Theodosius von Brazi, Metropolit von Moldau

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Reliquien der hll. Leontie von Rădăuți (links) und Theodosie von Brazi (rechts) im Kloster Bogdana.

Gedächtnis: 22. September

Der heilige Hieromärtyrer Teodosie († um 1694) wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Gegend von Vrancea, unweit der heutigen Stadt Panciu, geboren. Seine Eltern waren freie Landbesitzer („răzeși“) und erzogen ihn in der Frömmigkeit der Kirche. Bereits als Jüngling liebte er die Gottesdienste; mit etwa 18 Jahren trat er als Novize in Brazi ein und wurde später im Kloster Bogdana zum Mönch geschoren.

Aufgrund seiner geistigen Reife wurde Teodosie Abt des Klosters Bogdana. Der große Kanzler des Fürsten, Solomon Bârlădeanu, baute dieses Kloster auf Teodosies Anregung um 1660 aus; 1669 wurde Teodosie zum Bischof von Rădăuți berufen. Als 1671 Bischof Dosoftei Metropolit von Moldavien wurde, übernahm Teodosie den Bischofsstuhl von Roman. Nach der Flucht des Metropoliten Dosoftei (1674) wurde Teodosie—mehr gedrängt als aus eigenem Verlangen—zum Metropoliten von Moldavien erhoben. In den unruhigen politischen Verhältnissen jener Jahre widersprach er mutig den Missständen und wurde nach kurzer Zeit aus dem Amt gedrängt.

Teodosie zog sich daraufhin in seine Heimat zurück und wirkte als geistlicher Vater in den Klöstern der „Țara de Jos“ (Unterland). Aus seiner Liebe zum Mönchtum entsprang eine rege Bautätigkeit: Er erneuerte und förderte u. a. Soveja, Mera, Lepșa, Buluc, Scânteia und wurde zum (Mit-)Gründer oder Wohltäter von Brazi, Trotușanu, Mușinoaiele und Bogdana. Besonders liebte er das Kloster Brazi („bei der Kreuzstätte“) bei Panciu, wo er Kirche und Klosterzellen errichtete und einen vom Athos kommenden Abt einsetzte.

Seine Treue zur Kirche brachte ihm Verfolgungen: 1688 ließ ihn der walachische Fürst Șerban Cantacuzino nach Muntenien entführen; dort wurde er zehn Wochen lang gefangen gehalten und gequält. Dennoch kehrte er zu seinem Hirten- und Aufbauwerk zurück.

Die Krone seines Lebens war das Martyrium. Teodosie hatte Geld für neue heilige Bauten beiseitegelegt; als 1694 (nach anderen Überlieferungen zwischen 1694 und 1698) eine tatarische Horde in das Kloster Brazi einfiel, verlangten die Eindringlinge, er solle die Verstecke der kirchlichen Güter preisgeben. Der greise Hierarch weigerte sich, und man enthauptete ihn. Seine Jünger bestatteten ihn heimlich in dem verwüsteten Gotteshaus.

Mehr als ein Jahrhundert später führte die Vorsehung die frommen Pläne des Heiligen zu Ende: Der skete-Hegumen Dimitrie (ein Einsiedler aus den Buzău-Bergen) entdeckte—genau wie Teodosie es zuvor vermerkt hatte—das Gefäß mit dem für Neugründungen bestimmten Geld sowie die Reliquien des Märtyrers. Dimitrie baute Brazi und drei weitere Einsiedeleien wieder auf; 1842 fand er beim Ausheben seines eigenen Grabes in Brazi die Gebeine des Heiligen, „mit dem Haupt nach unten“, als Zeichen der Enthauptung. Diese Begebenheiten bezeugt auch das Leben des heiligen Antipa von Calapodești.

Die Verehrung des Hl. Teodosie verbreitete sich rasch; seine Reliquien wurden zu einer Quelle geistlicher Stärkung für die Gläubigen. Sie werden bis heute im Kloster Brazi bei Panciu aufbewahrt und verehrt. Auch im Kloster Bogdana werden Reliquien verehrt.

Die heilige Synode der Rumänisch Orthodoxen Kirche hat ihn am 5. März 2003 verherrlicht.

Quelle:

Gebete

Troparion (1. Ton)

Du hast dich gezeigt, heiliger Hierarch Theodosius, als stets strahlender Leuchter und großer Verteidiger der Kirche Christi. Du hast durch deinen Dienst und dein Martyrium geglänzt und dich dem Herrn aller als reinestes Opfer dargebracht; wir preisen dein Andenken und bitten Gott, unseren Seelen Frieden und große Barmherzigkeit zu schenken.

Kondakion (8. Ton)

Die Stimme des Wortes des Lebens erklang in der Kirche Christi, denn ihr Hirte erwies sich als treuer Verwalter der göttlichen Mysterien. Darum rufen der Chor der Hierarchen und die Scharen der Mönche mit einer Stimme: Freue dich, heiliger Hierarch Theodosius, unbesiegter Märtyrer Christi.

aus dem Rumänischen übersetzt