Nektarios der Protopsaltis von Prodromu

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Gedächtnis: 18. November

Der ehrwürdige Nectarie Protopsaltul, mit bürgerlichem Namen Nicolae Crețu, wurde um 1804 in Huși im heutigen Rumänien geboren. Seine Eltern, Vasile und Joița, waren einfache und fromme Christen; er wuchs mit mehreren Schwestern und einem älteren Bruder, Atanasie, auf. Früh zeigte er eine außerordentliche Begabung für die psaltische Kirchenmusik. Nach dem Tod der Eltern vertraute Atanasie seinen jüngeren Bruder einem griechischen Bischof namens Grigorie an, der ihm eine Schulausbildung vermittelte und ihn zugleich in die psaltische Kirchenmusik einführte. Bereits als Jugendlicher zeichnete sich Nicolae durch einen klaren, starken und zugleich demütigen Gesang aus.

Später trat er in das klösterliche Leben ein und wirkte in Neamț und Căldărușani, wo er den Namen Nectarie erhielt. Von dort begab er sich um das Jahr 1842 gemeinsam mit seinem Bruder Atanasie auf den Heiligen Berg Athos. Sie ließen sich zunächst in der Skite der hl. Anna nieder und später in der Einsiedelei Vigla, einem abgelegenen Teil des Athos, der für strenge Askese bekannt ist. Nectarie führte ein Leben des Gebets, des Fastens und des Schweigens, das viele seiner Zeitgenossen beeindruckte. Seine Stimme und seine musikalische Begabung führten dazu, dass er zum Protopsalt, also zum führenden Kirchenpsalter des Athos, berufen wurde.

In der rumänischen Skite Prodromu gründete Nectarie eine Schule der Psaltik, in der zahlreiche Schüler unterrichtet wurden. Sein Gesang galt als von großer Reinheit und innerer Wärme; er war sowohl Komponist als auch Übersetzer liturgischer Gesänge aus dem Griechischen. In den Überlieferungen wird berichtet, dass seine Psalmodie tiefe geistliche Wirkung hatte und viele zur Reue und zum Gebet führte. Manche Ereignisse schildern auch Versuchungen und Anfeindungen, die er mit Demut und Vertrauen auf Gott überwand.

In seinen letzten Lebensjahren lebte er weiterhin in Prodromu, im steten Dienst der Liturgie und in geistlicher Zurückgezogenheit. Er entschlief in der Nacht vom 17. auf den 18. November 1899 und wurde auf dem Athos an der Seite seines Bruders Atanasie bestattet.

Am 18. Oktober 2025 wurde Nectarie Protopsaltul durch die Heilige und Große Synode des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel verherrlicht. Sein Leben und sein Werk haben die rumänische und athonitische psaltische Tradition nachhaltig geprägt.

Gebete

Troparion (3. Ton)

Übersetzung folgt ...