Ilie Lăcătușu, Bekenner

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Ikone anlässlich seiner Verherrlichung am 4. Februar 2025 in Bukarest

Gedächtnis: 22. Juli

Der heilige Priesterbekenner Ilie Lăcătușu (1909–1983) war ein rumänischer Geistlicher, der während der kommunistischen Kirchenverfolgung wiederholt verhaftet wurde und viele Jahre in Gefängnissen und Zwangsarbeitslagern verbringen musste. Selbst unter schwersten Bedingungen blieb er seinem Glauben treu und wurde seinen Mitgefangenen durch seine Demut, sein unablässiges Gebet und seine aufopfernde Nächstenliebe zu einem geistlichen Vorbild. Besondere Verehrung erlangte er nach der Auffindung seines unverwesten Leibes im Jahr 1998.

Vita

Ilie Lăcătușu wurde am 8. Dezember 1909 im Dorf Țepești in der Gemeinde Crăpăturile im Kreis Vâlcea geboren. Seine Eltern Marin und Maria waren gläubige Bauern, die ihre Kinder im orthodoxen Glauben erzogen. Ilie war das zweite von sieben Kindern der Familie. Nach dem Besuch der Schule in Șerbănești-Tetoiu setzte er seine Ausbildung am Theologischen Seminar des heiligen Nikolaus in Râmnicu Vâlcea fort. Anschließend studierte er an der Orthodoxen Theologischen Fakultät in Bukarest.

Am 5. Juli 1931 heiratete er die Lehrerin Ecaterina Popescu, mit der er eine christliche Familie gründete. Aus ihrer Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen jedoch vier bereits in jungen Jahren entschliefen. Dieser schwere Verlust erfüllte die Eltern mit großem Schmerz, den sie im Vertrauen auf Gott und im Gebet trugen.

Am 27. August 1934 empfing Ilie durch Bischof Vartolomeu Stănescu von Râmnic und Neu-Severin die Diakonatsweihe und wurde am folgenden Tag zum Priester für die Gemeinde Osica de Jos im Kreis Olt geweiht. Bereits am 5. Oktober desselben Jahres wurde er in die Pfarrei Pluta-Buicești im Kreis Mehedinți versetzt, wo er seinen priesterlichen Dienst mit großer Hingabe versah.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Vater Ilie am 1. November 1942 von der Metropolie Oltenien nach Transnistrien entsandt. Dort betreute er die Pfarrei Șerșenița im Bezirk Rîbnița und blieb bis März 1943 im Dienst der dortigen orthodoxen Gläubigen.

Mit der Errichtung der kommunistischen Herrschaft in Rumänien begann eine schwere Verfolgung der Orthodoxen Kirche. Zahlreiche Geistliche, Mönche und Gläubige wurden verhaftet, inhaftiert oder zur Zwangsarbeit verpflichtet. Auch der heilige Ilie musste wegen seines Glaubens und seines priesterlichen Dienstes schwere Leiden ertragen.

Am 18. Juli 1952 wurde er erstmals verhaftet. Die kommunistischen Behörden brachten ihn in die Zwangsarbeitslager Galeșu und Peninsula bei Constanța, wo die Gefangenen unter unmenschlichen Bedingungen am Bau des Donau-Schwarzmeer-Kanals arbeiten mussten. Im Jahr 1953 wurde er nach Târgu Ocna verlegt. Erst am 26. April 1954 kam er wieder frei und kehrte nach Buicești zurück, wo er seinen priesterlichen Dienst fortsetzte. Doch die Verfolgung war damit nicht beendet. Am 1. Juli 1959 wurde Vater Ilie erneut verhaftet und zur Zwangsarbeit in das Donaudelta gebracht. Im berüchtigten Lager Periprava musste er weitere Jahre schwerster Entbehrungen ertragen. Seine zweite Haftzeit dauerte bis zum 6. Mai 1964.

Während seiner Gefangenschaft erwies sich der heilige Ilie als wahrer Bekenner Christi. Trotz Hunger, Kälte, Erschöpfung und der Grausamkeit seiner Bewacher bewahrte er einen tiefen inneren Frieden. Er betete unablässig und bemühte sich, seine Mitgefangenen im Glauben zu stärken. Dabei sprach er nur wenig und hielt sich meist im Schweigen. Wenn er jedoch etwas sagte, waren seine Worte von großer geistlicher Bedeutung.

Seine Demut war so ausgeprägt, dass er seine Tugenden nach Möglichkeit vor anderen verbarg und jede besondere Aufmerksamkeit vermied. Er ermutigte seine Mitgefangenen zum Gebet, insbesondere in Augenblicken großer Gefahr und Verzweiflung. Für viele wurde er dadurch zu einem geistlichen Vater, der ihnen half, die schweren Prüfungen der Gefangenschaft im Vertrauen auf Christus zu bestehen.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich seine Nächstenliebe im Umgang mit den kranken und geschwächten Gefangenen. Wenn er von zu Hause ein Paket mit Kleidungsstücken erhielt, verschenkte er diese sogleich an diejenigen, die sie dringender benötigten. Er selbst blieb in seiner zerrissenen Häftlingskleidung zurück. Selbst auf seine ohnehin knappen Lebensmittel verzichtete er, um anderen Gefangenen zu helfen, die noch stärker unter Hunger und Entbehrung litten. Auch denjenigen, die durch Folter und Misshandlungen geschwächt waren, stand er bei. Um sie vor erneuten Strafen zu bewahren, übernahm er zusätzlich zu seiner eigenen Arbeit die ihnen auferlegten Arbeitsnormen. Damit setzte er seine ohnehin erschöpften Kräfte ein, um das Leiden seiner Mitmenschen zu lindern.

Durch diese selbstlose Hingabe wurde er zu einem lebendigen Zeugnis der Liebe Christi. Weder die Härte der Gefangenschaft noch die Ungerechtigkeit seiner Verfolger vermochten seinen Glauben zu erschüttern. Vielmehr vertiefte sich durch die erlittenen Prüfungen sein Gebetsleben, und seine Demut und Barmherzigkeit wurden für seine Mitgefangenen zu einer Quelle des Trostes.

Nach seiner Freilassung im Mai 1964 durfte Vater Ilie zunächst nicht in seine frühere Pfarrei zurückkehren. Die kommunistischen Behörden wiesen ihm einen Zwangswohnsitz in Bolintin zu, wo er als Maurer arbeiten musste. Obwohl er seinen priesterlichen Dienst vorübergehend nicht ausüben konnte, blieb er seinem geistlichen Lebensweg treu.

Durch die Fürsorge des rumänischen Patriarchen Justinian Marina konnte Vater Ilie am 1. April 1965 seinen priesterlichen Dienst wieder aufnehmen. Er wurde der Pfarrei Gârdești im Kreis Teleorman zugeteilt, wo er erneut als Seelsorger wirkte. Im Jahr 1970 wurde er in die Pfarrei Cucuruzu im Kreis Giurgiu versetzt. Dort setzte er seinen priesterlichen Dienst bis zum 1. Januar 1978 fort. Trotz der schweren Leiden, die er während der langen Haftjahre ertragen hatte, blieb er den Gläubigen ein Vorbild an Geduld, Demut und christlicher Nächstenliebe. Sein Leben war vom Gebet, von der Liebe zu Christus und von der Bereitschaft geprägt, anderen Menschen in ihren Nöten beizustehen.

Er entschlief in Frieden am 22. Juli 1983 in Bukarest. Bei der Exhumierung am 29. Juli 1998 wurde sein Leib unverwest und wohlriechend aufgefunden – ohne jegliche Konservierung, unter normalen Bodenbedingungen. Dieses Ereignis wurde bald als ein Wunder betrachtet und zog zahlreiche Pilger an. Der unverwesene Leib wurde in einen Glas-Sarkophag umgebettet und befindet sich bis heute in der Familiengruftkapelle auf dem Friedhof „Adormirea Maicii Domnului“ im Bukarester Stadtteil Giulești.

Am 4. Februar 2025 wurde Ilie Lăcătușu gemeinsam mit fünfzehn weiteren Bekennern und Neumärtyrern offiziell durch den Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Die zunächst für den 13. Juli 2025 vorgesehene lokale Proklamation seiner Verherrlichung wurde verschoben. Nach einer Mitteilung der Erzdiözese Bukarest vom 10. Juli 2025 soll sie im Jahr 2026 nach Fertigstellung des Reliquienschreins für seine heiligen Gebeine stattfinden; ein genauer Termin wurde bislang nicht bekanntgegeben.

Quellen: Rumänisches Patriarchat: Sinaxar – Sfântul Preot Mărturisitor Ilie Lăcătușu, in: Concursul Național „Icoana ortodoxă – lumina credinței“, ediția a XIV-a, 2025, Anhang 2; Basilica.ro: Lămurire privind mormântul Părintelui Ilie Lăcătușu (2016).

Gebete

Troparion (4. Ton)

Von Jugend an hast du durch deine Liebe zu allen die Liebe deines Herzens zu Christus, unserem Gott, offenbart, Ilie, du Gnadenerfüllter; als Bekenner hast du Ihn standhaft im Leiden verkündet und wurdest mit der Gabe der Unverweslichkeit geehrt, Vater. Nun aber, da du Freimütigkeit hast, bitte für uns.

Kondakion (4. Ton)

Da du die Schmerzen wie eine Kreuzigung ertragen und dich in Demut geübt hast, empfingst du von Christus die herrliche Gabe der Wundertaten, heiliger Ilie, Zierde Bukarests.

aus dem Rumänischen übersetzt