Paisios und Avakum, Hiero-Mönchsneumärtyrer in Belgrad

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Gedächtnis: 17. Dezember

Die ehrwürdigen Neumärtyrer Paisije und Avakum lebten und wirkten zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einer Zeit schwerster Bedrängnis für das serbische Volk und die orthodoxe Kirche unter osmanischer Herrschaft.

Paisije war Abt des Kloster Trnava bei Čačak. Als erfahrener geistlicher Vater leitete er die klösterliche Bruderschaft in einer Epoche politischer Unruhen, insbesondere nach dem Zusammenbruch des Ersten serbischen Aufstands (1813). Das Kloster Trnava war in jener Zeit nicht nur ein geistliches Zentrum, sondern auch ein Ort nationaler und kirchlicher Sammlung.

Avakum, sein Schüler und Mitbruder, diente als Diakon. Nach der serbisch-orthodoxen Überlieferung war er jung an Jahren, von sanftem Wesen, zugleich jedoch fest und unerschütterlich im Glauben. Seine geistliche Reife zeigte sich besonders in der Stunde der Prüfung.

Im Zusammenhang mit der Hadži-Prodan-Erhebung (1814) wurden Paisije, Avakum und weitere Geistliche und Laien aus dem Umfeld des Klosters Trnava von den osmanischen Behörden verhaftet. Gemeinsam mit ihren Gefährten – darunter Mönche und aufständische Christen – wurden sie nach Belgrad gebracht, wo sie unter schweren Drohungen und Folterungen gezwungen werden sollten, zum Islam überzutreten.

Paisije und Awakum weigerten sich standhaft, Christus zu verleugnen. Daraufhin wurden sie zum Tod durch Pfählung verurteilt, einer der grausamsten Hinrichtungsarten jener Zeit. Ihr Martyrium erlitten sie am 17. Dezember 1814 auf dem Kalemegdan.

Die kirchliche Überlieferung hebt besonders das Zeugnis des Diakons Avakum hervor: Auf dem Weg zur Hinrichtung trug er seinen Pfahl durch die Straßen Belgrads und lobte Gott mit Gesang. Als seine Mutter ihn unter Tränen bat, den Glauben zu verleugnen, um sein Leben zu retten, antwortete er mit Worten, die bis heute im kirchlichen und volkstümlichen Gedächtnis bewahrt sind: dass ein Christ Christi sei und den Tod um Seinetwillen freudig annehme.

Mit ihnen litten auch ihre Gefährten, von denen einige gleichfalls den Märtyrertod erlitten, andere schwere Haft und Misshandlungen. In der kirchlichen Erinnerung werden sie als Gefährten im Leiden geehrt, da sie gemeinsam das Kreuz der Verfolgung trugen.

Die ehrwürdigen Neumärtyrer Paisije und Avakum wurden von der Serbisch-Orthodoxen Kirche als leuchtende Zeugen der Treue zu Christus verherrlicht.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Als wahre Streiter Christi habt ihr durch Sanftmut und Demut geleuchtet und um Christi Willen treu gelitten, heilige Märtyrer Paisije und Avakum. Doch euer Tod verkündet mit lauter Stimme allen: Schöner ist es, für Christus und das Vaterland zu leiden, als ohne Christus die ganze Welt zu gewinnen.

Kondakion (3. Ton)

In dieser Welt lebtet ihr wie Engel und habt durch euer Leben das Evangelium erfüllt; ihr habt eure Seelen hingegeben für den Glauben und das Vaterland und habt euch im Sterben stärker erwiesen als die Peiniger. Darum verherrlichen wir euch, heilige Mönchsmärtyrer Paisije und Avakum.