Plegmund, Erzbischof von Canterbury

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Gedächtnis: 2. August

Der heilige Plegmund, Erzbischof von Canterbury, stammte aus Mercia. Über seine Jugend und seine frühen Lebensjahre ist nur wenig überliefert. Nach kirchlicher Überlieferung zog er sich später auf eine von Sümpfen umgebene Insel in Cheshire zurück, wo er als Einsiedler ein Leben des Gebets, der Stille und des Studiums führte. Der Ort wurde später Plegmundstow beziehungsweise Plemstall genannt, was als „Plegmunds Einsiedelei“ gedeutet wird. In der Nähe wird bis heute ein Brunnen mit seinem Namen verbunden.

Plegmund erwarb sich einen bedeutenden Ruf als Gelehrter und geistlicher Mann. König Alfred der Große, der nach den Verwüstungen der Wikingerkriege die kirchliche Bildung und das geistige Leben seines Reiches erneuern wollte, berief ihn noch vor dem Jahre 887 an seinen Hof. Dort gehörte Plegmund zu dem Kreis gelehrter Geistlicher, die den König bei seinem großen Bildungswerk unterstützten.

Besondere Bedeutung gewann dabei die „Cura pastoralis“ („Regel des Hirten“) des heiligen Gregor des Großen. Alfred ließ dieses Werk ins Altenglische übertragen, damit seine Unterweisungen dem Klerus seines Reiches leichter zugänglich würden. Im Vorwort zur Übersetzung nennt der König Plegmund ausdrücklich unter jenen Lehrern, von denen er den Inhalt des Werkes gelernt hatte. Plegmund gehörte damit zu den geistlichen Beratern, die Alfred bei seinem Bemühen unterstützten, nach den schweren Verwüstungen der vorausgegangenen Jahrzehnte Bildung und kirchliches Wissen im Land wiederzubeleben.

Im Jahre 890 wurde Plegmund zum Erzbischof von Canterbury gewählt. Damit trat ein Mann an die Spitze der englischen Kirche, dessen bisheriges Leben von Askese und Gelehrsamkeit geprägt gewesen war. Als Erzbischof setzte er das Erneuerungswerk fort, das er bereits an der Seite König Alfreds unterstützt hatte, und widmete sich besonders der Wiederherstellung einer geordneten kirchlichen Verwaltung und der Bildung des Klerus.

Die Aufgabe war groß, denn die jahrzehntelangen Wikingerkriege hatten nicht nur Klöster und Kirchen verwüstet, sondern auch das kirchliche und geistige Leben in weiten Teilen Englands geschwächt. Plegmund gehörte zu jener Generation von Hierarchen und Gelehrten, die unter Alfred und dessen Nachfolger Eduard dem Älteren den Wiederaufbau vorantrieben.

Nach dem Tod Alfreds im Jahre 899 blieb Plegmund auch unter dessen Sohn Eduard dem Älteren eine bedeutende Gestalt der englischen Kirche. Er nahm an mehreren königlichen Versammlungen und Synoden teil und wirkte an der Neuordnung des kirchlichen Lebens im wiedererstarkenden angelsächsischen Reich mit.

Besonders bedeutend war die Neuordnung der west-sächsischen Bistümer. Das kirchlich zu betreuende Gebiet war für die bestehenden Bischofssitze zu groß geworden. Unter Plegmund wurden deshalb neue Bischofssitze geschaffen beziehungsweise die bisherigen Sprengel neu gegliedert. In diesem Zusammenhang entstanden Sitze in Crediton, Ramsbury und Wells, während auch die Ordnung von Sherborne und Winchester neu gestaltet wurde. Dadurch konnten die einzelnen Gebiete von eigenen Bischöfen unmittelbarer betreut werden. Die Überlieferung verbindet mit Plegmund eine außergewöhnlich große Zahl von Bischofsweihen innerhalb kurzer Zeit.

Auch das New Minster in Winchester, eine der bedeutenden königlichen Klostergründungen jener Zeit, stand mit seinem Wirken in Verbindung. Nach seiner Vollendung nahm Plegmund die feierliche Weihe der Kirche vor. Damit war der Erzbischof nicht nur an der Neuordnung der Diözesen, sondern auch unmittelbar am Wiederaufbau des monastischen und liturgischen Lebens beteiligt.

Plegmund reiste während seines erzbischöflichen Dienstes auch nach Rom. Die Überlieferung verbindet eine seiner Reisen mit Papst Sergius III. und berichtet, dass er von dort Reliquien des heiligen Hieromärtyrers Blasius von Sebaste nach England brachte. Diese Reliquien wurden in Canterbury verehrt. Die Nachricht über ihre Überführung ist allerdings erst in späteren Quellen ausdrücklich mit Plegmund verbunden.

Sein langes Wirken fiel in eine entscheidende Übergangszeit der englischen Kirchengeschichte. Als Plegmund an die Seite Alfreds trat, waren Bildung, kirchliche Ordnung und monastisches Leben durch die jahrzehntelangen Kämpfe schwer beeinträchtigt. Während seiner Amtszeit als Erzbischof wurden kirchliche Strukturen erneuert, neue Bischofssitze geschaffen und die geistliche Bildung wieder gefördert. Dabei verband er die Gelehrsamkeit, die ihn einst an Alfreds Hof geführt hatte, mit der pastoralen Verantwortung seines hierarchischen Amtes.

Der heilige Plegmund entschlief am 2. August. Beim genauen Todesjahr unterscheiden sich die Überlieferungen; häufig werden 914 oder 923 genannt. Er wurde in Canterbury beigesetzt.

So blieb der heilige Plegmund als ein Hierarch in Erinnerung, der in einer Zeit des Wiederaufbaus der Kirche vorstand. Aus der Stille seines asketischen Lebens in Cheshire wurde er an den königlichen Hof und schließlich auf den erzbischöflichen Thron von Canterbury gerufen. Als geistlicher Berater Alfreds des Großen, Förderer kirchlicher Bildung und Erneuerer der bischöflichen Ordnung trug er wesentlich dazu bei, das kirchliche Leben im angelsächsischen England nach den Verwüstungen der Wikingerzeit wieder zu festigen.

Quellen: Rumänisch-Orthodoxe Erzdiözese von Großbritannien und Nordirland, Venerable Alfreda of Croyland and Saint Plegmund, Archbishop of Canterbury; Griechisch-Orthodoxe Erzdiözese von Thyateira und Großbritannien, Plegmund; Kathedrale des hl. Alexius von Moskau in Samarkand, Hierarch Saint Plegmund, Archbishop of Canterbury; Saints of the Isles, Our Father among the Saints Plegmund, Archbishop of Canterbury.

Gebete

Troparion (5.Ton)

Das einsame Leben in Stille und Einkehr hast du in Cheshire hinter dir gelassen, als du von Gott und König berufen wurdest, der Primas der Kirche in Canterbury zu werden, oh Seliger; dennoch hast du uns deinen heiligsten Brunnen als Zeichen des Geheimnisses der Heiligen Taufe und als Gewissheit deiner beständigen Fürsorge hinterlassen. Oh heiliger Hierarch Plegmund, höre niemals auf, für die Rettung unserer Seelen zu beten.