Ikonenweihe

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Orthodoxes Glaubensbuch - Die Ikonenweihe

Geweiht werden alle Ikonen, die mit Farben gemalt, gedruckt, aus Holz geschnitzt, aus Stein gemeißelt, aus Metall gegossen, aus Keramik hergestellt oder mit Fäden oder Perlen gestickt sind. Unerlässliche Bedingung für die Weihe einer Ikone ist, dass die Darstellung der Tradition entspricht, die Symbole der Heiligkeit (einen Heiligenschein um den Kopf) und den Namen des Heiligen trägt. Dabei muss die Darstellung sorgfältig in einen Rahmen bzw. einen Schrein gestellt oder an den Rändern und auf der Rückseite entsprechend bearbeitet sein. In jedem Fall beurteilt der Priester, ob die Ikone für die Weihe tauglich ist.

Jede neue Ikone muss geweiht werden, aber auch alte Ikonen nach einer Restaurierung oder Entweihung. Entweiht ist eine Ikone, wenn sie auf einem Müllhaufen, im Abfall, an einem unreinen Ort oder stark beschmutzt gefunden wird.

Jede Ikone, die Risse oder Löcher in der Farbschicht aufweist, soll unbedingt restauriert werden. Es entspricht nicht der orthodoxen Frömmigkeit, eine Ikone zu Hause zu haben, die durch die Einwirkung der Zeit oder unachtsame Behandlung beschädigt ist.

Ikonen kann nur ein Priester weihen. Dazu wird er nach Hause eingeladen oder die Ikone wird in die Kirche gebracht. In letzterem Fall sollte man sie in reines Papier oder ein Tuch wickeln. Die Weihe wird während eines allgemeinen Bitt- oder Dankgottesdienstes mit oder ohne Wasserweihe oder gesondert vollzogen. Es gibt vier verschiedene Texte für die Ikonenweihe: für Ikonen des Herrn, der Gottesmutter, Ikonen der Heiligen oder einen allgemeinen Ritus für Ikonen mit verschiedenen dargestellten Personen. In jedem dieser Riten liest der Priester ein an den Herrn gerichtetes Gebet und besprengt die Ikone anschließend dreimal mit Weihwasser mit den Worten: “Geweiht wird dieses Bild (Name der Ikone) durch die Gnade des Heiligen Geistes, durch Besprengung mit diesem Heiligen Wasser, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.”


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