Kyrill (Gundjaew), Patriarch

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Kyrill Gundjaew
Lokalkonzil 2009:Bei der Wahl des Metropoliten Kyrill zum Patriarchen

Patriarch Kyrill (Wladimir Michajlowitsch Gundjajew, Кирилл Михайлович Гундяев) wurde am 20. November 1946 in Leningrad (jetzt St.-Petersburg) geboren. Sein Vater - Gundjajew Michail Wassiljewitsch, Priester, verstarb 1947. Seine Mutter - Gundjajewa Raissa Wladimirowna, Deutschlehrerin, in ihrem Lebensabend Hausfrau, verstarb 1984. Älterer Bruder - Erzpriester Nikolai Gundjajew, Professor der Geistlichen Akademie von St.-Petersburg und Vorsteher der Erlöser-Verklärungs-Kathedrale in St.-Petersburg. Sein Großvater - Priester Wassilij Stepanowitsch Gundjajew - war Gefangener der Solovki-Insel für seinen Kirchendienst und dem Kampf mit der Erneuerungskirche in den 20-x, 30-x und 40-x Jahren. Die ehrfürchtigen Eltern erzogen mit ihrem Lebensbeispiel und ihrer Kirchentreue in ihrem Sohn den Wunsch sein Leben dem Kirchendienst zu widmen.

Nach dem Abschluss der 8. Klasse bekam W. Gundjajew eine Arbeitstelle in der "Komplexen Geologischen Expedition der Nord-Westlichen Geologischen Verwaltung", wo er drei Jahre (1962-1965) als Techniker-Kartograph arbeitete, indem er die Arbeit mit der Weiterbildung verknüpfte. Nach dem Schulabschluss ging er 1965 auf das Priesterseminar von Leningrad, und darauf auf die Geistliche Akademie von Leningrad.

Schon in seiner Studienzeit nahm Wladimir aktiv am Kirchenleben der Russisch-Orthodoxen Kirche teil.

Im Jahr 1968 war er Teilnehmer der 3. Prager Christlichen Friedenskonferenz; im Juli desselben Jahres beteiligte sich der junge Student an der - IV. Assemblee des Ökumenischen Rates der Kirchen in Uppsala (Schweden), als Ratgeber auf der alljährlichen Sitzungen des Zentralkomitee des Ökumenischen Rates der Kirchen, und als Vize-Vorsitzender an der Sitzung der Jugendkommission (Christliche Friedenskonferenz).

Am 3. April 1969 wurde Wladimir von dem Metropoliten Nikodim von Leningrad und Nowgorod zum Mönch mit dem Namen Kyrill geweiht (zu Ehre des Apostelgleichen Kyrill, dem Lehrer der Slawen (Gedächtnistag 11/24 Mai). Am 7. April empfing er die Diakonweihe, und am 1. Juni desselben Jahres wurde er Priestermönch.

Im Juni 1970 schloss er die Geistlicher Akademie von Leningrad als einer der Besten ab und bekam den akademischen Grad eines Kandidaten der Theologiewissenschaften. Nach der Verteidigung der Dissertation erhielt er den Lehrstuhl für Dogmatische Theologie und war gleichzeitig Aufsichtshelfer an der Geistlichen Akademie von Leningrad.

Seit dem 30. August 1970 verband Vater Kyrill seine Lehrtätigkeit an der Akademie mit dem Sekretärposten bei dem Metropoliten Nikodim und widmete weiterhin viel Zeit den Außenangelegenheiten des Moskauer Patriarchats.

1971 vertrat der Prietermönch die Geistlichen Schulen der Russisch-Orthodoxen-Kirche auf der General-Assemblee der Orthodoxen Jugendweltorganisation "Sindesmos", wo er zum Mitglied des Exekutivkomitees gewählt wurde.

Am 12. September 1971 wurde er in die Würde eines Archimandriten erhoben, und nach Genf als Vertreter des Moskauer Patriarchats für den Ökumenischen Rat der Kirchen gesandt. In der dortigen Gemeinde wird er Gemeindevorsteher.

1972 begleitete Vater Kyrill den Heiligsten Patriarchen Pimen bei seiner Reise durch den nahen Osten, und auch durch Bulgarien, Jugoslawien, Griechenland und Rumänien.

In demselben Jahr wurde er zum Leitungsmitglied des ÖRK Fonds zur Versöhnung und Wiederaufbau von Indochina.

Am 26. Dezember wurde der Archimandrit zum Rektor der Geistlichen Akademie und des Priesterseminars von Leningrad.

Am 27. Juni 1975 wurde Vater Kyrill zum Vorsitzenden der Diözeserates von der Leningrader Metropolie.

In demselben Jahr wurde er zum Mitglied des Zentral- und Exekutivkomitees des Ökumenischen Rates der Kirchen gewählt.

Am 14. März 1976 empfing der Archimandrit in der Lavra des Heiligen Alexander von Neva die Bischofweihe. Die Bischofsweihe wurde vollzogen von dem Metropoliten von Leningrad Nikodim, dem Metropoliten von Kiew Filaret, dem Metropoliten von Tulsk Juwenalij, dem Erzbischof von Dmitrow Wladimir, dem Bischof Melchisedek von Pensa, dem Bischof Meliton von Tichwin und dem Bischof Chrisostom von Kursk.

Am 27.-28. April 1976 nahm der Bischof Kyrill mit den Delegierten des Moskauer Patriarchats an der Diskussion mit den Vertretern von "Pax Christi International" teil.

Am 9. September 1976 wurde er ständiger Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche in der Plenarkommission des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Am 18. November 1976 besetzte er die Position des Vertreters des Patriarchalexarchen für Westeuropa.

Vom 22. bis 31. Januar 1977 leitete der Bischof die Delegierten der Leningrad- und Nowgorod-Diözesen auf dem Jubiläumstreffen der Patriarchengemeinden in Finnland.

Vom 19. bis 26. Juli 1977 nahm er als Delegiertenhaupt der geistlichen Schulen der Russisch-Orthodoxen Kirche an der IX. General-Assemblee des „Sindesmos“ in Chambesy.

Am 2. September 1977 wurde er zum Erzbischof ernannt.

Vom 23. November bis 4. Dezember war Vater Kyrill Hauptdelegierter der Russisch-Orthodoxen Kirche beim Italienbesuch.

Im Oktober (6.-20.) 1978 nahm der Erzbischof an den Diskussionen mit den Vertretern der römisch-katholischen Kirche teil.

12. Oktober 1978 folgte seine Entlassung aus dem Vertreterdienst des Patriarchalexarchen für Westeuropa, gleichzeitig erhielt er den Aufsichtsdienst der Patriarchengemeinden in Finnland.

Am 16. November 1979 bestimmte ihn das Moskauer Patriarchet zum Mitglied der Kommission der Geweihten Synode in Fragen der christlichen Einheit.

Am 29. Mai 1980 nahm er an der ersten Gemischten orthodox-römisch-katholischen Kommission auf der Insel Patmos und Rhodos.

Vom 30. November bis zum 12. Dezember besuchte Vater Kyrill mit den Studenten der Geistlichen Akademie von Leningrad das Heilige Land.

Am 23. Dezember 1980 wurde der Erzbischof Organisationsmitglied der Festkommission „1000 Jahre seit der Russlandtaufe“.

Vom 16. bis 21. August 1981 war er Mitglied der 33. Sitzung des Zentralkomitees des Ökumenischen Rates der Kirchen in Dresden.

1982 war Vater Kyrill auf einem längere Aufenthalt in Finnland und Japan.

Vom 31. Mai bis 7. Juni war der Bischof an der Sitzung der „Gemeinsamen Theologischen Kommission zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen Lokalkirchen“ auf der Insel Kreta vertreten.

Am 26. Dezember 1984 ernannte ihn das Moskauer Patriarchat zum Erzbischof von Smolensk und Wjasemsk.

Am 9. September 1986 empfing seine Eminenz den Verdienstorden des Gottseligen Sergij von Radonesh des zweiten Grades, verbunden mit seinem 40. Geburtstag.

Nach der Entscheidung des Geweihten Synod vom 10.-11. April 1989 bekam er den Titel „Erzbischof von Smolensk und Kaliningrad“.

Nach der Entscheidung des Geweihten Synod vom 14. November 1989 bestimmte das Moskauer Patriarchat den Erzbischof zum Vorsitzenden des Kirchlichen Außenrates, und zum ständigen Mitglied des Geweihten Synod.

Am 25. Februar 1991 wird er in die Würde des Metropoliten erhoben.

Am 6 Dezember 2008, in Verbindung mit dem Ableben des Heiligsten Patriarchen von Moskau und ganz Russland Alexij II., wurde Metropolit Kyrill in einer Geheimabstimmung als der Patriarchenstatthalter („locum tenens“)gewählt.

Das Lokalkonzil (Pomestny Sobor), das höchste Konzil der Russischen Orthodoxen Kirche, an dem Vertreter aller Eparchien teilnahmen, wählte ihn am 27. Januar 2009 bereits im ersten Wahlgang mit 508 von 702 abgegeben Stimmen zum 16. Patriarchen in der Geschichte der russischen Orthodoxie. Am 1. Februar 2009 wurde er in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale inthronisiert.

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