Neagoe Basarab, Fürst der Walachei

Gedächtnis: 26. September
Der heilige und gerechte Fürst Neagoe Basarab (um 1481–1521) regierte von 1512 bis 1521 die Walachei und zählt zu den bedeutendsten Förderern des orthodoxen kirchlichen Lebens seiner Zeit. Gemeinsam mit seiner Gemahlin, der ehrwürdigen Platonida von Argeș, mit Taufnamen Milica (Milița) Branković, förderte er den Bau und die Ausstattung zahlreicher Kirchen und Klöster, darunter die berühmte Klosterkirche von Curtea de Argeș. Als frommer Herrscher, Friedensstifter und Verfasser geistlicher Unterweisungen verband er seine Regierungsverantwortung mit tiefer orthodoxer Frömmigkeit und der Sorge um das geistliche Wohl seines Volkes.
Vita
Neagoe Basarab wurde im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts geboren, wahrscheinlich 1481 oder 1482. Sein Vater stammte aus der Familie Basarab und seine Mutter aus der Familie Craiovești. Schon in jungen Jahren erhielt er eine umfassende Bildung und wurde besonders durch das geistliche Leben des Klosters Bistrița in Oltenien geprägt. Von großer Bedeutung für seine geistliche Entwicklung war der heilige Nifon, der ehemalige Patriarch von Konstantinopel, der sich zeitweilig in der Walachei aufhielt und Neagoe geistlich unterwies. Unter seinem Einfluss vertiefte sich Neagoe in das geistliche und asketische Erbe der Orthodoxen Kirche.
Im Jahr 1512 bestieg Neagoe Basarab den Thron der Walachei. An seiner Seite stand seine Gemahlin Despina Milița, mit der er sechs Kinder hatte und die sein kirchliches Stifterwirken teilte. Seine Regierungszeit war von dem Bemühen geprägt, politische Verantwortung mit einem tiefen orthodoxen Glaubensleben zu verbinden. Er förderte die Kirche in seinem eigenen Land ebenso wie Klöster und kirchliche Einrichtungen weit über die Grenzen der Walachei hinaus. Aufgrund seiner umfangreichen Stiftungen und seiner Sorge für die Kirche gilt er als ein „noch nie dagewesener Wohltäter der Orthodoxie, sowohl in der Walachei und in den anderen rumänischen Ländern als auch im gesamten Osten und der südslawischen Welt“, als einer der bedeutendsten Erbauer von Kirchen und Klöstern des 16. Jahrhunderts, als großer Freund der Schreibkunst und als Mann von hoher Bildung.
Besonders enge Beziehungen unterhielt Neagoe zum Heiligen Berg Athos. Zwischen 1512 und 1515 unterstützte er die Erneuerung mehrerer Klöster, darunter das Kloster Dionisiu. Mit diesem war er auch durch seinen geistlichen Vater, den heiligen Nifon, verbunden, der dort seine letzten Lebensjahre verbracht hatte. Neagoe ließ dessen heilige Reliquien vom Athos in die Walachei bringen. Nach der Verherrlichung des heiligen Nifon ließ er im Kloster Dionisiu eine diesem geweihte Kapelle errichten. Einigen Überlieferungen zufolge soll auch die damalige Hauptkirche des Klosters auf Kosten Neagoes erbaut worden sein. Nachdem sie durch einen Brand zerstört worden war, wurde sie 1534 von Grund auf neu errichtet. Auch die Erneuerung des Klosters Vatopedi unterstützte Neagoe und ließ dort eine der Allheiligen Gottesgebärerin geweihte Kirche errichten. Darüber hinaus erstreckte sich seine Unterstützung auf zahlreiche weitere Klöster des Heiligen Berges und andere orthodoxe Heiligtümer des Ostens.
Seine bedeutendste Stiftung in der Walachei wurde die Klosterkirche von Curtea de Argeș, die zu den herausragenden Werken der mittelalterlichen rumänischen Kirchenkunst zählt. Ihre feierliche Weihe fand am 15. August 1517 in Gegenwart zahlreicher Hierarchen und Vertreter des orthodoxen Mönchtums statt. Am folgenden Tag, dem 16. August 1517, wurde dort feierlich die Heiligkeit seines geistlichen Vaters Nifon verkündet, dessen Reliquien Neagoe aus dem Kloster Dionisiu hatte überführen lassen. Auch die von seinem Vorgänger Radu dem Großen begonnene Metropolitankirche von Târgoviște wurde unter Neagoe vollendet und im Jahr 1520 geweiht.
Neagoe Basarab war jedoch nicht allein als Herrscher und Stifter tätig, sondern hinterließ auch ein bedeutendes geistliches und literarisches Vermächtnis. In den „Lehren Neagoe Basarabs an seinen Sohn Theodosie“ (Învățăturile lui Neagoe Basarab către fiul său Teodosie) verband er die Heilige Schrift und die Lehren der Heiligen Väter mit Unterweisungen über das geistliche Leben, die Verantwortung eines christlichen Herrschers, die Erziehung, das Gebet und den Umgang mit den Mitmenschen. Das Werk ist von der orthodoxen asketischen und hesychastischen Tradition geprägt und gehört zu den bedeutendsten Werken der alten rumänischen Literatur. Darin zeigt sich Neagoe nicht nur als Fürst, sondern zugleich als geistlicher Lehrer, der seinem Sohn die christliche Ausübung der Herrschaft als Dienst vor Gott und den Menschen vor Augen stellte.
Seine Frömmigkeit zeigte sich auch in seinem Streben nach Frieden und in seiner Sorge für die Einheit und Unterstützung der orthodoxen Christen. Seine Beziehungen reichten über die rumänischen Länder hinaus zum Heiligen Berg Athos und zu anderen Zentren der Orthodoxie. So verband sich während seiner Regierungszeit die politische und kulturelle Entwicklung der Walachei in besonderer Weise mit der Förderung des kirchlichen und geistlichen Lebens.
Der heilige Neagoe Basarab entschlief am 15. September 1521 nach etwa neun Jahren der Herrschaft. Er wurde in seiner Stiftung in Curtea de Argeș bestattet, wo sich sein Grab befindet.
Der Heilige Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlichte ihn am 9. Juli 2008. Die feierliche Proklamation seiner Verherrlichung erfolgte am 26. Oktober 2008 in der Patriarchalkathedrale in Bukarest gemeinsam mit derjenigen des heiligen Hierarchen Iachint von Vicina und des heiligen Dionysius Exiguus. Am 26. September 2009 wurde in Curtea de Argeș, dem Ort seiner bedeutendsten Stiftung und seines Grabes, die lokale Proklamation vollzogen.
Quelle: Doxologia.ro – Viața Sfântului Voievod Neagoe Basarab
Gebete
Troparion (1. Ton)
Hochweiser Herrscher unter den Führern des rumänischen Volkes, Erbauer heiliger Gotteshäuser, Freund der Heiligen Väter, vom Heiligen Geist erleuchteter Lehrer und großer Freund des Friedens, heiliger Fürst Neagoe, bitte Christus, unseren Gott, unsere Seelen zu erretten!
Kondakion (8. Ton)
Den Verteidiger des Glaubens und freigebigen Beschützer der Christen in der ganzen Orthodoxie, den Lehrer und Erfüller der Heiligen Schriften, der die Stille der Wüste in den Sturm der weltlichen Wirren gebracht hat, lasst uns mit Freude preisen und ihm in Liebe singen: Freue dich, heiliger Neagoe, rechtgläubiger Fürst der Walachei!
aus dem Rumänischen übersetzt