Johannes und Maria von Ustjug, Gerechte

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Gedächtnis: 29. Mai

Die heiligen Johannes und Maria von Ustjug waren ein in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts lebendes Ehepaar, das in der Russisch-Orthodoxen Kirche als Gerechte verehrt wird.

Johannes hieß ursprünglich Buga oder Bagu. Nach der kirchlichen Überlieferung war er ein tatarischer Heide und diente unter Batu Khan als Baskak, also als mongolischer Beamter, der in Weliki Ustjug Abgaben für den Khan einzog. Er galt zunächst als habgierig und gewalttätig und bedrückte die Bevölkerung durch hohe Abgaben.

Buga erblickte Maria, die Tochter eines angesehenen Bürgers von Ustjug, und nahm sie gegen ihren Willen zu sich. Als sich 1262 auch in Ustjug Widerstand gegen die mongolischen Steuereintreiber regte, riet Maria ihm, sich taufen zu lassen und eine christliche Ehe mit ihr einzugehen. Zunächst nahm er die Taufe offenbar hauptsächlich aus Furcht um sein Leben an. Er erhielt dabei zu Ehren des heiligen Märtyrers Johannes des Kriegers den Namen Johannes.

Nach der Überlieferung führte Maria ihren Mann durch ihre Unterweisung, ihr Gebet und besonders durch ihr eigenes tugendhaftes Leben allmählich zu einer aufrichtigen Annahme des orthodoxen Glaubens. Johannes wandelte sich und wurde schließlich von den Einwohnern geachtet. Die Vita stellt Maria somit als diejenige dar, deren Glaube und Geduld das Herz eines gewalttätigen Menschen veränderten.

Eines Tages erschien Johannes während einer Jagd im Traum eine ehrfurchtgebietende Gestalt und befahl ihm, an dieser Stelle eine Kirche zu errichten. Maria erklärte ihm, dass es sich um den heiligen Johannes den Täufer handle. Daraufhin ließen die Eheleute eine Kirche zu Ehren der Geburt des heiligen Johannes des Täufers erbauen, statteten sie aus und sorgten für alles, was zum Gottesdienst benötigt wurde.

Johannes und Maria standen außerdem mit bedeutenden Asketen ihrer Zeit in Verbindung. Sie verehrten den heiligen Kyprian, den Gründer des Erzengelklosters von Ustjug, und empfingen wiederholt den heiligen Prokopios von Ustjug, den Narren in Christo, in ihrem Haus. Dieser soll sie in ihrem geistlichen Leben bestärkt haben.

Das Ehepaar führte nach kirchlicher Überlieferung ein enthaltsames, reines und wohltätiges Leben. Schon die Zeitgenossen bezeichneten Johannes und Maria wegen ihrer Umkehr, ihres Glaubens und ihrer christlichen Lebensführung als „die Gerechten“. Sie starben im hohen Alter und wurden bei der Himmelfahrtskirche von Ustjug bestattet.