Romil von Ravanica

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Grab des hl. Romil im Narthex der Klosterkirche von Ravanica in Serbien

Gedächtnis: 16. Januar, 18. September (bei Griechen und Rumänen)

Der gottgeweihte Romil wurde um das Jahr 1300 in Vidin an der Donau als Sohn eines Griechen und einer Bulgarin geboren. Bei der Taufe erhielt er den Namen Rusko (nach anderen Quellen: Rajko). Durch das Bemühen seiner Eltern und dank seiner eigenen Begabung genoss er eine hervorragende Bildung, die sein Umfeld in Erstaunen versetzte. Als er heranwuchs, versuchten seine Eltern, ihn zu verheiraten. Dem inneren Ruf folgend, floh er jedoch heimlich aus dem elterlichen Haus nach Tarnovo.

Dort trat er in das Kloster der Gottesmutter Odigitria ein und empfing nach dem Noviziat die Mönchstonsur mit dem Namen Romanos (Roman). Man betraute ihn mit dem Dienst des Ekklesiarchen (Kirchendieners). Seine Haltung – geprägt von bedingungslosem Gehorsam, Ehrfurcht vor Gott, weiser Demut und tiefem Mitgefühl für alle, insbesondere für die Kranken – sprach sich rasch herum. In der gesamten Mönchsgemeinschaft auf dem Heiligen Berg von Tarnovo sowie im Kloster Ustije wurde er dafür so schätzend bekannt, dass man ihn „Kaloroman“ nannte (griechisch für „Der gute Roman“).

Als Roman erfuhr, dass der große Altvater der gnadenreichen Herzensruhe (Hesychasmus), der heilige Gregor Sinaites, sich im Kloster Paroria an der Grenze zwischen dem Byzantinischen Reich und dem Bulgarischen Zarenreich niedergelassen hatte, verließ er alles und wurde dessen Schüler. Gregor nahm ihn auf und unterwies ihn in den hohen Tugenden des geistlichen Lebens, sodass Roman die Gabe des ununterbrochenen Gebets, der Inspiration, der Reuetränen und der geistlichen Lehre erlangte.

Türkische Invasionswellen, Räuberüberfälle und schließlich das Entschlafen des heiligen Gregor zwangen Roman zur vorübergehenden Rückkehr ins bulgarische Landesinnere. Doch die Sehnsucht nach der Lebensordnung von Paroria und der Einsamkeit zog ihn zurück: Im Kloster Paroria legte er das Große Schema ab und nahm den Namen Romil an.

Erneut durch den verheerenden Einfall der Türken aufgeschreckt, zog er auf den Heiligen Berg Athos weiter. Dort scharte sich eine große Bruderschaft um ihn, mit der er sich an einem Ort namens Melania niederließ. Nach der verhängnisvollen Niederlage der Christen in der Schlacht an der Mariza am 26. September 1371 war Romil jedoch wie viele andere gezwungen, den Athos zu verlassen. Zunächst übersiedelte er mit seinen Schülern nach Avlona (heute Vlora) nahe Durrës. Schließlich zog er weiter in das Kloster Ravanica in Serbien, das der Himmelfahrt Christi geweiht ist, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte und am 16. Januar 1375 entschlief.

Gebete

Troparion (8. Ton)

Durch die Bäche deiner Tränen brachtest du die dürre Wüste zum Blühen, die Tiefe deines Seufzens und dein Mühen brachten hundertfältige Frucht; durch deine Wunder wurdest du der Welt eine leuchtende Fackel. Seliger Vater Romil, bitte Christus, Gott, unsere Seelen zu retten.