Leonid Tsypin, Erzpriester

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Erzpriester Leonid Tsypin

Leonid Tsypin (* 1945 in Kiew; † 2010) war orthodoxer Erzpriester und Theologe sowie Vorsteher der Hl.-Dreiheitsgemeinde zu Dortmund und graduierter Physiker, der sich mit Relativitätstheorie und Anthropologie befasste, mehrere Erfindungen patentieren ließ und zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten publizierte. Er widmet sich der wissenschaftlichen Tätigkeit im Grenzbereich von Naturkunde und Theologie. Sein Hauptinteresse galt der biblischen Erzählung über die Erschaffung der Welt durch Gott.

Leben

Erzpriester Leonid Tsypin ist in der Ukraine geboren. 1968 absolvierte er die physikalische Fakultät an der Staatuniversität Kiew mit dem Schwerpunkt Theoretische Physik. Obwohl seine Diplomarbeit die allgemeine Relativitätstheorie behandelte, arbeitete er in den folgenden Jahren an der Nahtstelle von Physik und Anthropologie an den Instituten für Kybernetik und Physiologie der Akademie der Wissenschaften der Ukraine. Dort hielt er auch Vorlesungen in mehreren Fächern. Er machte eine Reihe von Erfindungen und publizierte über 40 Arbeiten auf den Gebieten der Psychologie, Physiologie, Biokybernetik, Stoffkunde, Röntgen-Metallphysik, Elektronik und Automatik.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit war es auch die geistliche Suche nach dem Sinn des Lebens, die Vater Leonid am Ende der 1970er Jahre in die Orthodoxe Kirche führte. Nach einigen Jahren wurde er für die Vorbereitung auf das Priesteramt gesegnet. Er beteiligte sich aktiv in mehreren Gemeinden der Stadt Kiew als Lektor, Ministrant und Sänger. Dennoch war der Übergang eines führenden wissenschaftlichen Angestellten in den Priesterdienst nur schwer möglich. Ende der 1980er Jahre begann der Priesteranwärter, in der Sonntagsschule der Mariä-Obhut-Kirche zu unterrichten. Einige Jahre später, mit dem Ende der Sowjetherrschaft, wurde er zum Priester geweiht.

Ab 1995 diente Vater Leonid im Westen Deutschlands. Er eröffnete Gemeinden in Wuppertal, Dortmund, Aachen, Kassel, Menden-Iserlohn und Essen. 2003 vertrat er die Berliner Diözese auf der missionarischen Tagung der Russischen Orthodoxen Kirche. Sein Interesse galt der Verbindung von Physik und Theologie. Den Schwerpunkt bildete dabei die biblische Erzählung von der Schöpfung. Mehrmals hielt er Vorträge bei den Weihnachtlichen Bildungslesungen. Nach dem Abschluss des Kiewer Geistlichen Seminars sowie der Kiewer Geistlichen Akademie verteidigte er seinen Doktortitel mit der Arbeit „Exegetik des Hexamerons unter Berücksichtigung moderner wissenschaftlicher Konzepte und der byzantinischen Theologie.“

Veröffentlichungen

  • Was sind die Schöpfungstage wirklich? Ein Zentralproblem der Hexameron-Exegetik, 2005.
  • Das Geheimnis des Hexamerons. All, Kosmos, Leben – drei Tage der Schöpfung. Am Rande eines Paradigmas, 2008.

Weblinks