Wiborada, Einsiedlerin in St. Gallen


Gedächtnis: 1. Mai
Die Aargauerin Wiborada fühlte sich früh zu einem Leben in Askese hingezogen und lebte die letzten zehn Jahre ihres Leben als Inklusin (in eine Zelle eingemauert) in der Kirche St. Mangen in St. Gallen. Als solche wurde sie in ganz Europa als Ratgeberin berühmt. Wiborada hatte bereits im Juni 925 eine Vision des bevorstehenden Ungareneinfall und ihres Märtyrertodes. Sie riet in der Folge Abt Engilbert, die Bibliothek auf die Reichenau in Sicherheit zu bringen und für die Mönche eine Fluchtburg an der Sitter (Gemeinde Häggenschwil) zu errichten. Als nun 926 die Ankunft der Ungaren gemeldet wurde, konnten die Mönche rechtzeitig fliehen. Trotz des Drängens von Abt Engilbert blieb Wiborada in ihrer Zelle. Die Plünderer steckten die Kirche in Brand und versuchten dies auch mit der Zelle. Wie durch ein Wunder erlosch das Feuer aber wieder. So stiegen sie über das Dach ein und erschlugen Wiborada mit drei Axtschlägen am 1. Mai, so errang sie die Krone des Martyriums. Nach ihrer Beisetzung geschahen viele Wunder. Die Überlieferung erwähnt unter anderem ein Licht am Grab von Wiborada, das vom Himmel her angezündet wurde, und mehrere Heilungen am Grab der Märtyrerin oder durch Reliquien. Ihre Reliquien befinden sich heute im Kloster St. Gallenberg.
Gebete
Troparion (5. Ton)
Als Haus hast du dir eine Zelle erbaut / und dadurch der Weisheit nachgeeifert./ Dort hast du deinem Herrn gedient, / der dir Mund und Weisheit gegeben hat. / So hast du deinem Namen Ehre getan / und Klerus, Adel und Volk beraten. / Bete zu Christus der göttlichen Weisheit, // dass er auch unsere Seelen erleuchte.
Kondakion (4. Ton)
Die Weisheit ruft auf der Strasse, / sagte von alters her der Prediger. / Du o gottweise Wiborada/ hast ihr dein Ohr geliehen / und dein Herz der Einsicht zugeneigt. / Im Körper hast du dich von der Welt abgewandt, / um dich unseren Sorgen und Nöten zuzuwenden / mit göttlichem Rat, / deren Name weiblichen Rat bedeutet. / Bete zu Christus dem «Engel des Grossen Rates» // dass auch in unsere Herzen einziehe Seine Weisheit.
Gebet zur Hl. Märtyrernonne Wiborada um göttlichen Rat und Beistand
Du, o heilige und weise Märtyrernonne Wiborada hast dich in die Abgeschiedenheit deiner Zelle als Inklusin einmauern lassen, denn du hast die Wahrheit geliebt, die im Verborgenen liegt und im Geheimen Weisheit gelernt. Dir hat der Herr Mund und Weisheit gegeben, der kein Widersacher widerstehen noch widersprechen kann. Durch dich hat Er Fürsten nach Seinem Willen unterwiesen und dein Kloster vor dem Ansturm der Ungarn beschützt. Nun kommen wir demütig und beladen vor dich, die wir mit unserer Weisheit am Ende sind. Sieh auf die Sorgen, die uns bedrücken. Sieh auf die Verzagtheit unserer Herzen. Sie auch auf unseren Willen, alles nach dem Willen Gottes zu tun. So bitten wir dich: Gib uns deinen Rat, wie du Bischof Ulrich und Abt Engelbert beraten hast; weise uns zurecht, wie du Herzog Burchart zurechtgewiesen hast; hilf uns, in der uns bedrängenden Sache mit Weisheit voranzugehen; bestärke uns darin, nicht unseren, sondern Gottes Willen zu suchen. O heilige Mutter Wiborada, bete zum Herrn, ohne den Bauleute vergebens bauen und Wächter vergebens wachen, das Er uns anleitet, in Seinem Sinne zu entscheiden. Den bei Ihm ist unsere Hoffnung und in Ihm ist alle Weisheit, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
Gebet an die heilige Märtryrernonne Wiborada, die Hindernisse auf dem Weg zur Kirche beseitigt
O hochgeehrte Mutter, du bist auf den Widerstand des Teufels getroffen, der dich von deinem heiligen Weg durch Schreckbilder und gewaltsame Erscheinungen abhalten wollte. Du aber, Streiterin Gottes, hast mit dem Zeichen des Kreuzes über alle Gegenwehr triumphiert. Du hast die Dämonen dem Befehl Gottes unterworfen und ihnen den Fuss auf den Nacken gesetzt, sodass sie voller Furcht ausriefen: «Diese Wiborada hat uns mit ihrem Tritt Rücken und Arme zermalmt; darum können wir die Flucht nicht länger aufschieben», und sie mussten weichen.
An dich wenden wir uns nun, o unser Vorbild in der Nachfolge Christi, die auch wir vom Teufel bedrängt werden, der uns durch die Weisheit dieser Welt, durch den Druck von Menschen und durch die Unruhe unserer Leidenschaften davon abhalten will, unserer Sehnsucht nach dem Königtum zu folgen.
Leih uns die Kraft deines Arms, leih uns dein Vertrauen in die Kraft des Kreuzes, das alles Böse überwindet. Stärke deine Magd / deinen Knecht N. N. / uns auf dem Weg zu Christus, der das Alpha und das Omega ist, der Anfang und das Ende, und der dem Dürstenden umsonst gibt aus der Quelle des Wassers des Lebens. Bitte ihn, der selbst der Weg ist, die Wahrheit und das Leben, gerade zu machen seinen / ihren / unseren Weg zum Herrn, Herzen zu erweichen, Frieden zu stiften und das Gute wachsen zu lassen.
Sei du selbst, ehrwürdige Mutter, seine / ihre / unsere Wegbegleiterin: wehre die Angriffe des Feindes ab und stärke uns auf dem Weg mit Kraft, Geduld und Weisheit, so dass wir nicht von Hemmnissen überwältigt werden, sondern an ihnen wachsen können im Dienste des Herrn. Nimm den Knecht Gottes / die Magd Gottes N. N. / uns bei der Hand und führe sie / ihn / uns in das Haus Gottes und in die Gemeinschaft des Leibes Christi, damit wir, eingepfropft in den Herrn, den wahren Weinstock, hineinwachsen in das Königtum des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Quelle: https://www.orthodoxe-heilige.ch
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