Gottesmutter von Potschajew

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Ikone der Gottesmutter Pochaev 4.jpg
Orthodoxes Glaubensbuch - Gottesmutter von Potschajew (Potschajewskaja)

Die Mutter-Gottes-Ikone “Potschajewskaja” gehört zu den meistverehrten Ikonen. Der Grund dieser Verehrung durch das ganze Volk sind die vielen Wunder, die durch sie geschehen. Das wundertätige Bildnis befindet sich im Mariä-Entschlafungs-Kloster in Potschajewin der Westukraine.

Auf dem Berg, wo jetzt das Kloster liegt, siedelten sich in der Mitte des XIV. Jahrhunderts zwei Mönche an. Eines Tages stieg einer von ihnen nach dem Gebet auf den Gipfel des Berges. Plötzlich erblickte er die Allheilige Gottesgebärerin, die auf einem Stein stand und von Flammen umgeben war. Er rief den anderen Bruder herbei und dieser wurde ebenfalls der wunderbaren Erscheinung gewürdigt. Der dritte Zeuge des Wunders wurde der Hirte Ioann Bosoj (der Barfüßige). Auf dem Stein, wo die Gottesmutter stand, blieb ein Abdruck ihres rechten Fußes zurück.

Zwei Jahrhunderte später, im Jahre 1559, nahm der Metropolit aus Konstantinopel Neofit auf seiner Reise durch Volhynien bei der Adeligen Anna Gojskaja Quartier, die auf dem Gut Orlja lebte. Bei seiner Abreise überließ er ihr als Segensgeschenk eine Ikone der Gottesmutter, die er aus Konstantinopel mitgenommen hatte. Vor dieser Ikone ereigneten sich Zeichen und Wunder. Man sah sie von einem Schein umgeben, durch sie wurde der Bruder Anna Gojskajas geheilt. Als die fromme Frau die großen Gnadenerweise sah, die von dem wundertätigen Bildnis ausgingen, stiftete sie die Ikone im Jahre 1597 dem Kloster auf dem Berg von Počaev, das sich unweit ihres Landgutes befand. Seit jener Zeit heißt die Ikone Potschajewskaja. Zahlreiche Wunderheilungen ließen Scharen von Gläubigen in das Kloster strömen.

Wir erwähnen nur zwei der vielen Beispiele der gnadenvollen Hilfe der himmlischen Königin. Ein Mönch des Klosters von Potschajew geriet in die Gefangenschaft der Tataren. Als er in Gefangenschaft war, erinnerte er sich mit Weh im Herzen an das große Potschajew, seine Heiligtümer und Kirchen und an die Gottesdienste im Kloster. Besonders betrübt war er am Fest Mariä Entschlafung, dem Patrozinium des Klosters. Unter Tränen bat er die Allreine Gottesmutter, ihn aus der Gefangenschaft zu befreien. Und plötzlich verschwand das Gefängnis, in dem er sich befand, und er sah, dass er an der Mauer seines ihm teuren Klosters stand, in dem sich sehr viele Menschen zum Fest versammelt hatten.

Wunderbare Hilfe gewährte die Allheilige Gottesmutter im Jahre 1675, als die Türken Počaev belagerten. Die Kräfte waren ungleich, und die Brüder setzten all ihre Hoffnung auf die Gottesmutter. Die Mönche beteten unter Tränen Tag und Nacht vor ihrem wundertätigen Bildnis. Der Abt gebot, den Akathistos-Hymnus der Gottesmutter zu singen. Als man “Dir, der überlegen kämpfenden Heerführerin...” sang, erschien die Mutter Gottes über der Kirche und breitete ihr Omophorion über dem Kloster aus. Es umgaben sie Engel in Kriegskleidung und mit Schwertern, die Blitzen ähnlich waren. Die Belagerer befiel große Angst und sie flohen.

Und auch jetzt verrichten die Mönche des Klosters von Potschajew wie vor vier Jahrhunderten ihre Gebete vor der wundertätigen Ikone der Mutter Gottes und preisen die Fürsprecherin des Christengeschlechtes.

Das Fest der Mutter-Gottes-Ikone von Potschajew wird am 5. August (23. Juli) und am 21. (8.) September begangen.


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