Eusebius von Rankweil

Gedächtnis: 31. Januar
Der heilige Eusebius von Rankweil († 31. Januar 884 bei Rankweil) war ein iroschottischer Mönch, Einsiedler und Märtyrer. Er gehört zu den Heiligen des ersten Jahrtausends (vor dem Großen Schisma von 1054) und wird als lokaler Glaubensbote im churrätischen Raum, im Bodenseeraum und im heutigen Vorarlberg verehrt.
Leben und Wirken
Der heilige Eusebius wurde zu Beginn des 9. Jahrhunderts in Irland geboren. Er verließ seine Heimat im Rahmen der iroschottischen Mission (peregrinatio pro Christo), um das Evangelium auf dem europäischen Festland zu verkünden. Sein Weg führte ihn in das Kloster Sankt Gallen, wo er als Mönch aufgenommen wurde und mehrere Jahre in Gebet und klösterlicher Disziplin lebte.
Von dem Verlangen nach vollkommener weltlicher Abgeschiedenheit und innerer Gebetsstille (Hesychia) erfüllt, erhielt Eusebius von seinen Vorgesetzten die Erlaubnis, das gewohnte Klosterleben zu verlassen und sich auf dem Viktorsberg bei Rankweil (im churrätischen Teil des heutigen Vorarlbergs) als Einsiedler niederzulassen.
Auf dem Viktorsberg führte er etwa dreißig Jahre lang ein strenges Leben der Entsagung, der kontinuierlichen Betrachtung Gottes und des unaufhörlichen Gebets. Trotz seiner Abgeschiedenheit wurde seine Zelle rasch zu einem geistlichen Anziehungspunkt für die Bewohner der umliegenden Täler sowie für durchreisende Pilger. Eusebius stand den Hilfesuchenden sowohl mit geistlicher Führung und Seelsorge als auch mit leiblicher Unterstützung zur Seite.
Martyrium
Gegen Ende seines Lebens trat der heilige Eusebius mutig gegen die Entheilung des Sonntags sowie gegen den Raub von kirchlichen Gütern durch lokale Frevler auf. Am 31. Januar 884 wurde er von diesen Gottlosen überfallen und enthauptet. Damit erlangte er die Unverweslichkeit der Märtyrerkrone.
In der hagiographischen Überlieferung wird Eusebius als Cephalophore („Kopfträger“) beschrieben: Nach seiner Enthauptung soll er sein eigenes Haupt aufgenommen und zur nahen Kapelle getragen haben. Dies symbolisiert in der kirchlichen Bildsprache den Sieg des Heiligen Geistes über den leiblichen Tod und die Unüberwindbarkeit des Glaubens.
Verehrung und Reliquien
Gleich nach seinem Tod begann die lokale Verehrung des heiligen Eusebius als Märtyrer und Wundertäter. Der Viktorsberg entwickelte sich im Mittelalter zu einer bedeutenden regionalen Wallfahrtsstätte im Bodenseeraum. Im Zuge der Auflösung des dortigen Klosters im Jahr 1786 wurden seine heiligen Reliquien in die Kathedrale von Sankt Gallen übertragen, wo sie bis heute ruhen und verehrt werden.
Gebete
Troparion (5. Ton)
Aus Irland gekommen, um das Evangelium zu predigen, wurdest du Mönch in Sankt Gallen und zogst weiter als Einsiedler zum Viktorsberg. Dort hast du die Laster der Bewohner angeprangert und statt sich zu bessern, verhalfen sie dir zum Martyrium. Heiliger Eusebius, bete zu Gott, dass Er sich unserer Seelen erbarme.