Neofit und Meletios von Stânișoara

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Gedächtnis: 3. September

Die ehrwürdigen Väter Neofit und Meletie gehören zu den leuchtenden Gestalten des rumänischen Mönchtums und sind eng mit dem Kloster Stânișoara in den Bergen der Cozia verbunden. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verließen mehrere Mönche des Klosters Cozia die Gemeinschaft, um ein strengeres Leben in Abgeschiedenheit zu führen. Unter ihnen befanden sich auch die später verherrlichten Väter Neofit und Meletie, die den Olt-Fluss überschritten und sich in die Einsamkeit der Berge zurückzogen, wo sie in verschiedenen Einsiedeleien ihr asketisches Leben begannen.

Der ehrwürdige Neofit wählte als Wohnstätte die westliche Seite des Berges „Sălbaticul“. Dort führte er ein stilles, gottgeweihtes Leben, das von strengem Fasten, unaufhörlichem Gebet und völliger Enthaltsamkeit geprägt war. In seiner Demut empfing er die große Schima, das höchste Gelübde des Mönchtums, und lebte als wahrer Engel im Fleisch. Seine Seele brannte in Sehnsucht nach Christus, und durch sein Beispiel wurde er ein geistlicher Vater für viele, die ihn in seiner Abgeschiedenheit aufsuchten.

Der ehrwürdige Meletie zog sich in eine kleine Höhle auf der Südseite desselben Berges zurück. Dort verbrachte er mehr als vierzig Jahre in ununterbrochener Askese. Sechs Tage der Woche verharrte er in Stille und Gebet, während er am Sonntag zur Liturgie kam und die heiligen Mysterien empfing. Als besondere Übung der Demut trug er täglich Wasser in einem Krug aus einer weit entfernten Quelle zu seiner Zelle. Im hohen Alter, als seine Kräfte nachließen, flehte er die Allheilige Gottesgebärerin um Hilfe an. Auf sein Gebet hin entsprang in unmittelbarer Nähe seiner Höhle ein Quell lebendigen Wassers, der bis heute als „Izvorul lui Meletie“ – die Quelle des Meletie – bekannt ist und vielen Gläubigen Trost und Stärkung schenkt.

Nach ihrem seligen Ende wurden die ehrwürdigen Väter von den Gläubigen als heilige Fürbitter verehrt. Ihre asketischen Mühen, ihre Wunder und ihr heiliges Andenken blieben im Gedächtnis des Volkes lebendig, und die Orte ihrer Einsiedelei wurden zu Stätten der Wallfahrt.

Der Heilige Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlichte sie am 24.–25. Februar 2016 und die feierliche Proklamation wurde am 28. September 2016 in der Mănăstirea Antim in Râmnicu Vâlcea vollzogen

Heute ruft die Kirche die Gläubigen dazu auf, die heiligen Väter Neofit und Meletie als Vorbilder der Geduld, des Fastens und der unablässigen Hinwendung zu Gott zu ehren und ihre Fürbitte in allen Nöten anzurufen.

Quellen:

Gebete

Troparion (1. Ton)

Ihr Gott liebenden Väter, die ihr in die Berge der guten Werke aufgestiegen seid, habt euch als Wohnungen des Heiligen Geistes erwiesen; nun leuchtet ihr wie eine Fackel auf dem Leuchter in der Welt, ehrwürdige Neofit und Meletie. Betet zu Christus, unserem Gott, dass er unsere Seelen rette!

Kondakion (8. Ton)

Das unbeschreibliche Licht habt ihr in euren Herzen empfangen und euch auf den Bergen für die Liebe des Herrn abgemüht, und die Krone der himmlischen Belohnungen habt ihr empfangen. Wir aber bringen euch Lobpreis dar, heilige ehrwürdige Väter Neofit und Meletie, und rufen: Freuet euch, Stütze der Einsiedler und Herrlichkeit der Christen!