Liviu Galaction von Cluj

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Gedächtnis: 8. März

Der heilige Hieromärtyrer Liviu-Galaction von Cluj (1898–1961) gehört zu den bedeutenden rumänischen Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts, die während der kommunistischen Verfolgung für ihren orthodoxen Glauben litten und ihr Leben hingaben. Als Priester, Theologe, Hochschullehrer und Rektor der Theologischen Akademie von Cluj widmete er sein Leben der Verkündigung des Evangeliums und der Ausbildung künftiger Priester. Besonders setzte er sich für die religiöse Unterweisung von Kindern und Erwachsenen ein. Seine Standhaftigkeit gegenüber den atheistischen Ideologien seiner Zeit und sein unerschütterliches Bekenntnis zu Christus führten schließlich zu seiner Verhaftung und seinem Martyrium im Gefängnis von Aiud.

Vita

Liviu-Galaction (Munteanu) wurde am 16. Mai 1898 im Dorf Cristian im Kreis Brașov geboren. Sein Vater Nicolae Munteanu war Lehrer, seine Mutter Maria Hausfrau. Die Familie hatte sechs Kinder, von denen Liviu-Galaction das zweite war. Bereits in seiner Kindheit zeichnete er sich durch seine Liebe zu Gott und seine tiefe Verbundenheit mit der Orthodoxen Kirche aus.

Seine erste schulische Ausbildung erhielt er an der rumänischen Schule seines Heimatortes, die von seinem Vater gegründet und geleitet wurde. Anschließend besuchte er das Andrei-Șaguna-Gymnasium in Brașov und das Theologische Institut in Sibiu, wo er 1920 sein Studium abschloss. Seine theologische Ausbildung setzte er an der Orthodoxen Theologischen Fakultät in Czernowitz fort, an der er 1923 zum Doktor der Theologie promovierte.

Im selben Jahr heiratete er Silvia, mit der er drei Kinder hatte. Als Bischof Nicolae Ivan 1924 die Theologische Akademie in Cluj gründete, wurde er als Professor an diese Einrichtung berufen. Dort widmete er sich der Ausbildung junger Männer, die sich auf den priesterlichen Dienst in der Diözese Cluj vorbereiteten. Am 17. Februar 1927 empfing er durch Bischof Nicolae Ivan die Priesterweihe.

Liviu-Galaction gehörte zu den Professoren mit der längsten Lehrtätigkeit an der Theologischen Akademie von Cluj und wurde schließlich zu deren Rektor ernannt. Seine theologische Arbeit war nicht allein von wissenschaftlicher Gelehrsamkeit geprägt, sondern vor allem von einem lebendigen Bekenntnis zum orthodoxen Glauben. Er bemühte sich, seinen Studenten sowohl durch seine Lehre als auch durch sein persönliches Vorbild ein geistlicher Vater zu sein. Menschen, die ihn kannten, beschrieben ihn als einen außergewöhnlichen Lehrer, der seinen Studenten zugleich Vater und Bruder, Lehrer und Weggefährte war.

Neben seiner Lehrtätigkeit veröffentlichte er zahlreiche theologische und kulturelle Aufsätze. Darin setzte er sich besonders mit den atheistischen Ideologien seiner Zeit auseinander und warnte vor deren Gefahren für den christlichen Glauben und das geistliche Leben.

Als Nordsiebenbürgen 1940 unter die Herrschaft des Horthy-Regimes geriet, bewies der heilige Liviu-Galaction großen Mut und Standhaftigkeit. Er weigerte sich, Cluj zu verlassen, und blieb gemeinsam mit Bischof Nicolae Colan und anderen rumänischen Intellektuellen in der Stadt, um die bedrängte rumänische Bevölkerung geistlich zu unterstützen und ihr Hoffnung zu vermitteln.

Seine christliche Nächstenliebe beschränkte sich jedoch nicht auf Menschen seiner eigenen Volkszugehörigkeit oder seines Glaubens. So rettete er drei jüdische Jugendliche vor der Deportation und dem drohenden Tod, indem er ihnen half, die Grenze zu überqueren und sich in Sicherheit zu bringen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung Nordsiebenbürgens begann für die Orthodoxe Kirche in Rumänien eine neue Zeit schwerer Bedrängnis. Mit der Errichtung des kommunistischen Regimes gewann eine atheistische Staatsideologie zunehmend Einfluss auf das öffentliche Leben. Er hatte sich bereits zuvor in seinen Schriften gegen den Marxismus, den dialektischen Materialismus und die Verbreitung des Klassenhasses ausgesprochen.

1952 wurde das Theologische Institut von Cluj, dessen Leitung er innehatte, durch die kommunistischen Behörden geschlossen. Gleichzeitig wurde ihm die Möglichkeit verweigert, seine Lehrtätigkeit an einer anderen theologischen Ausbildungsstätte fortzusetzen. Unter dem Vorwand falscher Anschuldigungen wurde außerdem sein Wohnhaus beschlagnahmt und verstaatlicht.

Daraufhin wurde er als Priester an die Kirche der Heiligen Drei Hierarchen in Bistrița versetzt. Dort wirkte er sechs Jahre lang mit großem Eifer und widmete sich besonders der Seelsorge und der geistlichen Unterweisung der Gläubigen. Seine Predigten fanden großen Anklang und zogen zahlreiche Menschen an. Gerade diese erfolgreiche pastorale Tätigkeit erregte jedoch das Misstrauen der kommunistischen Geheimpolizei, der Securitate, die ihn zunehmend überwachen ließ.

1958 berief ihn Bischof Teofil Herineanu nach Cluj zurück und ernannte ihn zum Verwaltungsvikar der Diözese. Der Bischof bemühte sich um eine Erneuerung des kirchlichen und geistlichen Lebens und übertrug Liviu-Galaction eine wichtige Aufgabe auf dem Gebiet der Katechese.

Bei einer Versammlung der Erzpriester im August 1958 erhielt er den Auftrag, einen Lehrplan für die religiöse Unterweisung von Kindern und Erwachsenen auszuarbeiten. Gemeinsam mit dem Priester und Theologieprofessor Ioan Bunea erstellte er ein katechetisches Programm, das von Bischof Teofil genehmigt und an die Erzpriesterbezirke der Diözese weitergeleitet wurde.

Die geplante Katechese konnte jedoch nicht mehr in den Pfarrgemeinden eingeführt werden. Die kommunistischen Behörden betrachteten die systematische religiöse Unterweisung als Bedrohung ihrer atheistischen Ideologie und leiteten Maßnahmen gegen die Verantwortlichen ein.

Am 21. November 1958 wurde Liviu-Galaction verhaftet. Während der anschließenden Untersuchungen war er schweren körperlichen und seelischen Misshandlungen ausgesetzt. Bis zu seinem Prozess am 6. Mai 1959 wurde er wiederholt verhört und gefoltert.

Trotz der erlittenen Qualen blieb er seinem Glauben und seiner Hoffnung auf Gott treu. Während des Gerichtsverfahrens bekannte er offen seine Bereitschaft, für Christus das Martyrium auf sich zu nehmen. Er wurde zunächst zu siebzehn Jahren schwerer Haft verurteilt. Nach einem Berufungsverfahren wurde das Strafmaß auf acht Jahre reduziert.

Zunächst wurde er im Gefängnis von Gherla festgehalten und später nach Aiud überstellt. Dort musste er die unmenschlichen Haftbedingungen und die schweren Misshandlungen ertragen, denen zahlreiche orthodoxe Geistliche und Gläubige während der kommunistischen Verfolgung ausgesetzt waren.

Auch in der Gefangenschaft bewahrte er seine Treue zu Christus und zur Orthodoxen Kirche. Sein Leiden wurde zu einem letzten Zeugnis jenes Glaubens, den er während seines gesamten Lebens als Priester, Theologe und geistlicher Lehrer verkündet hatte.

Am 8. März 1961 entschlief der heilige Liviu-Galaction infolge der erlittenen Misshandlungen und der unmenschlichen Haftbedingungen im Gefängnis von Aiud im Herrn. Sein Leib wurde in einem Gemeinschaftsgrab bei Aiud beigesetzt, in dem auch zahlreiche andere Opfer der kommunistischen Verfolgung ihre letzte Ruhestätte fanden.

Durch sein Leben, seine aufopfernde Liebe zu Christus und sein bis zum Tod bewahrtes Bekenntnis zum orthodoxen Glauben wurde Liviu-Galaction zu einem der großen Hieromärtyrer der Rumänischen Orthodoxen Kirche im 20. Jahrhundert.

Am 4. Februar 2025 wurde er gemeinsam mit fünfzehn weiteren Neumärtyrern und Bekennern vom Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Die lokale Proklamation wurde am 25. März in Cluj-Napoca vollzogen.

Quelle: Rumänisches Patriarchat: Sinaxar – Sfântul Preot Mucenic Liviu-Galaction de la Cluj, in: Concursul Național „Icoana ortodoxă – lumina credinței“, ediția a XIV-a, 2025, Anexa 2.

Gebete

Troparion (8. Ton)

Bekenner der Orthodoxie, Führer der Jugend und Ruhm der Lehrer, Vater Liviu Galaction, mit deinen Lehren hast du alle erleuchtet; Beistand derer, die in Not sind, und Leidtragender für den rechten Glauben, bete zu Christus Gott, dass er unsere Seelen rettet.

Kondakion (8. Ton, Podobie: „Wie eine Erstlingsfrucht…“)

Strahlend unter den Priestern durch den Eifer des Bekenntnisses Christi hast du die trügerischen Machenschaften des Widersachers zunichtegemacht, indem du dein Leben für die Erleuchtung der Jugend und die Verkündigung der Wahrheit hingegeben hast. Deshalb rufen wir, dich ehrend, im Geheimnis: Befreie uns aus den Nöten durch deine Gebete, Vater Liviu-Galaction, du Vielgeprüfter.

aus dem Rumänischen übersetzt