Priester

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Siehe auch
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Der Priester (Griechisch: Presbyter; Deutsch: der Älteste) ist der zweite Grad der drei großen Ordnungen des Klerus in der Orthodoxen Kirche. Er ist niedriger als der Bischof, aber höher als der Diakon. In der Bibel wird das Wort Presbyter synonym mit Bischof benutzt und meint den Anführer lokaler Kirchengemeinden. Aber spätestens seit dem zweiten Jahrhundert und auch noch heute wird der Presbyter vom Bischof unterschieden und als Priester bezeichnet.

Weihe

Die Weihe zum Priester folgt der Weihe zum Diakon und wird durch einen Bischof ausgeführt. Es ist nicht möglich Priester zu werden ohne vorher Diakon geworden zu sein. Die Priesterweihe findet feierlich während der Göttlichen Liturgie nach dem Großen Einzug statt, damit der neue Priester direkt an Darbringung und Wandlung der Gaben teilnehmen kann. Am Ende der Weihe wird der neue Priester erst vom Bischof und dann vom Volk als Axios, also würdig, proklamiert. Die Proklamation wird für jeden Teil des Gewandes durchgeführt, welches der neue Priester nun erhält.

Pflichten

Der Priester dient dem Volk Gottes im Namen seines Bischofs. Das heißt er:

  • zelebriert die Göttliche Liturgie;
  • zelebriert die restlichen Gottesdienste (z.B. Morgenlob, Nachwachte, usw.);
  • zelebriert Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und alle anderen Sakramente der Kirche.

Normalerweise führen Priester auch Beichtgespräche. In manchen Teilen der Kirche ist dies dem Priester sofort erlaubt. Teilweise ist Beichtvater sein aber auch etwas, wozu der Bischof den Priester erst auffordert.

Ein Priester kann in einer Kirche als Rektor (Griechisch: Proistamenos; Deutsch: der, der den Vorsitz hat) eingesetzt werden, wo er dann die oben gennanten Gottesdienste und Predigten hält, sowie die Verwaltung und die Seelsorge des Volkes übernimmt. Alternativ kann ein Priester auch als Assistent eines anderen Priesters, der als Rektor dient, eingesetzt werden und diesem helfen die priesterliche Bürde zu tragen.

Es ist wichtig festzuhalten, dass das Verhalten des Priesters die Gnade Gottes die durch ihn fließt nicht behindert. Christus ist immer der Ursprung der Gnade und wirkt sie durch den Klerus hindurch.

Um die Gottesdienste abhalten zu können, ist es dem Priester erlaubt durch die die königlichen Türen zu gehen und sowohl den Altar als auch den Tisch der Opfergabe zu berühren.

Da Priester von Bischöfen spezifischen Gemeinden zugeteilt werden, haben sie keine Autorität die Gottesdienste in anderen Gemeinden abzuhalten. Jede Gemeinde hat auf dem Altar ein Antimension, dass vom Bischof unterschrieben wurde und die Erlaubnis des Bischofs für die Gemeinde darstellt, als Teil der Kirche zu agieren. Ohne dieses Antimension können Priester und "sein" Volk nicht legitim Gottesdienste zelebrieren.

Geschichte

Die früheste Organisation der christlichen Kirchen in Palästina war denen der jüdischen Synagogen ähnlich, die von einem Rat von Ältesten geleitet wurden. In der Apostelgeschichte 11,30 und 15,22 kann man von diesem Verwaltungssystem in Jerusalem lesen. In Apg 14,23 ernennt der Apostel Paulus Älteste in den Kirchen, die er gründete. Anfangs waren diese Presbyter scheinbar identisch mit den Bischöfen, wie die Passagen Apg 20,17 und in Titus 1,5 und 7 nahelegen.

Kurz nach der neutestamentlichen Zeit begann mit dem Tode der Apostel eine Differenzierung in den beiden Begriffen und Ämtern. Man begann den Bischof größtenteils als Vorsitz des Rates der Presybter zu verstehen und ihm eine höhere Würde zuzusprechen als den Presbytern, die nun ihre Autorität durch den vorsitzenden Bischof erhielten. Die Unterscheidung der Ämter kann man schon in den Schriften das Heiligen Ignatius von Antioch sehen, der mit diesen beiden Begriffen eindeutig zwei verschiedene Ämter meint.

Anfangs hatte jede lokale Gemeinde ihren eigenen Bischof, aber mit dem Wachstum der Kirche wurden einzelne Gemeinden nicht mehr von einem Bischof direkt bedient. Der Bischof in einer großen Stadt bestimmte einen Priester um das Volk in jeder Gemeinde als sein Stellvertreter zu hüten.

Verheiratete und Priestermönche

Orthodoxe Priester sind in zwei unterschiedliche Gruppen aufzuteilen: Verheiratete Priester und Priestermönche. In der Orthodoxen Kirche kann ein verheirateter Mann zum Priester geweiht werden. Allerdings muss es die erste Ehe für ihn und seine Frau sein. Er darf nicht noch einmal heiraten und muss seinen Dienst weiterführen, auch wenn seine Frau entschläft.

Wenn ein alleinstehender Mann geweiht wird, muss er das Zöllibat einhalten, sonst verliert er das Amt. Oft wird gleichzeitig auch die Weihe zum Mönch durchgeführt und der Mann wird Priestermönch.

Moderne Praktiken

Die Orthodoxe Kirche nennt Presbyter im Deutschen einfach Priester. Protestantische Christen sehen hierin oft ein Wegnehmen des priesterlichen Status des Volkes, aber hauptsächlich geht es hierin darum, dass nur einige die Vorsteher bzw. die Ältesten der Gemeinde sein können.

Priester werden häufig mit Vater angesprochen, ein Titel der als Ausdruck der Zuneigung angesehen werden sollte. Nach dem inoffiziellen Titel wird dementsprechend der Vorname des Priesters benutzt.

Priester werden oft als Ehrwürdig bezeichnet, also beispielsweise der ehrwürdige Vater "Name". Eine höhere Würde als die Priester haben die Erzpriester (oder auch Protopresbyter) und Archimandriten und Igumen, die als Sehr ehrwürdiger Vater bezeichnet werden. Dennoch ist es auch angemessen einen Priester einfach als Priester "Name" zu bezeichnen. Bei diesen Ehrentiteln handelt es sich aber wie bereits erwähnt nur um verwaltungsbezogene Ränge.

Die Frau eines Priesters hat einen besonderen Titel in der Sprache der jeweiligen Landeskirche.

Nach dem Mysterium sind alle Priester von gleichem Rang, also hat ein Erzpriester nicht mehr Recht oder gar Erfolg den Heiligen Geist um die Wandlung der Gaben zu bitten als ein ganz normaler Priester. Es existiert aber eine Rangfolge nach dem Dienstalter.

Quellen

  • Orthodox Wiki Presbyter Dieser Artikel wurde größtenteils von unserem Bruderwiki übersetzt.
  • Orthodox Wiki Proistamenos
  • Liddell & Scott, An Intermediate Greek-English Lexicon, pp. 301, 668
  • The Compact Edition of the Oxford English Dictionary, p. 2297
  • The Oxford Dictionary of the Christian Church (3rd ed.), p. 1322

Weblinks