Biblische Oden

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Die Biblischen Oden sind neun Lobgesänge (Hymnen) aus der Bibel. Sie werden täglich im Orthros gelesen oder gesungen und zwar nach der Lesung des Evangeliums. Alle Oden sind aus Anlass eines göttlichen Eingreifens in die Geschichte entstanden, also auf Grund einer Theophanie.[1] Sie sind gesungener Ausdruck des überbordenden Dankes für die Erfahrung, dass Gott seine Heiligen nicht allein lässt, sondern bis in die konkreten Lebensgeschicke hinein ihr Heil wirkt. In den Kellien, Hesychasterien und kleinen Klöstern werden die Oden nur leise von einem Vater rezitiert, während die anderen sich ins Herzensgebet versenken. In den großen Klöstern ist dies ein Abschnitt der Liturgie, an welchem sich nicht zuletzt die Gesangskunst der Mönche erweist.
Die neun Oden sind folgende:

  1. Der Lobgesang Moses am roten Meer (Exodus 15,1-19)
  2. Der Lobgesang Moses am Sinai(Deuteronomium 32,1-43)
  3. Der Lobgesang der Prophetin Anna (1 Samuel 2,1-10)
  4. Der Anbetungsgesang des Propheten Habakuk (Habakuk 3,1-19)
  5. Der Anbetungsgesang des Propheten Jesaja (Jesaja 26,9-20)
  6. Der Anbetungsgesang des Propheten Jona (Jona 2,2-9)
  7. Der Huldigungsgesang der Jünglinge im Feuerofen (Daniel 3,26-56)
  8. Der Lobgesang der drei Jünglinge im Feuerofen (Daniel 3,57-88)
  9. Das Magnifikat, der Lobgesang der Gottesgebärerin [Lukas 1,46-55)


Die zweite Ode wird üblicherweise nur an Dienstagen der großen Fastenzeit gelesen. In vielen protestantischen Bibelübersetzungen (u.a. bei Luther) sind die Oden sieben und acht unter den sog. Apokryphen zu finden.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. auch zum Folgenden Archimandrit Johannes (Pfeiffer): Dass ihr anbetet in Geist und Wahrheit, Buchhagen 1999, S. 228.