Gerasimus von Tismana

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Ikone anlässlich seiner Verherrlichung am 4. Februar 2025 in Bukarest

Gedächtnis: 26. Dezember

Der heilige Mönchsmärtyrer Gerasimus von Tismana (1912–1951) gehört zu den bedeutenden rumänischen Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts, die während der kommunistischen Verfolgung ihr Leben für Christus hingaben. Als Abt der Klöster Arnota und Tismana, Missionar und geistlicher Vater zeichnete er sich durch seine tiefe Frömmigkeit, seine Liebe zum Gebet und seine große Barmherzigkeit aus. Selbst unter den unmenschlichen Bedingungen der kommunistischen Gefängnisse blieb er seiner priesterlichen Berufung treu, stärkte seine Mitgefangenen im Glauben und spendete ihnen die Heiligen Mysterien. Besonders bekannt wurde sein christliches Zeugnis durch die Vergebung, die er einem seiner Peiniger kurz vor seinem eigenen Tod gewährte.

Vita

Gerasimus (Iscu) wurde am 21. Januar 1912 im Dorf Valea Șoșii in der Gemeinde Poduri im Kreis Bacău geboren. Seine Eltern Grigorie und Elena waren gläubige orthodoxe Christen, die ihren Sohn von frühester Kindheit an in der Liebe zu Gott und zum Gebet erzogen. Bei der Taufe erhielt er nach seinem Vater den Namen Grigorie. Seine Mutter trat später selbst in das monastische Leben ein und entschlief als Nonne.

Bereits im Alter von zwölf Jahren wurde Grigorie als Novize in das Kloster Bogdana aufgenommen, das unweit seines Heimatortes lag. Er besuchte zunächst das Klosterseminar von Neamț und anschließend jenes von Cernica. Während dieser Zeit trat er in die Gemeinschaft des Klosters Tismana ein, wo er zum Mönch geschoren wurde und den Namen Gerasimus erhielt.

Von Beginn seines monastischen Lebens an zeichnete er sich durch großen Eifer bei den Gottesdiensten, gewissenhafte Erfüllung seiner Gehorsamsaufgaben und ein beständiges Gebetsleben aus. Durch seine geistlichen Anstrengungen erlangte er die Gnadengabe der Tränen und des unablässigen Gebetes. Zugleich entwickelte er ein tiefes Mitgefühl für die Leiden seiner Mitmenschen.

Nach einiger Zeit empfing er die Priesterweihe. Seinen priesterlichen Dienst betrachtete er als Mittelpunkt seiner Berufung und bewahrte ihm zeitlebens eine besondere Ehrfurcht. Er bekannte selbst, dass er stets nur ein Diener des heiligen Altars sein wollte und diesen Dienst mit Gottes Hilfe niemals entweiht habe. Das monastische Leben und das Priestertum bildeten für ihn die beiden Grundlagen seines geistlichen Wirkens. In seinen Worten und Handlungen orientierte er sich an der Heiligen Schrift und den Lehren der Heiligen Väter. Dadurch entwickelte er sich zu einem geschätzten Prediger und erfahrenen geistlichen Vater.

Im Alter von 25 Jahren wurde Gerasimus zum Abt des Klosters Arnota berufen, das nach einem schweren Brand wiederhergestellt werden musste. Zwei Jahre lang widmete er sich mit großer Hingabe dem Wiederaufbau und der geistlichen Leitung der Gemeinschaft. Nach dem Rücktritt des Bischofs, der ihn zum Abt ernannt hatte, legte er dieses Amt nieder und ging an das Klosterseminar von Cernica, wo er als Bibliothekar und Buchhalter tätig war. Dort bemühte er sich besonders um die geistliche Bildung der Seminaristen und ermahnte sie, sowohl auf ihre Seelen als auch auf ihre Studien zu achten.

Später wurde er im Rahmen der Rumänischen Orthodoxen Mission nach Transnistrien entsandt, um das kirchliche Leben in einer Region wiederzubeleben, die zwei Jahrzehnte lang unter einer atheistischen Herrschaft gestanden hatte. Innerhalb einer Woche erlernte er die kirchlichen Gottesdienste in slawischer Sprache und bemühte sich darüber hinaus, Russisch und Ukrainisch zu erlernen, um den Gläubigen in ihrer eigenen Sprache das Evangelium verkünden zu können.

Besonders im Dorf Păsățel gewann er durch seine Opferbereitschaft und seine aufrichtige Liebe das Vertrauen der Bevölkerung. Unter schwierigen materiellen Bedingungen wirkte er als Priester und Seelsorger, beteiligte sich eigenhändig an der Wiederherstellung einer Kirche und sorgte für die Wiedereröffnung einer Skite. Darüber hinaus half er beim Wiederaufbau der Kathedrale von Balta.

Nach seiner Rückkehr nach Rumänien wurde er erneut in sein Heimatkloster Tismana berufen und übernahm dort das Amt des Abtes. Trotz der großen Armut und der Zerstörungen der Kriegsjahre gelang es ihm, zahlreiche Verbesserungen am Kloster und seiner Kirche vorzunehmen. Er kümmerte sich um die Wiederherstellung der Skite Cioclovina und ließ einen durch einen Brand zerstörten Zellentrakt wiederaufbauen.

Als Abt war Gerasimus für seine geistliche Weisheit, seine Treue zu den Überlieferungen der Heiligen Väter und seine große Sanftmut bekannt. Er begegnete den Menschen mit Barmherzigkeit und handelte stets aus Liebe. Wenn er jemanden zurechtweisen oder ihm eine geistliche Bußübung auferlegen musste, tat er dies mit innerem Schmerz und großem Mitgefühl. Gegenüber sich selbst war er dabei wesentlich strenger als gegenüber anderen. Der Überlieferung zufolge besaß er auch die besondere Gnadengabe, sich unter Wölfen bewegen zu können, ohne von ihnen angegriffen zu werden.

Mit der Errichtung der kommunistischen Herrschaft begann für den heiligen Gerasimus eine Zeit schwerer Verfolgung. Wegen seiner Treue zum orthodoxen Glauben und seiner Unterstützung für Menschen, die vom neuen Regime verfolgt wurden, geriet er ins Visier der Behörden. Am 26. September 1948 wurde er verhaftet und später zu zehn Jahren schwerer Haft verurteilt.

Während seiner Gefangenschaft musste er Hunger, Kälte, Demütigungen und schwere Misshandlungen ertragen. Dennoch betrachtete er seine Leiden als Teilnahme an den Leiden Christi und war bereit, für seinen Glauben das Martyrium auf sich zu nehmen. Auch unter diesen Bedingungen bewahrte er seine innere Freude und sein Vertrauen auf Gott.

Er wurde zunächst in verschiedenen Gefängnissen festgehalten und schließlich nach Aiud gebracht. Dort nahm man ihm auch seine Mönchskleidung ab. Trotz der unmenschlichen Haftbedingungen bemühte er sich unablässig, seine Mitgefangenen zu trösten und im Glauben zu stärken. Besonders die schwere Hungersnot, an deren Folgen täglich mehrere Gefangene starben, machte das Leben in Aiud zu einer Zeit äußerster Entbehrung. Später wurde er gemeinsam mit anderen Gefangenen zur Zwangsarbeit am Donau-Schwarzmeer-Kanal gebracht. Die Gefangenen wurden dort misshandelt, erniedrigt und zu Arbeiten gezwungen, die ihre körperlichen Kräfte überstiegen. Hunger, Durst und unzureichende medizinische Versorgung verschärften ihr Leiden.

Auch dort vergaß Gerasimus seine priesterliche Berufung nicht. Heimlich nahm er den Mitgefangenen die Beichte ab und reichte ihnen die Heilige Kommunion. Er half ihnen bei der schweren Arbeit und stärkte sie durch geistlichen Zuspruch. Wegen seines seelsorglichen Wirkens wurde er von den Wachmannschaften besonders hart behandelt. Auch einige Mitgefangene beteiligten sich an seinen Misshandlungen, darunter ein junger Mann, der dem Glauben feindlich gegenüberstand.

Infolge der unmenschlichen Haftbedingungen erkrankte Gerasimus schwer an Tuberkulose. Auch jener junge Mann, der ihn misshandelt hatte, wurde von derselben Krankheit befallen. Beide wurden schließlich in das Gefängniskrankenhaus von Târgu Ocna gebracht, wo zahlreiche schwerkranke Gefangene untergebracht waren.

Obwohl Gerasimus selbst bereits dem Tod nahe war, setzte er seinen geistlichen Dienst fort. Er hörte Beichten, spendete die Heilige Kommunion und tröstete die Kranken. Denjenigen, die ihn um geistlichen Rat baten, erklärte er die Bedeutung der inneren Sammlung und des Jesusgebetes, das er selbst mit großer Hingabe übte.

Als sein Lebensende näher rückte, begann jener junge Mann, der ihn zuvor misshandelt hatte, seine Taten zu bereuen und sich wieder Gott zuzuwenden. Als der heilige Gerasimus von dessen Reue erfuhr, ließ er sich von zwei Mitgefangenen zu dessen Krankenbett führen, da er aus eigener Kraft nicht mehr gehen konnte. Dort sprach er dem Sterbenden mit großer Sanftmut seine persönliche Vergebung zu und versicherte ihn zugleich der Liebe Christi. Er nahm seine Beichte ab und reichte ihm die Heilige Kommunion. Dabei tröstete er ihn mit der Zusicherung, dass auch für ihn ein Platz im Himmel bereitet sei. So wurde die Vergebung gegenüber einem seiner Peiniger zu einem der eindrucksvollsten Zeugnisse seines christlichen Lebens.

Kurz vor seinem Entschlafen wurde ers einer geistlichen Schau gewürdigt, bei der er himmlische Gesänge vernahm und die Schönheit der himmlischen Wohnungen erblickte. Seinen Mitgefangenen berichtete er von einem Ort voller Licht, Frieden, Wohlgeruch und unbeschreiblicher Freude. Zugleich stärkte er sie mit der prophetischen Hoffnung, dass der Ort ihres Leidens eines Tages zu einer Pilgerstätte werden würde und dass Gott die Menschheit trotz aller gegenwärtigen Bedrängnisse erneuern werde.

Am 26. Dezember 1951, dem Gedächtnis des heiligen Nikodim von Tismana, entschlief der heilige Gerasimus im Gefängniskrankenhaus von Târgu Ocna im Herrn. Sein Leib wurde in einem der Gräber bei der Haftanstalt beigesetzt, ohne dass seine Grabstätte dauerhaft gekennzeichnet wurde.

Sein Leben und sein Martyrium blieben jedoch im Gedächtnis seiner Mitgefangenen und der orthodoxen Gläubigen lebendig. Besonders seine Liebe zu den Menschen, sein unerschütterlicher Glaube und seine Vergebung gegenüber einem seiner Peiniger wurden zu einem bleibenden Zeugnis christlicher Heiligkeit.

Am 4. Februar 2025 wurde Gerasimus Iscu gemeinsam mit fünfzehn weiteren Bekennern und Neumärtyrern offiziell durch den Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Die lokale Proklamation wurde am 21. September 2025 im Kloster Tismana vollzogen.

Der heilige Gerasimus (Iscu) wurde am 21. Januar 1912 im Dorf Valea Șoșii in der Gemeinde Poduri im Kreis Bacău geboren. Seine Eltern Grigorie und Elena waren gläubige orthodoxe Christen, die ihren Sohn von frühester Kindheit an in der Liebe zu Gott und zum Gebet erzogen. Bei der Taufe erhielt er nach seinem Vater den Namen Grigorie. Seine Mutter trat später selbst in das monastische Leben ein und entschlief als Nonne.

Bereits im Alter von zwölf Jahren wurde Grigorie als Novize in das Kloster Bogdana aufgenommen, das unweit seines Heimatortes lag. Er besuchte zunächst das Klosterseminar von Neamț und anschließend jenes von Cernica. Während dieser Zeit trat er in die Gemeinschaft des Klosters Tismana ein, wo er zum Mönch geschoren wurde und den Namen Gerasimus erhielt.

Von Beginn seines monastischen Lebens an zeichnete er sich durch großen Eifer bei den Gottesdiensten, gewissenhafte Erfüllung seiner Gehorsamsaufgaben und ein beständiges Gebetsleben aus. Durch seine geistlichen Anstrengungen erlangte er die Gnadengabe der Tränen und des unablässigen Gebetes. Zugleich entwickelte er ein tiefes Mitgefühl für die Leiden seiner Mitmenschen.

Nach einiger Zeit empfing er die Priesterweihe. Seinen priesterlichen Dienst betrachtete er als Mittelpunkt seiner Berufung und bewahrte ihm zeitlebens eine besondere Ehrfurcht. Er bekannte selbst, dass er stets nur ein Diener des heiligen Altars sein wollte und diesen Dienst mit Gottes Hilfe niemals entweiht habe. Das monastische Leben und das Priestertum bildeten für ihn die beiden Grundlagen seines geistlichen Wirkens. In seinen Worten und Handlungen orientierte er sich an der Heiligen Schrift und den Lehren der Heiligen Väter. Dadurch entwickelte er sich zu einem geschätzten Prediger und erfahrenen geistlichen Vater.

Im Alter von 25 Jahren wurde Gerasimus zum Abt des Klosters Arnota berufen, das nach einem schweren Brand wiederhergestellt werden musste. Zwei Jahre lang widmete er sich mit großer Hingabe dem Wiederaufbau und der geistlichen Leitung der Gemeinschaft. Nach dem Rücktritt des Bischofs, der ihn zum Abt ernannt hatte, legte er dieses Amt nieder und ging an das Klosterseminar von Cernica, wo er als Bibliothekar und Buchhalter tätig war. Dort bemühte er sich besonders um die geistliche Bildung der Seminaristen und ermahnte sie, sowohl auf ihre Seelen als auch auf ihre Studien zu achten.

Später wurde der heilige Gerasimus im Rahmen der Rumänischen Orthodoxen Mission nach Transnistrien entsandt, um das kirchliche Leben in einer Region wiederzubeleben, die zwei Jahrzehnte lang unter einer atheistischen Herrschaft gestanden hatte. Innerhalb einer Woche erlernte er die kirchlichen Gottesdienste in slawischer Sprache und bemühte sich darüber hinaus, Russisch und Ukrainisch zu erlernen, um den Gläubigen in ihrer eigenen Sprache das Evangelium verkünden zu können.

Besonders im Dorf Păsățel gewann er durch seine Opferbereitschaft und seine aufrichtige Liebe das Vertrauen der Bevölkerung. Unter schwierigen materiellen Bedingungen wirkte er als Priester und Seelsorger, beteiligte sich eigenhändig an der Wiederherstellung einer Kirche und sorgte für die Wiedereröffnung einer Skite. Darüber hinaus half er beim Wiederaufbau der Kathedrale von Balta.

Nach seiner Rückkehr nach Rumänien wurde er erneut in sein Heimatkloster Tismana berufen und übernahm dort das Amt des Abtes. Trotz der großen Armut und der Zerstörungen der Kriegsjahre gelang es ihm, zahlreiche Verbesserungen am Kloster und seiner Kirche vorzunehmen. Er kümmerte sich um die Wiederherstellung der Skite Cioclovina und ließ einen durch einen Brand zerstörten Zellentrakt wiederaufbauen.

Als Abt war Gerasimus für seine geistliche Weisheit, seine Treue zu den Überlieferungen der Heiligen Väter und seine große Sanftmut bekannt. Er begegnete den Menschen mit Barmherzigkeit und handelte stets aus Liebe. Wenn er jemanden zurechtweisen oder ihm eine geistliche Bußübung auferlegen musste, tat er dies mit innerem Schmerz und großem Mitgefühl. Gegenüber sich selbst war er dabei wesentlich strenger als gegenüber anderen. Der Überlieferung zufolge besaß er auch die besondere Gnadengabe, sich unter Wölfen bewegen zu können, ohne von ihnen angegriffen zu werden.

Mit der Errichtung der kommunistischen Herrschaft begann für den heiligen Gerasimus eine Zeit schwerer Verfolgung. Wegen seiner Treue zum orthodoxen Glauben und seiner Unterstützung für Menschen, die vom neuen Regime verfolgt wurden, geriet er ins Visier der Behörden. Am 26. September 1948 wurde er verhaftet und später zu zehn Jahren schwerer Haft verurteilt.

Während seiner Gefangenschaft musste er Hunger, Kälte, Demütigungen und schwere Misshandlungen ertragen. Dennoch betrachtete er seine Leiden als Teilnahme an den Leiden Christi und war bereit, für seinen Glauben das Martyrium auf sich zu nehmen. Auch unter diesen Bedingungen bewahrte er seine innere Freude und sein Vertrauen auf Gott.

Er wurde zunächst in verschiedenen Gefängnissen festgehalten und schließlich nach Aiud gebracht. Dort nahm man ihm auch seine Mönchskleidung ab. Trotz der unmenschlichen Haftbedingungen bemühte er sich unablässig, seine Mitgefangenen zu trösten und im Glauben zu stärken. Besonders die schwere Hungersnot, an deren Folgen täglich mehrere Gefangene starben, machte das Leben in Aiud zu einer Zeit äußerster Entbehrung.

Später wurde der heilige Gerasimus gemeinsam mit anderen Gefangenen zur Zwangsarbeit am Donau-Schwarzmeer-Kanal gebracht. Die Gefangenen wurden dort misshandelt, erniedrigt und zu Arbeiten gezwungen, die ihre körperlichen Kräfte überstiegen. Hunger, Durst und unzureichende medizinische Versorgung verschärften ihr Leiden.

Auch dort vergaß Gerasimus seine priesterliche Berufung nicht. Heimlich nahm er den Mitgefangenen die Beichte ab und reichte ihnen die Heilige Kommunion. Er half ihnen bei der schweren Arbeit und stärkte sie durch geistlichen Zuspruch. Wegen seines seelsorglichen Wirkens wurde er von den Wachmannschaften besonders hart behandelt. Auch einige Mitgefangene beteiligten sich an seinen Misshandlungen, darunter ein junger Mann, der dem Glauben feindlich gegenüberstand.

Infolge der unmenschlichen Haftbedingungen erkrankte Gerasimus schwer an Tuberkulose. Auch jener junge Mann, der ihn misshandelt hatte, wurde von derselben Krankheit befallen. Beide wurden schließlich in das Gefängniskrankenhaus von Târgu Ocna gebracht, wo zahlreiche schwerkranke Gefangene untergebracht waren.

Obwohl Gerasimus selbst bereits dem Tod nahe war, setzte er seinen geistlichen Dienst fort. Er hörte Beichten, spendete die Heilige Kommunion und tröstete die Kranken. Denjenigen, die ihn um geistlichen Rat baten, erklärte er die Bedeutung der inneren Sammlung und des Jesusgebetes, das er selbst mit großer Hingabe übte.

Als sein Lebensende näher rückte, begann jener junge Mann, der ihn zuvor misshandelt hatte, seine Taten zu bereuen und sich wieder Gott zuzuwenden. Als der heilige Gerasimus von dessen Reue erfuhr, ließ er sich von zwei Mitgefangenen zu dessen Krankenbett führen, da er aus eigener Kraft nicht mehr gehen konnte.

Dort sprach er dem Sterbenden mit großer Sanftmut seine persönliche Vergebung zu und versicherte ihn zugleich der Liebe Christi. Er nahm seine Beichte ab und reichte ihm die Heilige Kommunion. Dabei tröstete er ihn mit der Zusicherung, dass auch für ihn ein Platz im Himmel bereitet sei. So wurde die Vergebung gegenüber einem seiner Peiniger zu einem der eindrucksvollsten Zeugnisse seines christlichen Lebens.

Kurz vor seinem Entschlafen wurde der heilige Gerasimus einer geistlichen Schau gewürdigt, bei der er himmlische Gesänge vernahm und die Schönheit der himmlischen Wohnungen erblickte. Seinen Mitgefangenen berichtete er von einem Ort voller Licht, Frieden, Wohlgeruch und unbeschreiblicher Freude. Zugleich stärkte er sie mit der prophetischen Hoffnung, dass der Ort ihres Leidens eines Tages zu einer Pilgerstätte werden würde und dass Gott die Menschheit trotz aller gegenwärtigen Bedrängnisse erneuern werde.

Am 26. Dezember 1951, dem Gedenktag des heiligen Nikodim von Tismana, entschlief der heilige Gerasimus im Gefängniskrankenhaus von Târgu Ocna im Herrn. Sein Leib wurde in einem der Gräber bei der Haftanstalt beigesetzt, ohne dass seine Grabstätte dauerhaft gekennzeichnet wurde.

Sein Leben und sein Martyrium blieben jedoch im Gedächtnis seiner Mitgefangenen und der orthodoxen Gläubigen lebendig. Besonders seine Liebe zu den Menschen, sein unerschütterlicher Glaube und seine Vergebung gegenüber einem seiner Peiniger wurden zu einem bleibenden Zeugnis christlicher Heiligkeit.

Am 4. Februar 2025 wurde Gerasimus Iscu gemeinsam mit fünfzehn weiteren Bekennern und Neumärtyrern offiziell durch den Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Die lokale Proklamation wurde am 21. September 2025 im Kloster Tismana vollzogen.

Quellen: Rumänisches Patriarchat: Sinaxar – Sfântul Cuvios Mucenic Gherasim, starețul Mănăstirii Tismana, in: Concursul Național „Icoana ortodoxă – lumina credinței“, ediția a XIV-a, 2025, Anexa 2.

Gebete

Troparion (8. Ton)

Führer der Mönche und auserwählte Zierde der Bekenner, Heiliger Vater Gerasimus, du Ruhm von Tismana, der in der Gemeinschaft der Märtyrer verherrlicht wird und sich im Himmel mit dem Heiligen Nikodemus freut, bitte Christus, unseren Gott, unsere Seelen zu retten!

Kondakion (3. Ton - Nach der Melodie: Die Jungfrau heute …)

Nahe der Quelle der göttlichen Liebe wurdest du gepflanzt und bist herangewachsen, ehrwürdiger Gerasimus, geistlicher Vater von Tismana; und indem du die Früchte der Demut und der Vergebung hervorbrachtest, wurdest du auch mit dem Märtyrertod gekrönt, Gottesträger, und nun betest du im Himmel für uns.

aus dem Rumänischen übersetzt