Olimpia von Fărcașa


Gedächtnis: 4. Juli
Die heilige Olimpia wurde am 8. September 1880 geboren und lebte ihr ganzes Leben im Dorf Farcașa im Kreis Neamț. Im Jahr 1903 heiratete sie Ion Tănase und gründete eine schöne Familie, die von Gott mit acht Kindern gesegnet wurde (sechs Töchter und zwei Söhne): Maria, Glicheria, die Zwillingsschwestern Ioana und Marița, Petru (der spätere ehrwürdige Petroniu), Raveica und Dumitru.
Schon von Jugend an übte sie die Tugend der Barmherzigkeit. Sie besaß einen starken Glauben und große Ehrfurcht vor den Gottesdiensten der Kirche und erzog ihre Kinder im Geist des orthodoxen Christentums. Sie verrichtete viele Metanien (tiefe Verneigungen), hielt Nachtwachen und betete zum Erlöser Christus, zur Gottesmutter und zu Seinen Heiligen, in großer Liebe, festem Vertrauen und unerschütterlicher Hoffnung auf Gottes Hilfe. Alle Fasttage des Jahres hielt sie mit Strenge ein. Sie kannte das Glaubensbekenntnis, Abschnitte aus der Heiligen Schrift und aus den Psalmen, Gebete, Troparien und Stichiren der Festtage – alles gelernt in der Kirche und durch das Gebetslesen zu Hause.
Von den Beichtvätern der Klöster in Neamț geistlich angeleitet, hatte sie unablässig Gott im Sinn und sprach zu jeder Zeit: „Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner, der Sünderin!“
Mit Liebe nahm sie jeden auf, der Hilfe benötigte, und beschenkte die Armen freigebig. Am 1. August 1942 starb ihr Mann in Iași an Pellagra, und von da an blieb sie bis zu ihrem Tod Witwe. Das Totengedenken war ihr eine heilige Pflicht, und das Gebet eine tägliche Ordnung, die sie mit großer Treue einhielt, im Glauben an das ewige Leben und im Vertrauen darauf, dass die guten Werke des Lebens wahrhaft vor Gott zählen.
Sie lebte den Glauben an den Erlöser Christus und erkannte geistlich, dass die Gnade Gottes sich über jene ergießt, die Ihm in Demut und Liebe dienen. Olimpia war eine unübertreffliche Hausfrau: Sie spann und webte und fertigte selbst alle Kleidung ihrer Familie – Hemden, Mäntel, Opanken (Lederschuhe) sowie die Bettwäsche. Sie nahm an allen Arbeiten teil – im Haushalt, beim Vieh oder auf dem Feld; solange die Kinder noch klein waren, tat sie alles selbst. Sie schätzte das Land, das sie mit Liebe pflegte. Neben all diesen Tätigkeiten war sie auch die Hebamme des Dorfes.
Nur wer sich länger mit ihr unterhielt, konnte erahnen, wie tief ihr christliches Leben war. In einem Jahr ging sie am Gründonnerstag frühmorgens aus dem Haus. Als sie zurückkehrte und gefragt wurde, wohin sie gegangen sei, bekannte sie, dass sie eine kranke Nachbarin besucht, ihr ein Geschenk gebracht und ihr die Füße gewaschen habe – zum Gedenken an die Demut des Herrn beim Letzten Abendmahl. Dann sagte sie: „Der Herr Christus wäscht den Jüngern die Füße – und ich sollte nichts für Ihn tun! Wenigstens so viel habe ich getan: Ich habe der Maria des Gavril, die im Bett liegt, die Füße gewaschen und ihr ein Paar neue Strümpfe angezogen.“
Am Karfreitag sagte sie, den ganzen Tag mit tränengefüllten Augen, zu ihrem Sohn, dem ehrwürdigen Petroniu: „Wenn ich daran denke, wie viel der Herr Christus für uns erlitten hat, möchte ich weinen und vor Schmerz aufschreien.“
Am Karsamstag, wenn die Kinder die kunstvoll bereiteten Pascha-Speisen und Kuchen für das heilige Osterfest bewunderten, sagte sie: „Nicht zum Essen habe ich sie so schön gemacht – ich wage kaum, sie anzurühren –, sondern weil so schön das Angesicht des Herrn Christus an Ostern ist.“
Im Sommer des Jahres 1967, als sie ihr nahes Ende spürte, fastete sie drei Tage, ließ dann den Priester kommen, um zu beichten und die heilige Kommunion zu empfangen. Am 1. Juli wusch sie sich und sagte beim Kämmen zu Glicheria: „Bring schnell mein Kopftuch, damit ich es mir umbinde, denn siehe, drei weiß gekleidete Frauen kommen den Weg entlang.“ „Wo denn, Mutter?“, fragte Glicheria und blickte aus dem Fenster, ohne jemanden zu sehen. „Lass“, sagte die Heilige, „sie haben mit mir zu tun.“
Nach der letzten heiligen Kommunion veränderte sich ihr Gesicht; sie aß nichts mehr, wurde ungewöhnlich fröhlich und begann zu singen:
„Christus ist auferstanden…“
„Die ihr in Christus getauft seid…“
„Deine Geburt, Christus…“ (Troparion der Geburt des Herrn)
„Gepriesen bist Du, Christus…“ (Troparion von Pfingsten) und andere.
Sie sprach das „Wahrhaft würdig ist es“ (Axion estin), den Psalm 50, und sagte oft demütig: „Nimm, Herr, alle auf, die zu Dir kommen, und nimm auch mich auf!“
Am 4. Juli 1967, bei Sonnenaufgang, bat sie Glicheria um eine Kerze, öffnete die Augen und flüsterte: „Vergib mir!“, wandte sich dann auf die Seite und verschied in Frieden, mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
Für ihre Sorge um den Nächsten, für ihre Mühen und ihre mit Freude und Liebe im Namen Christi geübte Barmherzigkeit gedenken wir heute der heiligen Olimpia, der Fürbitterin für die Leidenden und Bedürftigen, mit Glauben und Ehrfurcht und verehren sie als eine, die uns im Himmel vor dem Thron der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Fürsprache einlegt.
Am 1. Juli 2025 wurde Olimpia gemeinsam mit anderen heiligen Frauen durch den Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Die allgemeine Proklamation der Verherrlichung wurde am 6. Februar 2026 in der Patriarchalkathedrale in Bukarest vollzogen.
Gebete
Troparion (5. Ton)
Indem du in Fasten, Almosen und Gebeten lebtest, heilige Olimpia, hast du deine Kinder zu Christus hingeführt und warst eine Helferin derer in Nöten; das Meer des irdischen Lebens hast du durchschritten und bist, mit Früchten erfüllter Seele und mit göttlicher Herrlichkeit geschmückt, zum himmlischen Hafen gelangt.
Kondakion (8. Ton)
Durch dein reines und opferbereites Leben als gute Mutter vieler rechtgläubiger Kinder und durch dein großes Ausharren in Bedrängnissen bist du des Landes der Sanftmütigen würdig geworden, zusammen mit der Schar der heiligen Frauen; und nun betest du für uns, heilige Olimpia.
aus dem Rumänischen übersetzt