Matrona von Hurezi (Rumänien)


Gedächtnis: 5. Mai
Die ehrwürdige Matrona, mit ihrem weltlichen Namen Maria, wurde am 2. August 1852 in Săliștea Sibiului als Tochter der frommen Eltern Nicolae und Stana geboren.
Kurz nach ihrer Geburt gelangte ihr Vater mit seinen Herden bis in die Gegenden des Heiligen Berges Athos. Durch göttliche Fügung und tief beeindruckt von den asketischen Mühen der athonitischen Mönche entschloss er sich, seine Schafe zu verkaufen und in die Gemeinschaft des Heiligen Klosters Vatoped einzutreten. Dort wurde er mit dem Namen Nikodim zum Mönch geschoren. Nach einer Zeit geistlicher Erprobung wurde er im selben Kloster zum Hieromönch geweiht. Von da an lebte er in Fasten und Gebet bis in hohes Alter in der Nähe der rumänischen Zelle des Heiligen Hypatios. In dieser Zelle wirkte auch ein Neffe der ehrwürdigen Matrona, Vater Teodosie, von dem wir die Nachrichten über ihr gottgefälliges Leben erhalten haben.
Die Mutter der ehrwürdigen Matrona setzte ihre Hoffnung auf die Allheilige Gottesgebärerin und pflanzte in das Herz ihrer Tochter den Samen der Liebe zu den heiligen Dingen. So ging die junge Maria gemeinsam mit ihrer Mutter zum Kloster Sărăcinești, um zu beichten und zu beten. Erleuchtet von der Gnade des Heiligen Geistes blieb sie in diesem Kloster, wo sie heranwuchs und Bildung erhielt und zur rechten Zeit mit dem Namen Matrona zur Nonne geschoren wurde.
Die Ehrwürdige war eine demütige, sanftmütige, schweigsame und gehorsame Nonne. Nach einiger Zeit ging sie in das Kloster Hurezi und stellte sich unter den Gehorsam des erfahrenen geistlichen Vaters Orest, eines Schülers des heiligen Hierarchen Kallinikos von Cernica, eines Übenden des hesychastischen Gebetes. In der Gemeinschaft von Hurezi setzte Mutter Matrona ihr Leben in Askese, Gehorsam und Gebet fort, und ihr Rat wurde von den übrigen Schwestern sehr geschätzt.
Am 18. April 1923, im Alter von 71 Jahren, wurde die Ehrwürdige zur Äbtissin des Klosters Hurezi gewählt. In dieser Berufung leitete sie die Gemeinschaft zur Bewahrung der guten Ordnung und der geistlichen Stille an. Der Konvent der Nonnen und Schwestern liebte und ehrte sie wie eine wahre geistliche Mutter. Zwei Jahre lang führte sie das Kloster mit großer Weisheit und ermahnte die Schwestern durch Wort und Beispiel, die Gottesdienste nicht zu versäumen, häufig ihre Gedanken, Worte und Werke zu bekennen und im Gehorsam und unablässigen Gebet zu verharren.
Mit großem Eifer bemühte sie sich, nach der Lehre der heiligen Väter eine gute Ordnung einzuführen, damit die Nonnen freiwillige Armut bewahrten und so lebten, wie die ehrwürdigen Heiligen es durch die Jahrhunderte getan hatten. In Demut, ihre altersbedingten Schwächen erkennend, trat sie zurück und stellte sich unter den Gehorsam einer neuen Äbtissin, der Schimonachin Epiharia.
Nach langen Mühen, Fasten und unablässigen Gebeten erkrankte die heilige Matrona schwer. In geduldiger Ausdauer bat sie die Gottesmutter, bei ihrem Sohn, dem Erlöser Christus, Fürsprache einzulegen, damit sie in Frieden in das jenseitige Leben eingehen dürfe. Während ihre Schülerinnen sie pflegten, erschien ihr am vierzigsten Tag ihres Leidens die Allheilige Jungfrau Maria und fragte sie: „Was wünschst du?“ Da sprach sie: „Gottesmutter, nimm mich zu dir, denn ich kann die Schmerzen nicht mehr ertragen!“ Nach dieser Erscheinung erwachte die Heilige vollkommen gesund.
So lebte sie mit dem Segen der Gottesmutter noch einige Jahre, betete Tag und Nacht, las im Psalter und übte das Herzensgebet. Auch durch ihr Wort blieb sie eine Führerin der Nonnen des Klosters und ermahnte sie mit den Worten: „Steht auf, Schwestern, lasst uns zur Orthros gehen! Der Herr und die Gottesmutter rufen uns!“ In ihren letzten Lebensjahren fehlte sie niemals bei den Gottesdiensten und war allen von großem geistlichem Nutzen.
Stets blickte die Ehrwürdige unter Tränen auf die Ikone der Gottesmutter, von der sie Segen, Erbarmen und Hilfe erwartete. Zunehmend im Gebet und in der Heiligkeit erhielt die heilige Matrona von der Gottesmutter die Mitteilung, dass sie bald in das selige Leben eingehen werde. Nachdem sie diese Nachricht empfangen hatte, rief sie ihre Schülerinnen zu sich und sprach:
„In drei Tagen werde ich diese Welt verlassen. Der Herr und die Gottesmutter rufen mich. Ich ermahne euch inständig, in großer Liebe miteinander zu leben und in Demut und Gehorsam gegenüber unserer Äbtissin zu verharren. Versäumt niemals die Kirche, das Gebet und den Gehorsam. Sammelt keinen vergänglichen Besitz an, weder Geld noch Kleider, denn all dies trennt den Mönch von der Liebe des Erlösers Christus. Bleibt im Kloster bis zum Tod, welche Versuchungen euch auch begegnen mögen. Ich werde zu Gott für unser Kloster, für euch und für alle beten, die sich aus Liebe zu Gott mühen.“
Am dritten Tag bereitete sie sich noch vor Tagesanbruch vor, zog ihre monastischen Gewänder an, legte sich auf ihr Lager und sagte zu ihrer Schülerin: „Lies neben mir den Akathistos der Verkündigung.“ Während die Schülerin las: „Freue dich, o Braut, immerwährende Jungfrau!“, wiederholte Mutter Matrona diesen Vers. Am Ende des Akathistos, als die Schülerin das Kondakion „Dir, unüberwindliche Heerführerin“ sprach, sagte auch die Ehrwürdige mit leiser Stimme: „Freue dich, o Braut, immerwährende Jungfrau!“ In diesem Augenblick entschlief sie in Frieden, und ihre auserwählte Seele wurde von der Gottesmutter in das Reich Gottes getragen, um mit den Engeln unaufhörlich zu singen und sich zu freuen.
So ging die ehrwürdige Matrona zum Herrn heim wie eine geliebte Braut des Bräutigams Christus. Für ihr Leben und ihre guten Werke stellte der Erlöser Christus sie in die Schar der ehrwürdigen Mütter und Jungfrauen. Ihre ehrwürdigen Reliquien, die neben der Krankenstation des Klosters beigesetzt wurden, empfingen große Gnade und verbreiteten Wohlgeruch und Heilung für jene, die im Glauben beteten und die Heilige um ihre Fürsprache bei Gott baten.
Gebete
Troparion (1. Ton)
Von Kindheit an vom Heiligen Geist der Gnade erleuchtet, hast du das engelsgleiche Leben erwählt und dich im Kloster des heiligen Konstantin Brâncoveanu von Hurezi niedergelassen; durch Gebet, freiwillige Armut und tugendhaftes Leben hast du göttliche Gaben erlangt. Darum freust du dich nun in den Himmeln mit allen Heiligen, ehrwürdige Matrona. Bitte den barmherzigen Gott, dass Er unsere Seelen errette.
Kondakion (8. Ton)
Indem du deine Seele zur Wohnstatt des Heiligen Geistes gemacht hast, hast du deinen Sinn zu den göttlichen Wohnungen erhoben und, dein Denken in der Demut vertiefend, bist du dem engelsgleichen Leben gefolgt. Darum wurdest du gewürdigt, zur Schar der Ehrwürdigen von Hurezi gezählt zu werden. So bete mit ihnen zu Christus Gott, heilige ehrwürdige Mutter Matrona, dass Er unsere Seelen errette.
aus dem Rumänischen übersetzt