Aquilinus

Aus Orthpedia
Wechseln zu:Navigation, Suche

Aquilin, auch Wezelin (* um 970 in Würzburg; † vor 1018 in Mailand) war Bischof und Märtyrer. Sein Gedächtnis wird am 29. Januar gefeiert.

Die Überlieferung des Hl. Aquilinus ist legendär und wurde erst im 15. Jahrhundert schriftlich festgehalten. Es gibt keinen Hinweis darauf, wann und ob er gelebt hat, außer seinen unverwesten Reliquien, die für seine Rechtgläubigkeit sprechen. Nach der Legende kam der Hl. Aquilinus kam in einer vornehmen Würzburger Familie in Franken zur Welt. Schon von Kindheit an trat er gegen arianische Mitschüler als Verteidiger der Orthodoxie auf. Von seinen Eltern zum Studium nach Köln geschickt, schloss er sich dem dortigen Bischof an, wurde Domherr und in der Folge Probst an der Kathedralkirche. Als ihn der Klerus und das Volk nach dem Hinscheiden des Bischofs zu dessen Nachfolger machen wollten, ergriff er die Flucht, um dieser Würde zu entgehen, und ging nach Paris. Dort beendete er durch sein Gebet eine Pest und gewann so sehr die Liebe Aller, dass man ihn gleichfalls zum Bischof machen wollte. Aber auf der Suche nach einem schwierigeren Betätigungsfeld floh er erneut, diesmal nach Pavia in Italien, und zog von dort aus, nachdem er die italienische Sprache erlernt hatte, weiter nach Mailand, wo die Sekte der Arianer wütete. Hier wurde er von den Kanonikern der Basilika des Hl. Märt. Laurentius aufgenommen und kämpfte bis an sein Lebensende gegen Arianismus und Manichäismus. Seine Beredsamkeit war so gewaltig, das er viele Häretiker dem wahren Glauben zurückgewann, sich aber auch erbitterte Feinde machte. Einmal wurde er, als er am frühen Morgen in die Kirche des Hl. Ambrosius ging, überfallen und halb tot geprügelt. Als sich der Heilige dadurch aber nicht von seiner Predigttätigkeit abschrecken ließ, lauerten sie ihm ein zweites Mal auf und schlugen ihn zu Boden. Blutüberströmt und mit Straßendreck beschmutzt, rief der Heilige unablässig die Namen Jesu und Maria und bat für seine Mörder. Als die Menschen des in der Nähe gelegenen Marktes auf der Piazza della Vetra auf den Lärm aufmerksam wurden, zog einer der Verbrecher ein Messer und stach es dem Heiligen in die Kehle, wodurch er ihn auf der Stelle tötete. Die Mörder flüchteten daraufhin rasch im dichten Nebel, und der Leichnam des Heiligen lag den ganzen Tag über unentdeckt auf der Straße. Erst am Abend fanden ihn die vom Markt zurückkehrenden Händler, die sogenannten facchini, und brachten ihn auf einem ihrer Wagen zur Basilika des Hl. Laurentius, wo die Reliquien des Heiligen bis heute verehrt werden. Seither veranstalten die Markthändler von Mailand jährlich am 29. Januar einen Umzug von der Via della Palla, dem Ort der Auffindung seines Leichnams, bis zur Basilika des Hl. Laurentius, wobei sie ein Fass Öl für die Lampe vor den Reliquien des Hl. Aquilinus mit sich führen. Als die Reliquien des Heiligen im Jahre 1769 untersucht wurden, fand man den Leib des Heiligen unverwest, mit einer tiefen Schittwunde auf der rechten Seite. Im Jahre 1854 wurde eine Rippe des Heiligen entnommen und dem römisch-katholischen Bischof von Würzburg für die dortige Kathedralkirche übergeben.

Textnachweis

Dieser Text stammt aus: "Orthodoxe Heiligenleben", Vorabdruck im Internet, S.72f. Scan des Kapitels über den Hl. Aquilinus. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.