Maximos der Bekenner

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HH. Maximos der Bekenner

Gedenktag: 21. Januar, 13. August

Der heilige Maximus der Bekenner wurde um 580 in Konstantinopel geboren und wuchs in einer frommen Christenfamilie auf. Er erhielt eine ausgezeichnete Erziehung und studierte Philosophie, Grammatik und Rhetorik. Er war sehr belesen, was die antiken Autoren anging, und auch sehr gut in Philosophie und Theologie. Als er in die Dienste der Regierung eintrat, wurde er Erster Sekretär (asekretis) und Hauptberater von Kaiser Herakleios (611-641), der von seinem Wissen und tugendhaften Leben sehr beeindruckt war.

Der hl. Maximus bemerkte schnell, dass der Kaiser und viele Andere von der Ketzerei des Monotheletismus beeinflusst waren, die sich im Osten rasch ausbreitete. Er zog sich aus dem Dienst bei Hofe zurück und ging ins Chrysopolis-Kloster in Skutarion auf der anderen Seite des Bosporus und ließ sich dort zum Mönch scheren. Durch seine Güte und Weisheit gewann er schnell die Liebe der Mitbrüder und wurde nach ein paar Jahren zum Hegumen des Klosters gewählt. Auch in dieser Stellung blieb er aber ein einfacher Mönch.

Im Jahre 638 versuchten Kaiser Herakleios und Patriarch Sergius, die Bedeutung ihrer Glaubensdifferenzen zu verringern, und veröffentlichten ein Edikt, die “Ekthesis” (vollständiger Name: “Ekthesis tes pisteos“, zu deutsch “Darstellung des Glaubens“), das dekretierte, dass jedermann die Lehre von dem Einen Willen in den zwei Naturen des Erlösers akzeptieren müsse. Zur Verteidigung des rechten Glaubens gegen diese “Ekthesis” sprach der hl. Maximus mit Leuten aus verschiedenen Berufen und Stellungen, und diese Erörterungen waren erfolgreich. Nicht nur der Klerus und die Bischöfe, sondern auch das einfache Volk und die Staatsbeamten fühlten eine Art unsichtbare Anziehungskraft von ihm ausgehen, wie aus seiner Lebensbeschreibung hervorgeht.

Als der hl. Maximus sah, welche Unruhen diese Ketzerei in Konstantinopel und dem gesamten Osten verursachte, beschloss er, sein Kloster zu verlassen und Zuflucht im Westen zu suchen, wo der Monotheletismus komplett verworfen worden war. Auf dem Weg besuchte er Bischöfe in Afrika, bestärkte sie im rechten Glauben und ermutigte sie, sich von den durchtriebenen Argumenten der Ketzer nicht irremachen zu lassen.

Das Vierte Ökumenische Konzil hatte die Häresie des Monophysitismus verdammt, die fälschlicherweise lehrte, dass es im Herrn Jesus Christus nur eine (nämlich die göttliche) Natur gäbe. Von dieser irrigen Meinung beeinflusst, sagten die monotheletischen Häretiker, in Christum gäbe es nur einen göttlichen Willen („Thelema“) und nur eine göttliche Energie („Energia“). Die Anhänger des Monotheletismus suchten einen neuen Weg, um zur zurückgewiesenen Häresie des Monophysitismus zurückkehren zu können. Der Monotheletismus fand viele Anhänger in Armenien, Syrien und Ägypten. Angefacht durch nationalistische Feindseligkeiten wurde diese Irrlehre eine ernsthafte Bedrohung für die Einheit der Ostkirche. Der Kampf der Orthodoxie gegen die Häresie war deshalb besonders schwierig, weil im Jahre 630 drei Patriarchensitze von Monotheletiten besetzt waren: Sergius in Konstantinopel, Athanasius in Antiochia und Kyrus in Alexandria.

Der hl. Maximus ging aus Konstantinopel nach Alexandria über Kreta, wo er seine Predigertätigkeit aufnahm. Dort geriet er mit einem Bischof aneinander, der die ketzerischen Ansichten von Severus und Nestorius teilte. Der Heilige verbrachte sechs Jahre in Alexandria und Umgebung.

Patriarch Sergius starb Ende 838, Kaiser Herakleios 841. Auf den Kaiserthron kam dann dessen Enkel Konstans II. (642-668), ein offener Anhänger der monotheletischen Häresie, und die Angriffe auf die Orthodoxie nahmen zu. Der hl. Maximus ging nach Karthago und predigte dort ungefähr fünf Jahre lang. Als der Monotheletit Pyrrhus, Nachfolger von Patriarch Sergius, nach einer Intrige bei Hofe auf seiner Flucht aus Konstantinopel dort eintraf, verbrachten er und der hl. Maximus viele Stunden im Gespräch. Anschließend bekannte Pyrrhus öffentlich seinen Irrtum und wurde davon überzeugt, den Titel „Patriarch“ zu behalten. Er schrieb sogar ein Buch, in dem er sich zum rechten Glauben bekannte. Der hl. Maximus und Pyrrhus reisten zusammen nach Rom, um Papst Theodor zu besuchen, welcher Pyrrhus als Patriarch von Konstantinopel empfing.

Im Jahre 647 kehrte der hl. Maximus nach Afrika zurück, wo bei einem Bischofskonzil der Monotheletismus als Ketzerei verurteilt wurde. Im Jahre 648 wurde ein neues Edikt veröffentlicht, beauftragt von Konstans und verfasst von Patriarch Paul von Konstantinopel: der „Typos“ (“Typos tes pisteos”, auf deutsch “Schema des Glaubens”), der jeden weiteren Streit über den Einen oder die Zwei Willen Jesu Christi untersagte. Der hl. Maximus bat daraufhin den hl. Martin den Bekenner (Gedenktag: 14. April), Nachfolger von Papst Theodor, die Frage des Monotheletitismus auf einem Kirchenkonzil zu untersuchen. Dieses Laterankonzil trat im Oktober 649 zusammen. Einhundertfünfzig westliche Bischöfe und siebenunddreißig Repräsentanten des orthodoxen Ostens waren zugegen, darunter auch der hl. Martin den Bekenner. Das Konzil verwarf den Monotheletitismus und den Typos. Die falschen Lehren der Patriarchen Sergius, Paul und Pyrrhus von Konstantinopel wurden ebenfalls mit dem Kirchenbann belegt.

Als Konstans II. von den Beschlüssen des Konzils erfuhr, befahl er, sowohl Papst Martin als auch den hl. Maximus zu verhaften. Die kaiserliche Order wurde erst im Jahr 654 erfüllt. Der hl. Maximus wurde des Verrats beschuldigt und ins Gefängnis geworfen. Im Jahre 656 wurde er nach Thrakien geschickt und später wieder zurück nach Konstantinopel ins Gefängnis gebracht.

Der Heilige und zwei seiner Schüler wurden den grausamsten Foltern unterzogen. Ihre Zungen wurden herausgeschnitten und die rechte Hand des Heiligen abgehauen. Dann wurden sie nach Schemarion in Skythien verbannt, wobei sie auf ihrer Reise viele Schwierigkeiten zu erleiden hatten.

Nach drei Jahren offenbarte der Herr dem hl. Maximus die Zeit seines Todes (13. August 662). Drei Kerzen erschienen über dem Grab des hl. Maximus und brannten wundersamerweise. Dies war ein Zeichen, dass der hl. Maximus zu seinen Lebzeiten ein Leuchtfeuer der Orthodoxie gewesen war und weiterhin als Beispiel der Tugend allen Menschen heimleuchten werde. Viele Heilungen geschahen an seinem Grab.

Im griechischen Heiligenkalender erinnert der 13. August an die Überführung der Überreste der hl. Maximus von der Südostküste des Schwarzen Meeres nach Konstantinopel ins Theotokos-Kloster in Chrysopolis (wo er als Hegumen gewirkt hatte), auf der Konstantinopel gegenüberliegenden Seite des Bosporus. Diese Überführung erfolgte nach dem Sechsten Ökumenischen Konzil.

Der 13. August könnte allerdings auch der Todestag des Heiligen sein. Möglicherweise wurde sein Hauptgedenktag auf den 21. Januar verlegt, weil am 13. August die Verabschiedung des Verklärungsfestes begangen wird.

Der hl. Maximus hat der Kirche ein großes theologisches Vermächtnis hinterlassen. Seine exegetischen Schriften enthalten Erklärungen schwieriger Stellen der Heiligen Schrift und umfassen einen Kommentar über das Vaterunser und Psalm 59, verschiedene “Scholia” oder “Marginalia” (an Buchseitenrändern geschriebene Kommentare) sowie Abhandlungen über den Hieromärtyrer Dionysius Areopagita (Gedenktag: 3. Oktober) und den hl. Gregor den Theologen (Gedenktag: 25. Januar). In seinen exegetischen Werken findet sich auch seine Erläuterung des Gottesdienstes, betitelt “Mystagogia” („Einführung in das Mysterium“).

Die dogmatischen Werke des hl. Maximus enthalten die Darlegung seines Disputes mit Pyrrhus und verschiedene Traktate und Briefe an diverse Adressaten. Darin finden sich Auslegungen der orthodoxen Lehre über die Göttliche Essenz und die Personen der Heiligen Dreiheit, die Fleischwerdung des Gotteswortes und die „Theosis“ („Vergöttlichung“) der menschlichen Natur.

Nichts in der Theosis ist Produkt der menschlichen Natur”, schrieb der hl. Maximus in einem Brief an seinen Freund Thalassius, “denn die Natur kann Gott nicht begreifen. Allein die Gnade Gottes hat die Kraft, dem Dasein Theosis zu spenden… In der Theosis wird der Mensch (das Bild Gottes) Gott ähnlich, er genießt all die Fülle, die ihm von Natur aus nicht zukommt, weil die Gnade des Heiligen Geistes in ihm triumphiert und Gott in ihm wirkt“ (Brief 22).

Der hl. Maximus verfasste auch anthropologische Schriften (d.h. die Menschheit betreffend). Darin beschäftigte er sich mit der Natur der Seele und ihrer bewussten Existenz nach dem Tod. Unter seinen moralischen Werken sind vor allem die „Kapitel der Liebe“ bedeutend. Der hl. Maximus der Bekenner schrieb auch drei Hymnen in bester Kirchentradition, womit er dem Beispiel des Hl. Gregor dem Theologen nachfolgte.

Die Theologie des hl. Maximus basiert auf der spirituellen Erfahrung der Erkenntnisse der großen Wüstenväter und bedient sich der ausgefeilten Kunst der Dialektik, welche die vorchristliche Philosophie ausgearbeitet hatte und wie sie in den Werken des hl. Simeon dem Neuen Theologen (Gedenktag: 12. März) und dem hl. Gregor Palamas (Gedenktag: 14. November) fortgeführt und weiterentwickelt worden war.


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