Gottesmutter des Zeichens

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Orthodoxes Glaubensbuch - Gottesmutter des Zeichens (Znamenie)

Auf der Ikone “Znamenie” (“Zeichen”) ist die Allheilige Gottesgebärerin mit zum Gebet erhobenen Händen dargestellt. In einem Kreis (einer Aureole, welche die göttliche Macht symbolisiert) befindet sich das segnende Kind. Diese Darstellung gehört zu den ältesten Ikonenbildern.

“Znamenie” heißt die Ikone nach einem wunderbaren Zeichen, das im Jahre 1170 durch die Novgoroder Ikone geschah. In jenem Jahr beschlossen die Fürsten der Teilfürstentümer, nachdem sie sich vereint hatten, das Große Novgorod zu unterwerfen. Ein großes Heer belagerte die Stadt. Die Novgoroder konnten nur noch auf die Hilfe Gottes hoffen. Sie beteten Tag und Nacht. Der Erzbischof von Novgorod betete seit der Belagerung ohne Unterlass in der Sophienkathedrale vor der Ikone des Allbarmherzigen Erlösers. In der dritten Nacht spürte er plötzlich ein heiliges Schaudern, und von der Ikone kam eine Stimme, die ihm gebot, die Ikone der Gottesmutter zu nehmen und auf die Stadtmauer zu tragen.

Als man die Ikone auf die Stadtmauer gebracht und sie mit dem Gesicht zu den Belagerern aufgestellt hatte, blieben ihre Herzen hart, und sie hatten keine Einsicht, sondern schossen sogleich eine Menge Pfeile auf die Stelle, wo die Ikone stand. Einer der Pfeile traf das heilige Antlitz der Mutter Gottes. Und da geschah das Wunder – die Ikone drehte sich selbst von den Belagerern weg und wandte sich mit dem Gesicht zur Stadt, und aus den Augen der Gottesmutter flossen Tränen. Zur selben Zeit ergriff die Soldaten, welche die Stadt belagerten, großes Entsetzen. Ihr Augenlicht trübte sich, sie begannen gegeneinander zu kämpfen. Durch dieses Zeichen ermutigt, zerschlugen die Novgoroder das große Heer der Aggressoren.

Damals wurde zum Gedächtnis an das wunderbare Eingreifen der Himmlischen Königin am 10. Dezember (27. November nach altem Kalender) auch das Fest ihrer Ikone eingeführt, die nun “Znamenie” genannt wurde.

Danach geschahen durch diese Ikone noch zahlreiche weitere Zeichen und Wunder. Auch andere “Znamenie”-Ikonen wurden als wundertätig bekannt, so die Ikonen von Kursk, vom Abalackij-Kloster (Tobol’sk), vom Serafimo-Ponetaevskij-Kloster (Arzamas) und viele andere.

Im Besonderen möchten wir von dem Wunder erzählen, das der Ikone “Znamenie” von Kursk widerfuhr. Es geschah im Jahre 1898. Böswillige Menschen, die den Eingebungen des Satans folgten, wollten den Glauben an die wundertätige Kraft der heiligen Ikone erschüttern und das Bild vernichten. Während der Nachtwache legten sie einen Sprengsatz mit einem Zeitmechanismus zur Ikone. In der Nacht hörte man eine furchtbare Explosion, die so stark war, dass die gusseiserne vergoldete Umkleidung der Ikone zersprang, der schwere marmorne Ständer weggeschleudert wurde und in Stücke barst, die Tür, die sich unweit der Ikone befand, total beschädigt wurde, die Wand Sprünge bekam und alles Glas in der Kirche zerbrach. Aber inmitten all dieser Zerstörung blieb die heilige Ikone auf wundersame Weise unversehrt. Sogar das Glas in ihrem Schrein war unbeschädigt. Das Vorhaben der Frevler, das wundertätige Bild zu zerstören, führte zu seiner noch größeren Verehrung.

Das Fest der Ikone “Znamenie” von Kursk wird zweimal im Jahr begangen, und zwar am 21. (8.) März und am 21. (8.) September.


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