Daniel der Einsiedler beim Kloster Voroneţ (Rumänien)

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Gedächtnis: 18. Dezember

Der ehrwürdige Vater Daniil der Einsiedler († um 1496), war einer der bekanntesten rumänischen Asketen und ein bedeutender geistlicher Vater der Moldau. Er wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts in der Gegend von Rădăuți geboren und empfing in der Taufe den Namen Dumitru. Schon als Kind zeigte er eine ernsthafte und fromme Gesinnung: Er floh das Spiel, suchte die Kirche, übte sich im Fasten und Gebet und bewahrte sich in Reinheit und Gehorsam.

Im Alter von etwa zehn Jahren trat er in das Kloster des heiligen Nikolaus in Rădăuți ein, wo er bald im Psalmengebet unterrichtet wurde und sich eifrig dem klösterlichen Leben widmete. Dort wurde er unter dem Namen David zum Mönch geweiht, wobei ihn der heilige Bischof Leontie von Rădăuți geistlich unterwies. Schon bald zog es ihn jedoch zu einem noch strenger geführten Leben. Er verließ das Kloster, legte die große Mönchsweihe ab und nahm den Namen Daniil an. Fortan lebte er als Einsiedler in einer Felsenzelle im Tal des Baches Vițău bei Putna, ganz dem Gebet, dem Fasten, der Nachtwache und dem inneren Frieden hingegeben.

Durch sein verborgenes, aber lichtvolles Leben wurde Daniil weithin bekannt. Viele kamen zu ihm, um Rat und geistlichen Trost zu empfangen. Unter ihnen war auch der junge Fürst Ștefan cel Mare, dem Daniil in einer Zeit großer Unsicherheit beistand. Er stärkte ihn im Gebet, prophezeite ihm seine Herrschaft und segnete ihn. Nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1457 blieb Fürst Ștefan Daniil zeitlebens eng verbunden und suchte regelmäßig seinen Rat. Daniil wurde auf diese Weise zu einem geistlichen Vater des Landes und zum Lehrer nicht nur der Mönche, sondern auch der Regierenden.

Gegen Ende seines Lebens zog sich der Heilige in die Wälder von Voroneț zurück. Dort lebte er weiterhin in Zurückgezogenheit, begleitete aber auch andere Mönche und Einsiedler, die unter seiner geistlichen Leitung standen. Er entschlief um das Jahr 1496 in Frieden und wurde in der Kirche des Klosters Voroneț beigesetzt, wo sich sein Grab noch heute befindet und verehrt wird.

Bald nach seinem Tod wurden viele Wunder an seinem Grab und auf seine Fürsprache hin berichtet. In der Volksfrömmigkeit wurde er schon früh als Heiliger verehrt. Der heilige Daniil wird in der rumänischen Orthodoxie als Zierde der Einsiedler, Lehrer des inneren Gebets und geistlicher Führer der moldauischen Mönchstradition in Ehren gehalten.

Seine Verherrlichung durch den Heiligen Synod der Rumänischen Orthodoxen Kirche wurde am 20. Juli 1992 im Kloster Putna feierlich vollzogen.

Gebete

Troparion (8. Ton)

In dir, o Vater, wurde die Ebenbildlichkeit sorgsam bewahrt: Du nahmst das Kreuz und folgtest Christus nach, und im Tun hast du gelehrt, das Fleisch nicht zu beachten, denn es vergeht, sondern sich um die Seele zu kümmern, einem unsterblichen Werk: Daher jubelt mit den Engeln, gottseliger Daniel, dein Geist.

Kondakion (3. Ton)

Ein engelgleiches Leben hast du auf Erden geführt und wurdest deinen Jüngern ein Bild und Gleichnis. Durch Gebete, lange Fasten und Nachtwachen wardst du gewürdigt, im Land der Sanftmütigen zu wohnen, o heiliger Gottliebender Daniel, Zierde der Einsiedler und Ruhm der Mönche.

aus dem Rumänischen übersetzt