Apostelfasten

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Allgemeines zum Apostelfasten

Das Apostelfasten wird so genannt, weil es zwei apostolischen Feiertagen vorausläuft: das Gedenken der Protokoryphäen Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni und der Zusammenkunft (griech. synaxis; russ. sobor, Komemoration/Zusammenschau) der Zwölf Apostel am 30. Juni.

Mit der Synaxis der Heiligen Apostel meinen wir die Zusammenkunft aller Gläubigen zum Empfang der hl. Kommunion zu Ehren aller Zwölf Apostel, deren Gedenken unsere Kirche auch noch an jeweils unterschiedlichen Tagen feiert.

Dauer

Die zeitliche Dauer dieser Fastenzeit ist nicht fest, denn ihr Anfang hängt vom beweglichen Osterfest ab. Am Montag nach dem Sonntag des Festes Aller Heiligen und endet stets am 28. Juni, Vortag des Gedenktages der hll. Apostel Petrus und Paulus. Nach dem alten (julianischen) Kalender kann die Fastenzeit dann bis zu 42 Tagen dauern, wenn Ostern auf den 22. März fällt. Nach dem neuen (gregorianischen Kalender (Mischkalender) dauert die Fastenzeit nie länger als 30 Tage. Wenn der Sonntag Aller Heiligen nach dem 27. Juni ist - das geschieht, wenn Ostern zwischen dem 5. und dem 8. Mai stattfindet - dann gibt es überhaupt kein Fasten.

Historisches

Die Existenz dieser Fastenszeit wird schon sehr früh bezeugt, so zum Beispiel vom hl. Athanasios dem Großen und in den Apostolischen Kanones: "Nach dem Feiern der Pentekoste (Pfingsten) feiert eine Woche und nach dieser fastet eine. Es ist recht ... so fastet nach der Feier". In der Woche nach Pfingsten platziert auch der Große Athanasios die Fastenszeit.

Aus diesen Zeugnissen geht hervor, dass schon lange bevor die Feier der hll. Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni festgelegt worden war (der Feiertag wurde in Konstantinopel im 5. Jahrhundert von Rom übernommen), dauerte die Fastenzeit sieben Tage und verband sich mit Pfingsten, denn nach Pfingsten begannen die Apostel ihr Werk, nachdem sie fasteten und beteten, gemäß Apg. 13,3: "Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie gehen". Aus diesem Grund wurde die Fastenzeit Apostelfasten genannt. Als dann später der Apostelfeiertag festgelegt wurde, wurde die Fastenzeit auf den 29. Juni verlängert und als Vorbereitungszeit auf diesen Tag angesehen. In diesem Sinn versteht die o.g. Zeugnisse auch der hl. Nikodemos der Hagiorit, als er den 69. Apostolischen Kanon deutet. Bezüglich des Apostelfastens werden auch Anastasios Sinaitis genannt, der hl. Gregor der Studit, der hl. Nikiphoros der Bekenner und Patriarch von Konstantinopel sowie Theodor Balsamon.

Wie wird das Apostelfasten durchgeführt?

Es sei zunächst angeführt, dass vor dem Apostelfasten nach dem o.g. Apostolischen Kanon die Woche ab Pfingstsonntag bis zum Sonntag Aller Heiligen (also am darauffolgenden Sonntag) keinerlei Fasten vorgesehen ist, auch nicht am Mittwoch und am Freitag - zu Ehren der Herabkunft des hl. Geistes auf die hll. Apostel.

Nach dieser Feierphase beginnt die Fastenphase.

In dieser Phase ist es erlaubt Fisch zu essen, während wir auf Fleisch, Milchprodukte und Eier verzichten. Fisch essen wir, sofern wir natürlich wollen, an allen Tagen ausgenommen Mittwoch und Freitag, wo wir strenges Fasten einhalten.

In den Fastenregeln der russisch-orthodoxen Kirche ist sogar der Verzicht auf Fisch vorgesehen.

Dasselbe gilt - also strenges Fasten - auch am Vortag des Gedenkens, außer der Vortag fällt auf einen Samstag oder Sonntag. Ebenfalls essen wir Fisch am Gedenktag der Geburt des hl. Johannes des Täufers, am 24. Juni, egal was für ein Wochentag es ist. Wenn der Gedenktag der hll. Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) auf einen Mittwoch oder Freitag fällt, dann essen wir nur Fisch (ansonsten alles).

Quelle: „Das Fasten der Kirche“.