Januarius von Benevent

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Januarius von Benevent
Januarius, Bischof von Benevenuto.jpg

Der Hl. Januarius (* in Joppolo, Kalabrien; † 304/305 in Pozzuoli) war ein Märtyrer und Bischof von Neapel und Benevent. Sein Gedächtnis wird gefeiert am 19. September.

Vita[1]

Der hl. Januarius war als Bischof von Neapel mit dem Diakon Sossius befreundet, welcher in der Kirche von Miseno (Misenum) in der Nähe von Neapel diente. Denselben besuchte er öfters, wobei sie geistliche Gespräche führten, an denen auch die Leute aus dem gläubigen Volk, zu ihrer Erbauung, teilnahmen. Bei einem dieser Besuche sah der hl. Bischof einmal auf dem Haupte des hl. Sossius, während dieser in der Kirche mit feurigem Eifer das Evangelium verkündete, eine leuchtende Flamme, was der hl. Bischof den Anwesenden mit der Erklärung deutete, dass der Diakon bald mit dem Martyrium verherrlicht würde, was auch wirklich geschah. Es wütete nämlich die im Jahre 303 begonnene Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian und seinem Statthalter Dracontius in Campanien, bei welcher der hl. Sossius im Alter von etwa 30 Jahren als eifriger Christ angeklagt wurde. Der Statthalter ließ den hl. Sossius vorführen und verlangte von ihm, dass er den Göttern opfere. Als dieser standhaft verweigerte, wurde er zuerst unmenschlich geschlagen und dann nach dem benachbarten Pozzuoli in einen schrecklichen Kerker gebracht. Hier wurde er von dem hl. Diakon Proculus und zwei gläubigen Bürgern der Stadt, den hll. Eutyches und Acutius besucht. Als sich diese über die am hl. Sossius verübte Grausamkeit klagend äußerten, wurden sie ebenfalls auf Befehl des Statthalters geschlagen und in den Kerker geworfen. Als Bischof Januarius davon hörte machte er sich auf, um besonders seinem Freund dem hl. Diakon Sossius beizustehen. Als Timotheus den Statthalter Dracontius ablöste wurde auch Bischof Januarius verhaftet und nach Nola geführt. Hier wurde der Heilige nach seiner Weigerung den Göttern zu opfern für drei Tage in einen brennenden Ofen geworfen, aus welchem er jedoch ganz unversehrt hervorging, während mehrere von den umstehenden Heiden, durch die aus dem Ofen herausschlagenden Flammen, schwer verletzt wurden. Hierüber erzürnt, ließ der Statthalter ihn grausam peitschen und dann ins Gefängnis werfen. Inzwischen hatten zwei von seinen Geistlichen, nämlich der Diakon Festus und der hl. Leser Desiderius von der Gefangennahme ihres Bischofs gehört und eilten daher zum Besuch nach Nola. Dabei wurden auch sie gefangengenommen und wegen ihrer Standhaftigkeit in Ketten geschmiedet und zusammen mit dem hl. Januarius vor seinem Wagen nach Pozzuoli geführt und dort zu den vier anderen Gefangenen eingekerkert. Wieder zusammengeführt war die Freude der Freunde groß. Sie lobten Gott und ermunterten einander im Kampf. Am folgenden Tag wurden alle zusammen in Gegenwart des Statthalters und einer großen Volksmenge im Amphitheater vorgeführt, um von wilden Tieren zerrissen zu werden. Unbeweglich standen sie da, und bezeichneten sich nur mit dem Kreuzzeichen. Als sich die Tiere in großer Wut auf sie losstürzten, duckten sich diese unversehens in ihrer Nähe, wurden mild wie zahme Haustiere, schmiegten sich an die Füße der heiligen Bekenner und leckten sie. Alles Volk staunte und murrte, so dass Timotheus sich fürchtete und beschämt den Befehl gab, die hll. Märtyrer zur Enthauptung abzuführen. Als sie fortgebracht wurden, wurde Timotheus mit Blindheit geschlagen. Daraufhin lies er den hl. Janurius zurückführen und bat um seine Fürbitte, damit er sein Augenlicht wiedererlange. Auf die Fürbitte des Heiligen erhielt er seine frühere Sehkraft wieder. Danach ließ er den hl. Januarius aus Furcht vor den Kaisern und weil sich eine Zahl von 5000 Zuschauern bereits zum Christentum bekehrt hatte, aber dennoch enthaupten. An einer Schwefelquelle in der Nähe von Pozzuoli wurden die Urteile vollstreckt. Die Leichname der Heiligen wurden auf einem in der Nähe liegenden Hügel ehrenvoll beigesetzt.

Reliquien

Später wurden die Reliquien der Heiligen erhoben; die der hll. Proculus, Eutyches und Acutius wurden wahrscheinlich an einem 18. Oktober nach Pozzuoli gebracht, die Reliquien der hll. Festus und Desiderius nach Benevent, und die des hl. Sossius am 23. September nach Miseno. Die erste Übertragung der Gebeine des hl. Bischofs Januarius geschah wahrscheinlich unter dem hl. Bischof Severus von Neapel, welcher um das Jahr 412 starb, an einem 19. September. Als Kaiser Ludwig II. gegen die Saracenen im Krieg lag, wurden im Jahre 871 einige Reliquien des hl. Januarius nach Reichenau übertragen, und von dort wiederum ein Teil nach Rheinau und nach Prag gebracht. Der hl. Bischof Januarius wurde im Jahre 304 unter Kaiser Diokletian in Puteoli bei Neapel enthauptet. Seine Reliquien wurden 835 von Neapel nach Benevent übertragen und 1491 nach Neapel zurückgebracht. Teile seiner Reliquien, und der seiner Gefährten, der hll. Proculus, Eutyches und Acutius, kamen 838 nach Mittelzell auf der Insel Reichenau, wo sie in einem Reliquienschrein, aus dem 12. Jahrhundert, welcher den Heiligen darstellt, aufbewahrt werden. Die Reliquien des hl. Januarius befinden sich in Neapel und sind durch viele Wunder verherrlicht, unter denen folgende zu erwähnen sind: a) Die nach der Überlieferung von den Christen in einem Glasfläschchen gesammelten Blutstropfen des hl. Januarius sollen, als sie dem Haupte gegenüber aufgestellt worden waren, flüssig geworden sein und zu kochen begonnen haben. Noch jetzt wiederholt sich dieses Wunder beim Fest des hl. Januarius in seiner Kirche zu Neapel. b) Große Ausbrüche des Vesuv bei Neapel wurden auf Anweisung des hl. Januarius bei drohender Gefahr zum Stillstand gebracht. c) Der verstorbene Sohn der Witwe Maximina (Maximilla) wurde durch Auflegung eines Bildes des hl. Januarius wieder auferweckt.

Einzelnachweise

  1. Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.207ff. Scan des Kapitels über den Hl. Januarius. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.