Notker der Stammler

Gedächtnis: 6. April
Notker, genannt der Stammler (Balbulus), entstammte einer vornehmen Familie aus Jonschwil im heutigen Kanton St. Gallen. Von Geburt an litt er unter einem Zahn- bzw. Sprachfehler, der ihm das deutliche Sprechen erschwerte und ihm später seinen Beinamen eintrug. Trotz dieser Einschränkung zeigte sich früh seine besondere Begabung für geistliche Bildung und Musikalität.
Er trat in das Kloster St. Gallen ein, wo er seine Ausbildung erhielt und später selbst als Leiter der Klosterschule wirkte. In der dortigen Gemeinschaft entfaltete er eine enorme schöpferische Kraft. Notker gilt als der bedeutendste geistliche Lyriker des Mittelalters und als einer der Hauptinitiatoren der Gattung der Sequenzen. Durch seine poetische und musikalische Erfindungskraft revolutionierte er die liturgische Dichtkunst und schuf zahlreiche Werke, die weit über sein Kloster hinaus wirkten. Der überlieferte humorvolle und sanftmütige Charakter Notkers findet sich in manchen seiner Texte wieder und machte ihn auch unter seinen Mitbrüdern zu einer geschätzten Persönlichkeit.
Gemeinsam mit den ebenfalls berühmten St. Galler Mönchen Tutilo und Rapert trug Notker wesentlich zur geistig-kulturellen Blüte des Klosters im 9. und frühen 10. Jahrhundert bei. Seine musikalischen und geistlichen Schöpfungen prägten über Generationen hinweg die abendländische Liturgie und Dichtung.
Notker entschlief im Jahre 912 und wurde in St. Gallen beigesetzt.
Reliquien
im deutschsprachigen Raum können in folgenden Kirchen Reliquien verehrt werden:
- Kathedrale zu St. Gallen (Schweiz)
- russisch orthodoxe Auferstehungskirche in Zürich (Schweiz)
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Gebete
Troparion (2. Ton)
Als frommer Mönch der geheiligten Abtei von Sankt Gallen führtest du ein tugendhaftes christliches Leben. Eingetaucht warst du ins Gebet, in die Askese und den Gesang, denn die Kirche bereichertest du mit deiner Musik und mit Gebeten, die du für sie komponiertest. Heiliger Notker, bitte Gott, dass Er unsere Seelen errette!