Milburgh die Wundertäterin, Äbtissin von Wenlock

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Vitenikone der hl. Äbtissin und Wundertäterin Milburgh von Wenlock

Gedächtnis: 23. Februar

Unsere ehrwürdige Mutter Milburga wurde im Jahre 664 geboren als Tochter des Königs Merewald der Magnosaete und der Königin Ermenburga, einer Enkelin des Königs Æthelberht von Kent. Ihr Vater, der durch den northumbrischen Mönch Edfrid die heilige Taufe empfangen hatte, wünschte, dass seine Töchter das monastische Leben ergreifen sollten. Als Milburga das zwölfte Lebensjahr erreicht hatte, wurde sie mit ihren jüngeren Schwestern in das Kloster Chelles in Gallien gesandt, wo sie unter der Leitung der heiligen Äbtissin Bertille in der klösterlichen Lebensweise unterwiesen wurde.

Nach sechs Jahren der Ausbildung in der Überlieferung der gallischen Klöster kehrte die selige Milburga im Alter von achtzehn Jahren nach Mercia zurück. Ihr Vater hatte für sie in Much Wenlock ein Doppelkloster gegründet, nach Regel und Brauch der großen Klöster Galliens. Der heilige Theodor, Erzbischof von Canterbury, setzte sie als Äbtissin dieses Klosters ein, das Wininicas, das Weiße Haus, genannt wurde, da es aus dem heimischen Kalkstein erbaut war.

Die Heilige leitete ihr Kloster mit Weisheit und Sanftmut und machte es gleichsam zu einem Paradies, in welchem der Herr die schönsten Blumen und die süßesten Früchte gepflanzt hatte. Unter ihrer Führung wurde das Kloster zu einem Mittelpunkt der Bildung und der missionarischen Tätigkeit; dort bestanden Schulen sowohl für Knaben als auch für Mädchen, nach dem Vorbild der großen irischen Gründungen.

Da Milburga von großer Schönheit war und auf ihren seelsorglichen Reisen oft durch ihre weitläufigen Gebiete zog, geriet sie vielfach in Gefahr durch heidnische Männer, die sie zu entehrten suchten. Doch der Herr bewahrte Seine Dienerin durch viele Wunder. Als sie in Corve Dale von einem liebestollen Fürsten verfolgt wurde, erhoben sich die Wasser hinter ihr, nachdem sie den Fluss durchquert hatte, so dass sein Pferd ihr nicht folgen konnte. In Llandemylien in Wales wurde ein heidnischer König, der gewaltsam gegen sie vorgehen wollte, durch göttliches Gericht niedergestreckt. In Stoke St. Milborough aber, als sie vor ihren Verfolgern floh, schlug ihr Maultier mit dem Huf an einen Stein, und Wasser quoll hervor; dadurch wurden ihre Verfolger aufgehalten, während sie ein Gerstenfeld segnete, das auf wunderbare Weise sogleich emporwuchs und reifte.

Bei den Bauern der Midlands war die Heilige besonders geliebt, denn sie riefen ihre Fürsprache gegen die Vögel an, die ihre Saat verwüsteten. In Wedon in Northamptonshire, als Schwärme wilder Gänse die Felder verheerten, sandte sie ihren Diener aus, damit er die irregehenden Vögel zurückbringe. Und diese kamen vor ihm her wie schuldbewusste Sünder mit gebeugtem Hals; auf das Wort der Heiligen hin zogen sie davon und kehrten nicht wieder, um den Feldern Schaden zuzufügen.

Viele Zeichen begleiteten die Gebete der seligen Milburga. Oft sah man sie von göttlichem Licht umgeben, das wie Flammen erschien; doch wurden weder sie selbst noch jene, die bei ihr waren, davon verbrannt. Einst, als ihr Schleier nass geworden war, hängte sie ihn an einen Strahl dieses himmlischen Lichtes, damit er trockne, so sehr war sie in die Betrachtung des Herrn versunken.

Nachdem die Heilige viele Jahre in guten Werken und asketischen Kämpfen zugebracht hatte, wurde sie durch lange und schmerzvolle Krankheiten geläutert. Als sie ihr Ende nahen fühlte, versammelte sie die ganze Gemeinschaft und stellte ihnen die Worte der Seligpreisungen vor Augen: „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen.“ Sie ermahnte sie, die gottesfürchtigste Schwester unter ihnen zu ihrer Nachfolgerin zu erwählen; und nachdem sie die heiligen Mysterien empfangen hatte, übergab sie ihre Seele am 23. Februar im Jahre 722 in die Hände ihres Schöpfers.

Gebete

Troparion (8. Ton)

Du hast die Liebe zur Welt verachtet und den irdischen Reichtum und Ruhm; und wurdest Christus anverlobt, dem du dein ganzes Leben dientest durch Nachtwachen und Enthaltsamkeit. Darum wurdest du würdig geehrt von deinem himmlischen Bräutigam, der dir die Krone der Herrlichkeit und die Gabe der Heilung verlieh. So flehe nun zu ihm, Mutter Milburga, dass unsere Seelen errettet werden.

Troparion (4. Ton)

Shropshire freut sich über dich, Milburga, und erkennt dich als seine Helferin, die wunderbare Äbtissin von Wenlock und Braut Christi. Wie du einst die wilden Vögel vertrieben hast und die Felder vor ihrer Verwüstung bewahrtest, so beschütze nun ebenso vor jeder Gefahr, Bedrohung und Bedrängnis jene, die mit Glauben und Liebe dein Gedächtnis ehren.

Kondakion (2. Ton)

Nachdem du das königliche Haus verlassen hattest, verabscheutest du allen eitlen Ruhm und wurdest Christus anverlobt, dem unsterblichen und heiligen König. Du erstrahltest in Selbstverleugnung, Gebet und Fasten; darum erwarbst du die unvergängliche Krone der Herrlichkeit, Zierde der Mönche, Mutter Milburga, Ruhm ganz Shropshires!

aus dem Englischen übersetzt