfen geweiht wurde. Sein Aufenthalt dort dauerte jedoch länger als erwartet, sodass während seiner Abwesenheit der heilige Ceadda zum Bischof eingesetzt wurde. Als Wilfrid im Jahre 666 nach England zurückkehrte, nahm er dies in Demut an und zog sich nach Ripon zurück.

Im Jahre 669 wurde Wilfrid wieder in sein Amt als Bischof von York eingesetzt. Nun entfaltete der heilige Hierarch eine rege Tätigkeit zur Verkündigung des Evangeliums und zum Aufbau der Kirche. Er gründete Kirchen und Klöster und ließ die Kathedrale von York vollständig erneuern. Eine besondere Bedeutung gewann Hexham, wo ihm die heilige Etheldreda Land überlassen hatte. Dort gründete Wilfrid ein Kloster und ließ eine prächtige Kirche errichten. Hexham entwickelte sich zu einem bedeutenden Mittelpunkt des kirchlichen und monastischen Lebens in Northumbria. Mit großem Eifer widmete sich der heilige Hierarch so der Festigung des kirchlichen Lebens und wurde zu einem bedeutenden Förderer des Mönchtums im Norden Englands.

Sein bischöflicher Dienst blieb jedoch nicht ohne schwere Prüfungen. Wilfrid musste vielfachen Widerstand, die zeitweilige Vertreibung von seinem Bischofssitz und mehrere Verbannungen erdulden. Dennoch hörte er niemals auf, für die Kirche zu wirken und das Evangelium zu verkünden. Selbst Gefangenschaft durch weltliche Herrscher ertrug er mit Geduld und wandte sich mehrmals nach Rom, um die gegen ihn entstandenen kirchlichen Streitigkeiten klären zu lassen.

Während einer seiner Verbannungen gelangte der heilige Hierarch nach Sussex, wo damals noch viele Menschen dem Heidentum anhingen. Dort verkündete er ihnen das Evangelium und führte viele zum christlichen Glauben und zur heiligen Taufe. Zugleich sorgte er sich um ihre leiblichen Bedürfnisse: Als das Land von großer Not heimgesucht wurde, lehrte er die Menschen den Fischfang und half ihnen dadurch, Nahrung zu gewinnen. So verband er die Verkündigung des Evangeliums mit tätiger Sorge für jene, denen er diente.

Auch in Mercia und auf der Isle of Wight wirkte Wilfrid für die Festigung und Ausbreitung des christlichen Glaubens. Er ließ Kirchen errichten und weihte Geistliche für die neu entstandenen Gemeinden. Trotz aller Widerstände und Prüfungen setzte er sein apostolisches Wirken mit großer Beharrlichkeit fort. Schließlich wurden die gegen ihn entstandenen Streitigkeiten beigelegt, und der heilige Hierarch konnte im hohen Alter nach Ripon zurückkehren.

Nach fünfundvierzig Jahren bischöflichen Wirkens verbrachte Wilfrid seine letzten Lebensjahre in seinem Kloster von Ripon. Dort entschlief er am 12. Oktober des Jahres 709 im Herrn. Sein Leib wurde in Ripon beigesetzt, und an seinem Grab ereigneten sich Heilungen. Die Kirche verehrt den heiligen Wilfrid als unermüdlichen Hierarchen und Missionar, als Förderer des monastischen Lebens und als standhaften Bekenner des christlichen Glaubens.

Quellen: Rumänisch-Orthodoxe Erzdiözese von Großbritannien und Nordirland, „Saint Wilfrid, Bishop of York, England (†12 October)“; Saints of the Isles, „Saint Wilfrid, Bishop of York and Confessor“.

Gebete

Troparion (3. Ton)

Als Hirte der Herde Christi hast du mit Eifer für die Einheit der Kirche gewirkt, und als furchtloser Verkünder hast du viele vom Irrtum zur Wahrheit geführt. O heiliger Hierarch Wilfrid, bitte den Herrn, dass unsere Seelen errettet werden.

Kondakion (2. Ton)

Die Lehren der Frömmigkeit pflanztest du und rottetest das Unkraut der Häresie und des Irrtums aus; den Samen des Glaubens nährtest du durch deine unermüdlichen Mühen und begossest ihn mit dem Schweiße deines Angesichts wie mit Regen, während du ihn mit dem Eifer des Geistes Gottes, der in dir wohnte, erwärmtest. Darum besingen wir dich ehrfürchtig, o wundersamer Hierarch Wilfrid.

aus dem Englischen übersetzt