Benutzer:Kai/Amin

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Amin oder Amen (altgriechisch ἀμήν amēn) ist eine Akklamationsformel. Es drückt die eigene Zustimmung zu Gebet und Segen anderer oder die Bestätigung des Vorgebeteten in der Liturgie aus.

"Das Amen der Gemeinde ist nicht die unausweichliche Reaktion der Laien auf die Handlungen des Priesters, sonder ihre mitwirkende Zustimmung zu dem stellvertretenden Wirken ihres Vorstehers, der daher in der Regel im Plural spricht."[1]

"Amen wird korrekterweise übersetzt mit "sich fest machen in, sich verankern in, sich ausrichten auf Gott", denn es stammt von der hebräischen Verb-Wurzel אמן mit der Grundbedeutung „fest/zuverlässig sein“ ab, von der die hebräischen Wörter für Emuna ("Glaube", "Zuversicht"[1]) Treue, Verlässlichkeit, Übung, Künstler, Handwerker u.a. abgeleitet werden.[2] Amen bedeutet somit viel mehr, als die landläufige Übersetzung "so sei es", weil zum einen das Hebräische weder eine Konjunktiv- noch eine Indikativform des Verbs "sein" im Präsens kennt. Zum anderen: Gemäß dem jüdischen Gottesbild braucht Gott unsere Billigung bzw. Zustimmung zu vorgetragenen Hymnen, Danksagungen und Fürbitten nicht. Wichtig ist hingegen, dass das Gemeindeglied im jüdischen Gottesdienst durch sein beherztes "Amen" sich dem Gehörten durch seine persönliche Anteilnahme entschieden anschließt und in der Gemeinschaft bekennt, dass das Gehörte für ihn persönliche Gültigkeit besitzt. Es gibt eine berühmte Stelle im Propheten Jesaja Kap 7,9, die Luther folgendermaßen übersetzt: "Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht." In diesem Satz kreiert der Prophet ein Wortspiel, das zur Grundlage die Wurzel "amen" hat. Wörtlich übersetzt lautet der Satz: "Macht ihr euch nicht fest in Gott, so werdet ihr nicht fest-stehen bzw. werdet ihr nicht gefestigt sein." Je nach Sprache kann die Aussprache variieren; die häufigste Variante neben „Amen“ ist „Amin“, was z. B. im Neugriechischen, Russischen und Arabischen üblich ist. Seltener werden Übersetzungen des Wortes verwendet, z. B. in der Septuaginta, einer christlichen Schriftüberlieferung des Alten Testaments in griechischer Sprache. Dort findet sich das Wort γένοιτο genoito „es geschehe“ anstelle von Amen. Omain ist die Aussprache im aschkenasischen Judentum. Im Arabischen hat der Wortstamm ʾAmana (arabisch: آمن) die gleiche Bedeutung wie die hebräische Wortwurzel. Beliebt bei einigen Theosophen und Esoterikern ist die Vermutung, dass amen ein Derivat von dem Namen des ägyptischen Gottes Amun ist (der manchmal auch Amen buchstabiert wird). Einige Anhänger östlicher Religionen glauben, dass Amen gemeinsame Wurzeln mit dem hinduistischen Sanskrit-Wort Aum hat, bzw. dass eine tiefere sub-symbolische Verbindung durch eine ähnliche mystische Klangwirkung beim singenden Intonieren bestehe. Es gibt keine akademische Unterstützung für diese beiden Ansichten." WPD

Einzelnachweise

  1. Vgl. Anastasios Kallis: 100 Fragen an einen orthodoxen Theologen. Münster 2003, S 69.