Georg von Chios, Neumärtyrer

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Gedächtnis: 26. November

Der heilige Neumärtyrer Georg (Georgios) von Chios wurde auf der Insel Chios als Sohn der Eheleute Paraskeva und Agerou geboren. Seine Mutter starb, als er noch ein Kleinkind war, und eine Stiefmutter übernahm seine Erziehung. Schon in jungen Jahren wurde er einem Schreiner und Kunsttischler namens Vessetzes als Lehrbursche anvertraut. Gemeinsam mit ihm begab er sich nach Psara, wo sie in der Kirche des heiligen Nikolaus arbeiteten. Dort geriet Georg jedoch in die Gesellschaft einiger unbedachter Jungen, mit denen er heimlich die Insel verließ. Die Gruppe kam nach Kavala, wo die Jungen beim Stehlen von Früchten ertappt und dem osmanischen Richter vorgeführt wurden. Aus Angst vor Strafe verleugnete der Knabe Christus, ließ sich beschneiden und wurde unter dem muslimischen Namen Ahmed geführt.

Er wurde daraufhin einem Seemann als Schiffsjunge übergeben und blieb für seine Familie auf Chios verschollen. Erst Jahre später, als ein Schiff in Chios anlegte, erkannte ein Verwandter den jungen Mann wieder. Georg besuchte in der Folge heimlich sein väterliches Haus und begegnete schließlich seinem Vater. Dieser klagte in großer Betrübnis, es wäre besser, den Sohn tot zu sehen, als in einem Zustand der Gottesverleugnung. Diese Worte trafen Georg tief ins Herz, und er begann unter Tränen seine schwere Verirrung zu bereuen und kehrte im Herzen zum christlichen Glauben zurück.

Da der Vater um die Gefahr wusste, die einem Abgefallenen drohte, brachte er den Knaben nach Kydonies (Ayvalik) in Kleinasien und vertraute ihn einem frommen Christen an, der außerhalb der Stadt lebte. Dort verbrachte Georg etwa zehn Jahre in stiller Arbeit und christlicher Lebensführung. Später zog er in die Stadt, lebte im Haus einer gottesfürchtigen Witwe, die ihm zur geistlichen Mutter wurde, und verlobte sich schließlich mit einer jungen Christin.

Ein Streit mit dem Bruder seiner Braut wurde ihm jedoch zum Verhängnis. Dieser verriet aus Zorn Georgs frühere Abkehr vom Christentum an die türkischen Behörden. Georg wurde festgenommen und vor den Richter geführt. Trotz Drohungen und Versprechungen weigerte er sich standhaft, zum Islam zurückzukehren, und bekannte furchtlos Christus als den wahren Gott. Er wurde gefoltert und blieb dennoch unbeirrbar im Glauben. Die Christen von Kydonies wachten in jener Nacht im Gebet und baten Gott, dem jungen Bekenner Kraft und Standhaftigkeit zu schenken. Im Jahr 1807 wurde er zum Tod verurteilt. Er ging betend zur Hinrichtungsstätte und rief die heiligsten Namen des Herrn Jesus Christus und der Allheiligen Gottesgebärerin an. Er erduldete das Martyrium durch das Schwert und erhielt so die Krone des Himmels.

Reliquien

Nach den älteren Überlieferungen wurde der Leib des heiligen Neumärtyrers Georg zunächst von christlichen Gläubigen auf der kleinen Insel Nisopoula bei Ayvalik (Kydonies) bestattet; später übertrug man seine Gebeine in eine ihm geweihte Kirche, die über dem Ort seines Martyriums in Kydonies errichtet wurde, wo sie bis zur Kleinasiatischen Katastrophe 1922 feierlich verehrt wurden. Nach der Flucht der Christen gelangten Reliquien des Heiligen auf die Insel Lesbos: Ein Teil seiner Gebeine wird heute in Panagiouda bei Mytilene, insbesondere in der dortigen Kirche des Erzengels (Taxiarchis), aufbewahrt und zur Verehrung gezeigt.Weitere Reliquien des heiligen Georgios von Chios befinden sich im Kloster des hl. Propheten Elias auf der Insel Santorin und – nach einigen neueren griechischen Quellen – auch in der Kirche der Allheiligen Gottesgebärerin in Vouliagmeni bei Athen. Die Schädelreliquie des Heiligen wurde nach seinem Martyrium von Türken verkauft und gelangte über Umwege in das Benaki-Museum in Athen, wo sie sich in einem kunstvollen Reliquiar aus dem Jahr 1816 befindet; dort ist sie heute eher als Museumsstück denn als liturgisch genutzte Reliquie zugänglich.

Gebete

Troparion (4. Ton)

O Märtyrer Georgios, dein Haupt wurde mit dem Schwert abgeschlagen, und du wurdest von Gott verherrlicht im Himmel und auf Erden als die Zierde von Chios, göttlich gekrönt mit einer unvergänglichen Krone in den Höhen, und hienieden werden dir von den Menschen göttliche Hymnen gesungen. Durch seine Fürbitten, Christus unser Gott, errette unsere Seelen.

Kondakion (2. Ton)

Wir verherrlichen dich als Freund Christi und Märtyrer und flehen inständig um deine göttliche Hilfe, Athlet Georgios. Gewähre den Bittenden, die zu dir fliehen, uns aus den Gefahren zu erretten, die über uns kommen.