Gavrilia (Papayannis) von Leros

Gedächtnis: 28. März
Die heilige Gavrilia, in der Welt Avrilia Papayannis genannt, wurde am 15. Oktober 1897 in Konstantinopel als jüngstes von vier Kindern einer griechischen Familie geboren. Ihre Eltern hießen Helias und Victoria Papayannis. Mit ihrer Familie zog sie nach Thessaloniki, wo sie studierte und als eine der ersten Frauen an einer griechischen Universität eingeschrieben war. Später ging sie 1938 nach England, wo sie eine Ausbildung als Podologin und Physiotherapeutin erhielt und während des Zweiten Weltkriegs für ihren Dienst an den Menschen Anerkennung fand; die britische Regierung bot ihr sogar die Staatsbürgerschaft an, die sie ablehnte.
1945 kehrte sie nach Griechenland zurück und arbeitete zunächst mit Flüchtlingshilfsdiensten in Thessaloniki, bevor sie ein eigenes Therapiezentrum in Athen eröffnete. Dort nutzte sie ihre Einnahmen, um Bedürftige kostenlos zu behandeln. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1954 schloss sie ihr Büro und gab all ihren Besitz auf, um fortan in völliger Armut zu leben. Sie reiste über Land nach Indien, wo sie fünf Jahre lang den Ärmsten, darunter auch Leprakranke, diente und mit dem indischen Wohltäter Baba Amte zusammenarbeitete, ohne dafür ein Entgelt anzunehmen.
1959 trat sie in das Kloster der Heiligen Maria und Martha in Bethanien im Heiligen Land ein, um Nonne zu werden. Dort lebte sie drei Jahre und widmete sich dem geistlichen Leben. Es folgten zahlreiche Reisen, unter anderem nach Taizé in Frankreich und in die Vereinigten Staaten von Amerika, bevor sie 1963 nach Griechenland zurückkehrte. Auf der Insel Patmos wurde sie von Abt Amphilochios Makris in das Kleine Schema eingekleidet und reiste danach erneut nach Indien sowie in den Missionsdienst nach Ostafrika, Europa und andere Regionen, wo sie sich um Menschen aller Herkunft kümmerte und spirituelle Begleitung bot.
In den 1970er Jahren zog sie sich für eine Zeit in ein kleines Apartment in Athen, das „Haus der Engel“ genannt wurde, zurück. Viele suchten dort ihre geistliche Hilfe. 1989 zog sie in die Eremitage des Heiligen Schutzes auf der Insel Ägina, nahe dem Schrein des heiligen Nektarios, wo sie weiterhin Besucher empfing. Zu Beginn der Großen Fastenzeit 1990 erkrankte sie an lymphatischem Krebs, den sie mit großer Demut ertrug; während der Osterzeit verschwand die Krankheit jedoch auf unerklärliche Weise.
Schließlich zog sie sich mit einer einzigen Schwester auf die Insel Leros zurück und gründete dort ein hesychastisches Gebetshaus der Heiligen Erzengel. In diesem letzten Lebensjahr nahm sie noch das Große Schema an, bevor sie am 28. März 1992 im Alter von 94 Jahren in Leros verstarb. Während ihres Lebens baute sie kein eigenes Kloster, doch zahlreiche geistliche Kinder gingen aus ihrer Lebensführung hervor und wurden selbst Mönche und Nonnen.
Am 3. Oktober 2023 wurde sie durch die Heilige Synode des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel verherrlicht.
Quelle: https://orthodoxwiki.org/Gabrielia_(Papayannis)
Gebete
Troparion (5. Ton)
Nun lasset uns wachen, festliche Hymnen darzubringen der verehrten Asketin Gavrilia, der Missionarin Christi, welche Taten der Liebe vollbringt und unsere Hilfe ist im Unglück und Beistand in Todesnot, dass sie den Schöpfer flehentlich bitte für uns, die wir sie preisen.
Kondakion (8. Ton)
In glühender Liebe, gepaart mit Demut, lebtest du in der Welt, doch gleichzeitig jenseits der Welt, betend und dich als Opfer Christus hingebend; mit Eifer singen wir dir Hymnen, göttlich erleuchtete Gabriela, du Asketin, und rufen laut und voller Sehnsucht: Freue dich, du von Gott erleuchtete Mutter.