Olga, apostelgleiche Großfürstin von Russland

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Gedenktag: 11. Juli

Die in der Gegend von Pskow um 890 geborene Fürstin war die Gemahlin des Fürsten Igor Rjurikowitsch, von Kiew. Somit ward sie Großfürstin Russlands.

Nach der Ermordung ihres Mannes übernahm sie selbst 945 die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Swjatoslaw und erwies sich als kluge Herrscherin (945 bis 962), aber auch als grausame Feldherrin. Nach der Pazifisierung der äußeren Feinde ging Olga an den inneren Aufbau der Kiewer Rus, wobei sie auch erkannte, dass es notwendig war, dem Land und der Bevölkerung eine einheitliche Religion zu geben. Ihr Ziel war also schon die Christianisierung der gesamten Bevölkerung. Sie selbst ließ sich wohl 957 taufen, vermutlich in Konstantinopel - ihr Taufname wurde Helena.

Sie kehrte nach Hause zurück und versuchte missionarisch zu wirken. Doch gab es anschließend Meinungsverschiedenheiten mit dem byzantinischen Kaiser und dem Patriarchen bezüglich der Unterordnung des jungen Staates und seiner Kirche unter Konstantinopel, welche das Projekt der Christianisierung der ganzen Rus vorerst vereitelten. Auch Kontakte, die Olga mit dem deutschen Kaiser Otto I. aufnahm, führten zu keinem Ergebnis, da auch der Westen nicht bereit war, der Rus mehr als den Rang eines einfachen Bistums ohne jede Selbständigkeit zuzugestehen. Trotzdem förderte die Großfürstin weiterhin durch Kirchenbauten die Ausbreitung des Christentums. Dennoch konnte sie nicht einmal den eigenen Sohn für das Christentum gewinnen. Erst ihr Enkelsohn, der hl. Wladimir, vollendete den Wunsch der hl. Olga, und „taufte Russland“ im Jahre 988.

Die hl. Olga aber starb am 11. Juli 969 in Kiew. Ihre Gebeine wurden zwischen 989 und 1007 von ihrem Enkel Wladimir in die neue Zehntkirche überführt. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts wird sie sicher schon als Heilige verehrt, wie ein wiederum aus dem Bulgarischen übersetztes Verzeichnis der Heiligen aus dem 13./14. Jahrhundert bezeugt.


Quelle: www.russische-kirche-l.de